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Autor Thema: Neid unter den Sammlern  (Gelesen 15213 mal)

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Offline Stefan

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Neid unter den Sammlern
« am: 29 Jul 05, 11:57 »
Ich starte diese Diskussion als "Verweis Ziel" für andere Diskussionen in denen dieses Thema auftaucht.

Immer wieder muss ich Anschuldigungen lesen wie

- Fundstellen werden verheimlicht bis sie erschöpft sind
- Fundstellen werden angeblich ausgebeutet bis nur noch Schutt übrig bleibt
- Es wird alles ausgebeutet und verkauft

diese Anschuldigungen beruhen in meinen Augen oft auf absoluter Unwissenheit und Neid.

Besagte Sammlungen werden oft über Jahre mit viel Schweiß zusammen getragen. Oft wird jede freie Minute zur Suche aufgewandt. Ständige Präsenz während des Abbaus ist das Mittel zum Erfolg. Und dann kommen die Neider, die einen Blick in solch eine Sammlung werfen dürfen, die Fundstelle aufsuchen und sich wundern, dass die interessanten Schichten verschwunden sind. Wären da nicht die Sammlerfreaks, die kontinuierlich ihre Freizeit opfern, wären die Funde für die Ewigkeit verloren - geschreddert und zerstückelt.

Warum werden Fundstellen verheimlicht? Oft steckt hinter der Suche monatelange und jahrelange Recherche und Mühe. Wenn dann mal der Fund der Funde gelingt, warum sollte ein Sammler fremde Leute an seiner Mühe teilhaben lassen. Um solche Informationen zu bekommen, da muss man sich mit dem Thema auseinander setzen und Kontakte knüpfen. Vertrauen bekommt man nicht geschenkt.

Sicher werden auch viele Funde verkauft. Es soll sogar Leute geben die davon Leben oder ihre zahlreichen Exkursionen damit finanzieren. Na und? Was ist daran verkehrt, es ist halt nicht nur ein Hobby. Wie finanziert ihr tausende von Kilometern um ständig an den Exkursionszielen präsent sein zu können?

Mit Neidgedanken kommt keiner weiter.

Meine Sammlung ist bescheiden und ich freue mich tolle Sammlungen anschauen zu dürfen und habe vollen Respekt vor der Arbeit die dahinter steckt.

Meinungen sind erwünscht!
Gruß Stefan ;D
« Letzte Änderung: 29 Jul 05, 16:15 von Stefan »

Offline michel

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #1 am: 29 Jul 05, 13:17 »
...klingt ein wenig nach Rechtfertigung... ???

Offline Stefan

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #2 am: 29 Jul 05, 13:46 »
Ein wenig dünn die Antwort.

Rechtfertigung würde ich nicht sagen, dazu gibt es keine Notwendigkeit, es ist Aufklärung, es ist es ein Entegenkommen. Aufklärung hilft vielleicht manch engstirniges Denken zu korrigieren. Warum sollte ich mich rechtfertigen, ich habe keine solch umfangreiche Sammlung (leider *snief*).

Wo sind denn die Argumente der Neider und Nörgler? Wo sind denn die viel verkündeten Fundstellen die sie nun nicht mehr weiter geben wollen wenn sie keine Infos bekommen. Ich habe noch keine Fundstellenbeschreibung dieser Personen gelesen. Wo sind denn die tollen Funde die sie tätigen ohne dabei von einem anderen Sammler an der Hand geführt zu werden?

Ich werde diese Diskussion bewusst provokant durchführen, da ich es dick habe mich mind. ein mal die Woche mit diesen Kleinkindern auseinander setzen zu müssen, die in meinen Augen nie gelernt haben, dass Erfold nur von harter Arbeit (vielleicht auch ein wenig Glück) kommt.

Gruß Stefan

P.S Leider liegt es in der Natur der Neider und Nörgler unerkannt bleiben zu wollen, daher werden alle Gastbeiträge in diesem Thread ohne weitere Ankündigung gelöscht!!
« Letzte Änderung: 29 Jul 05, 16:17 von Stefan »

Offline Robin

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #3 am: 29 Jul 05, 13:59 »
Hallo Stefan,

Zitat
Besagte Sammlungen werden oft über Jahre mit viel Schweiß zusammen getragen. Oft wird jede freie Minute zur Suche aufgewandt. Ständige Präsenz während des Abbaus ist das Mittel zum Erfolg. Und dann kommen die Neider, die einen Blick in solch eine Sammlung werfen dürfen, die Fundstelle aufsuchen und sich wundern, dass die interessanten Schichten verschwunden sind. Wären da nicht die Sammlerfreaks, die kontinuierlich ihre Freizeit opfern, wären die Funde für die Ewigkeit verloren - geschreddert und zerstückelt.

Warum werden Fundstellen verheimlicht? Oft steckt hinter der Suche monatelange und jahrelange Recherche und Mühe. Wenn dann mal der Fund der Funde gelingt, warum sollte ein Sammler fremde Leute an seiner Mühe teilhaben lassen. Um solche Informationen zu bekommen, da muss man sich mit dem Thema auseinander setzen und Kontakte knüpfen. Vertrauen bekommt man nicht geschenkt.

Also für Steinbrüche trifft das alles ganz gut zu.. bei Halden liegt es m.E. anders. Ich kann durchaus verstehen daß wenn ein Sammler eine neue Fundstelle entdeckt er erst selbst (oder mit Freunde) dort suchen möchtet. Das ist aber nicht gleich zu setzen mit geheim halten für alle Zeit. Im letzten Fall, was wenn der Sammler stirbt? - Lage der Fundstelle nicht mehr bekannt, alle Funden vertauscht oder verkauft... ; da tut mein 'wissenschaftliches' Herz weh! Anderseits kann ich mich nicht wirklich darüber aufregen - ich werde mir halt mehr Mühe geben um die 'geheime Fundstellen' auch zu entdecken. Ist nur schade daß einige Leute nicht bereit sind Fundstellen mit anderen zu teilen.

Zitat
Sicher werden auch viele Funde verkauft. Es soll sogar Leute geben die davon Leben oder ihre zahlreichen Exkursionen damit finanzieren. Na und? Was ist daran verkehrt, es ist halt nicht nur ein Hobby. Wie finanziert ihr tausende von Kilometern um ständig an den Exkursionszielen präsent sein zu können?

Wie ich in einem anderem Thread schon gesagt habe: ich habe prinzipiell nichts gegen verkaufen. Es gibt aber Ausnahmen. Für mich ist es immer ein Erlebnis wenn ich etwas finde, bei gekaufte Stücken habe ich das nicht. Außerdem macht es mir spaß um alles bis ins Detail zu beschreiben; so z.B. der Zusammenhang zwischen die verschiedene Mineralien, Gesteine und geologische Strukturen. Deswegen soll es nicht schwer zu verstehen sein, daß ich es ärgerlich finde wenn Fundstellen durch eine bestimmte Person oder Gruppe ausgebeutet werden und alles an Material verkauft wird (also nur kommerzielle Belangen - kein Dokumentation, kein Erlebnis - oder nur für ein paar Personen). Neid? - vielleicht. Ich denke es ist eher etwas wie: es könnte besser sein! Es gibt ja sehr sehr viele Sammler die selbst sammeln. Die wollen nicht nur kaufen, die wollen auch erleben. Naja so ist eben auf dieser Welt, alles dreht sich nur um Geld und Macht :P. Jedoch schade daß auch unseres schönes Hobby davon betroffen ist.

In diesem Sinne,

Gruß Robin (der sich nicht als Neider oder Nörgler bezeichnet ;D)

Offline ceratit

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #4 am: 29 Jul 05, 14:10 »
Hallo Stefan,

das sehe ich eigentlich ganz ähnlich, ich persönlich werde mich hüten, die wenigen guten Aufschlüsse, die ich kenne, an die grosse Glocke zu hängen. Zum einen, weil es mich gute 2 Jahre gekostet hat, die Aufschlüsse zu erkunden (Stratigraphie, fündige Horizonte und, und und...) und zum anderen, weil ich meine Sammelerlaubnis nicht aufs Spiel setzen will.
Das heisst aber nicht, dass ich niemanden teilhaben lasse, aber ich suche mir die Leute raus, die ich dorthin mitnehme!
Da gehört dann allerdings mehr als nur ne E-mail, mit der Frage nach Fundstellen dazu, das ist Vertauenssache.

Der Vorwurf das Fundstellen komplett "ausgebeutet" werden hat bei näherer Betrachtung keinerlei fundierte Grundlage.
Ich bin fast jedes Wochenende unterwegs, (wenn die richtige Schicht angeschnitten ist auch mehrmals die Woche), das ist aber noch lange keine Fundgarantiie. Die meiste Zeit finde ich sehr wenig, oft auch gar nix!

Die alles entscheidende Frage ist doch: wieviele Fossilien, die ich aus dem Gelände mitnehme, kommen am Ende in die Sammlung? Als Muschelkalksammler mache ich persönlich die Erfahrung, dass vielleicht EIN fertig präparierter Ceratit von anfänglich 10 gefundenen Stücken, auch tatsächlich so gut ist, dass er in der Sammlung landet - und dieser Schnitt ist schon das Optimum!

Wie blöd müsste ich dann sein, wenn es mal "rappelt", nur einen Teil der möglichen Funde mit nach Hause zu nehmen und den Rest der Fossilien liegenzulassen, nur damit nachfolgende Sammler auch noch was finden können! In der Regel wird das Zeug sowieso verschottert!

Ich sammel jetzt seit 3 Jahren recht manisch, und habe eine kleine Sammlung zusammengetragen, mit der ich sehr zufrieden bin. Neben vielen Eigenfunden ist auch einiges gekauft oder getauscht -  das meiste allerdings selbst  präpariert. Als Sammler muss man sich den örtlichen Gegebenheiten anpassen, ich habe die Erfahrung gemacht, dass es sehr viel fruchtbarer ist die Aufschlüsse, die man in der näheren Umgebung hat permanent heimzusuchen, anstatt quer durch die Republik zu reisen um vermeintlich spektaküläre Fundstellen abzuklappern.
Fundlücken kann ich immer noch über Tausch, oder Kauf schliessen.
Nurch durch Hartnäckigkeit und Mühe sind schöne Sammlungen aufgebaut worden
(oder mit nem grossen Geldbeutel :) )

Bin ich neidisch?? - sehr oft! :) :) - Das sehe ich aber eher als Ansporn!

Oliver

PS: Abschliessend wäre vielleich noch anzumerken, dass jeder Sammler nur das mitnehmen sollte, was seinem persönlichen Niveau entspricht :)
 


Offline Zuercherella

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #5 am: 29 Jul 05, 15:33 »
Hallo zusammen,

den meisten Eurer Ausführungen kann ich mich anschließen. Die Weitergabe von Fundstellen sollte den Umständen entsprechend zurückhaltend und auf Vertrauen basierend sein.
Einen weiteren Aspekt sehe ich bei der Weitergabe von Fotos, Erzählungen usw. zu den jeweiligen Funden, die man dort getätigt hat. Dort sollten wir uns auch immer wieder fragen, wem und vor allem wie wir jemandem unsere Sammlungen zeigen. Klar, der Stolz ist da, aber bei dem einen oder anderen kann dadurch auch ein Eindruck entstehen, der nicht gewollt oder sogar ärgerlich ist.
Wenn von Vornherein klar gemacht wird, unter welchen Bedingungen (Ausdauer, Schmerz, Herzblut) solche Sammlungen von Enthusiasten wie uns entstehen, wird das Unverständnis und der Neid vielleicht in Grenzen gehalten.

Viele Grüße
Michael

Offline Stefan

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #6 am: 29 Jul 05, 15:42 »
Danke für Eure sehr umfassenden Ausführungen :D

Ich weiß nicht ob es Sammler gibt die ihre Fundstellen wirkllich geheim halten. Für eine gewisse Zeit sicher. Mir geht es so, dass ich die Freude gerne mit anderen mir vertauten Sammlern teile. Macht doch viel mehr Spass mit Freunden suchen zu gehen. Die gehen dann wieder mit anderen Freunden hin usw. So wird die Fundstelle nach und nach bekannt. Eine Fundstelle zu veröffentlichen, die nach wenigen besuchen abgegrast ist, macht eh keinen ausgeprägten Sinn und Halden etc. sollten eh mehr oder weniger allg. bekannt sein.

Ich habe auch schon eine Fundstelle veröffentlicht, 1. Tag nach dem ich dort war. Bei Aufschlüssen die nur kurze Zeit bestehen gebe ich die Info gerne weiter damit die Funde nicht verloren gehen. Klar nutze ich meinen zeitlichen Vorteil erst mal aus um in aller Ruhe alleine zu suchen. Dafür habe ich sie ja auch gefunden.

@Zuercherella & Alle

Um aufzuzeigen, dass keiner seine Sammlung in 5 Minuten zusammen getragen hat soll dieser Thred helfen. Ich fände es schade, wenn die Leute hier ihre Sammlung nicht mehr zeigen können nur weil es andere in den falschen Hals bekommen könnten.

Gruß Stefan

Offline KOstMineral

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #7 am: 29 Jul 05, 15:53 »
Hoi Zusammen,

ich gebe Zuercherella recht. Auch ich denke, dass die Weitergabe von Fundstellen den Umständen entsprechend zurückhaltend und auf Vertrauen basierend sein sollte. Doch es ist doch in einem Gespräch unter auch nicht bekannten Sammlern kein Problem eventuell Tipps zu eigen recherchierten Fundstellen im Austausch preiszugeben. Doch es wird keiner so rumlaufen und jedem X-beliebigen der gerade ihm übern Weg läuft unaufgefordert Fundstellen preis gibt oder?!

Zum Punkt Sammlungen:
Jedem Mineraliensammler ist es doch klar, dass eine Vitrine mit Ausstellungsstücken nicht über Nacht zusammengetragen worden ist. Auch ich habe schon Sammlungen gesehen, wie die von Tumaisch Curschellas, wo mir im ersten Moment die Kinnlade runtergefallen ist. Ich ist mir immer bewusst, dass solche Sammlungen nicht einfach so wie Pilze aus dem Boden spriessen.

So ich will aber jetzt nicht noch weiteres beitragen (obwohl ich es könnte).
"Sehe gerade, dass Stefan noch einen Beitrag eingestellt hat, dem ich mich voll anschliessen möchte"!

Gruss
Klaus

Offline geomueller

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #8 am: 29 Jul 05, 18:20 »
Hallo alle,

na dann will ich mal meinen bewusst provokanten Senf dazu geben. Es ist nun mal leider so das garade in unserem Hobby Neid, Missgunst, Argwohn und Geheimniskrämerei an der Tgesordnung sind! Das klingt hart, ist aber genau so, gerade bei den Fundstellentips! Jeder (fast jeder) der eine lohnende Fundstelle aufgetan hat behält die info für sich oder gibt sie bestenfalls ein bis zwei Kumpels bekannt. Wenn die Fundstelle ausgebeutet ist beginnt die Geschäftemacherei und die Sachen werden verkauft. Jeder ist nur nach neuen Infos her um neue lohnende Fundstellen aufzutun und das Spiel beginnt von vorn.

Letztlich sieht man das auch hier im Forum bzw. Lexikon. 10 bis 20 Leute (mehr nicht!) bemühen sich hier neue Fundstelleninfos bereit zu stellen, meist top aktuell oft noch am selben Tag an dem die Stelle besucht wurde, Mitglieder gibt es aber fast 900, Hits im Atlas über 300000 pro Monat, Sammler in Deutschland vielleicht 200000! Was machen die wohl alle, sie suchen Infos und saugen sie ab wo sie sie bekommen können (natürlich auch in Büchern, Artikeln, Zeitschriften usw.) ohne selbst welche zu liefern. Auf Börsen hört man auch immer wieder wie Infos von uns weiter gegeben werden.

Ich bin ein Sammler dem zwei drei Stücke je Mineral bzw. Fundstelle reichen und der auch deshalb jeden Tip auch gern weiter gibt, ich horte nicht das Zeug im Keller bis es zur Tür rausquillt.

Und genau diese Geheimniskrämerei ist ganau das was nich immer so ankot.... :-X Auch deshalb bin ich hier im Atlasaktiv, soweit es die Zeit erlaubt, gerade wenn es um Fundstelleninfos geht, weil man damit Schluß machen muß Fundstellen als sein Privateigentum zu betrachten und Geschäfte daraus zu schlagen. Ich weis natürlich das nur wenige so denken, aber steter Tropfen höhlt den Stein. ;)

Gruß Jürgen
« Letzte Änderung: 29 Jul 05, 19:39 von geomueller »

Die Pulle

  • Gast
Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #9 am: 29 Jul 05, 22:02 »
Hallo Stefan,
na da hast du dir ja wieder ein Thema einfallen lassen,und das auch noch zur Sommerzeit.Aber was solls ich bin bei diesem Thema mal dabei,schon mal um zu erfahren wie andere darüber denken.In meinen Sammlersteckbrief habe ich zur Thematik schon etwas geschrieben.Bei Steinbrüchen mit Infos hintern Berg zu halten,ist reichlich schwachsinnig,da sich diese meist schon Wöchentlich ähndern.Ähnlich ist es bei Baugruben oder anderen kürzfristigen Aufschlüssen.Ich behalte keine Fundstellen für mich,warum auch.Die Fundstellen in Waldeck Frankenberg sind ebend wegen dieser Geheimniskrämerei in Vergessenheit geraden,und ich mache mir halt jetzt die Arbeit und arbeite sämmtliche Fundstellen dieser Region auf,damit das Wissen um diese Fundstellen nicht verloren geht.Viele Sammler die mir dewegen böse sein könnten gibt es hir ja sowieso nicht mehr,also was solls.Ich freue mich für jeden Sammler der auf Grund meiner Beschreibung einer schönen Tag und einen guten Fund hir in der Region gemacht hat.Es ist doch besser wenn die Mineralien/Fossilien gefunden weden als wenn sie verrotten.In Deutschland sind vieleicht gerade mal zwei drittel der alten Bergbauhalten den Sammlern bekannt,maximal ein drittel sind systematisch abgesucht,also noch genug Material.Es ist natürlich mit sehr viel Arbeit verbunden solche Lokalitäten zu endecken,und das der Finder die bekanntgabe mit zeitlicher Verögerung macht,ist verstänlich.Ich gehöre zu der sorte Sammler wo der Anteil der zugekauften Stücke größer ist als der der Eigenfunde,bin also auf diejenigen angewiesen die Minerale verkaufen.Auf grund meiner internationalen Ausrichtung meiner Sammlung ist es halt nicht möglich über all zu sein.Aber ich denke es betrifft wohl mehr Regionalsammler mit Regionalsammlungen die den Geheimnissport betreiben.Die sind halt wie die Pilzesammler,die veraten ja auch nicht die guten Stellen,schade und ich esse ja so gerne Pilze.Es liegt wohl in der Natur einiger Menschen sich permanent irgendwelche Vorteile verschaffen zu müssen,aufjedenfall ist dieses Verhalten nicht Nachhaltig und die jungen Sammler werden dadurch auch nicht gerade gefördert.
Und was das horten von Mineralien betrifft,naja es ist auch nicht unbedingt mein Ding,aber die Mussen mit ihren überquellenden Fundus machen es ja vor.Warum muß wohl Claustahl Zellerfeld unmengen von St.Andreasberger Calciten horten (der gleichen ausbildung) wenn es ein Representativer Anteil auch macht.Die Liste der Warums lässt sich sicherlich unentlich erweitern,aber so ist das nun mal in Deutschland.Und die Museen klagen immer das sie so wenig Mittel haben und mit dehnen in Paris ,London,und der USA nicht mithalten können.Nun was hier vieleicht wie Neid klinkt ist in wahrheit doch er unverständnis über diese Bäuerliche Denkweise.

So für heute reicht es erst einmal!

Gruß Die Pulle
 

Ingrid

  • Gast
Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #10 am: 29 Jul 05, 23:32 »
Hallo,

also ich muß Stefan voll Recht geben, wenn ich an die vielen, vielen Stunden denke, die wir auf den Autobahnbaustellen verbracht haben.
Das Problem ist, ein Außenstehender wird niemals die Zeit und die Mühe sehen, die man in seine Sammlung investiert hat.
Man begreift das erst, wenn man selber mal dabei war. Ich habe einen getroffen, der hatte an einem Tag Ceratiten Eimerweise abtransportiert. Am nächsten Tag kam er wieder, aber erfolglos. Danach habe ich diesen "Sammler" niemehr getroffen, der dachte wohl er könnte jeden Tag sowas wie Kartoffeln auflesen, leider ist das nicht so. :'(
Ich bin über jedes Fossil froh, das gefunden wurde, denn auf einer Halde oder Erddeponie bzw. unter der Fahrbahndecke hat auch keiner was davon. Es muß auch nicht in meiner Sammlung sein, denn wenn ich wieder mal mehr sehen möchte, gibt es ja noch die Sammlerfreunde.

Diese Fundstellen konnte man auch nicht publik machen, denn so schnell sie da waren, waren sie auch schon wieder komplett verschwunden.
Man mußte schnell alles nehmen, was man kriegen konnte. Von Ausbeute kann hier nicht die Rede sein.

Wer neidisch ist, ist selber schuld!!! ;D ;D ;D

Gruß
Ingrid

Offline Findus

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #11 am: 30 Jul 05, 00:15 »
Hallo zusammen,
egal, wie man es nimmt, es wird immer geteilte Meinungen über irgend eine Sache geben, dass dabei der nunmehr schon so viel besprochene Neid dabei nicht fehlen darf, liegt in der Natur der Dinge.
Was ich allerdings absolut nicht ab kann, und da steht bei mir der Neid an hinterster Stelle, ist, wenn sich "Sammler" - oder sollte man besser sagen: "Räubersammler" egal wo auch immer, über, - unter Tage mit schwerem Gerät ans Werk machen, um letztendlich ihre Sammelleidenschaft - oder besser: Gier, zu vergolden.
Ich sammle nunmehr schon seit fast  15 Jahren und habe bislang noch kein einziges Stück verkauft. - Selber Schuld, wird wohl der eine oder andere jetzt sagen, womit er natürlich nicht ganz unrecht hat. Ist mir letztendes auch piepegal, soll jeder machen, was er will..... so und jetzt kommen wir zu einem Punkt, an dem ich manchmal ausrasten könnte: Wenn Du Stefan meinst, dass es eben auch Leute gibt, die sich durch das Sammeln ihren Lebensunterhalt oder ihr Kilometergeld für die Exkursionen erarbeiten, dann kannn ich da gerade noch mithalten. - Wenn es aber dann "Sammler?" gibt, die wie bereits oben erwähnt, eine Fundstelle, koste es was es wolle, -nach mir die Sintflut, abbauen und dadurch das Sammeln verboten wird, weil z.B. geologische Bodendenkmäler maschinell zerstört werden, dann hört bei mir der Spass auf.
Ob man dann noch von Neid sprechen kann, wenn man auf Börsen diese Stufen sieht, und hinterher erfahren muss, dass an seit langen Jahren besuchten Fundstellen plötzlich Verbotsschilder angebracht werden, nur weil einige "Sammler" sich mit den derart gemachten Funden mal wieder eine Exkursion bezahlen lassen, möchte ich stark bezweifeln.
Ob man nun neidisch ist, oder nicht, ob man eine Fundstelle für sich behält oder nicht, sind Fragen von Selbstdisziplin bzw. Abwägen von verschiedenen Fakten. Was aber niemals aufkommen darf ist, dass wir in unseren Reihen gewissenlose "Sammler" als unsere Kollegen betrachten, und gleichzeitig wissen, dass es ihnen nur ums Geld geht.
Was nützt es mir, oder noch schlimmer was nützt es einem Anfänger unseres schönen Hobbies, der zwar weiss, dass es hier und dort diese und jene Mineralien gibt, man aber aufgrund der Tatsache, dass leider Verbote ausgesprochen werden mussten, weil sich einige wenige nicht an die Regeln hielten, und man für den Rest der Zeit dort nicht mehr sammeln darf oder aufgrund bestimmter Vorkommnisse die Behörden nicht mehr ein Auge zudrücken, sondern - verständlich - jeden, der erwischt wird, sofort mit einer Anzeige belegen?

Meiner Meinung nach darf jeder neidisch sein, wie er will, er selbst wird es wohl kaum als Neid empfinden, das wird eher von der Umgebung so aufgedichtet,  nach dem Motto: hättste wohl auch gerne! Ich selbst freue mich auch über jede schöne Stufe, die ich bei meinen Sammlerkollegen zu sehen bekomme, nur sind dies eben Kollegen, die Ihre Schätze nicht an die grosse Glocke hängen um hoffentlich jemanden zu finden, der das maximale dafür bezahlt, - und dann noch der bittere Nachgeschmack mit den Überbleibseln der "Sammelleidenschaft" dieser "Kollegen". Dann ist es mir lieber, ich weiss gar nicht, was es an manchen Fundstellen so alles gibt, kann dafür dort aber noch viele Jahre in Ruhe sammeln und auch mal mit dem Revierförster, wenn er gerade mal vorbei kommt, gemütlich plaudern und ihm meine Funde vom Tag zeigen, ohne Angst haben zu müssen, verjagt zu werden.

Grüsse,
Bernd ;)

   

Offline Stefan

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #12 am: 30 Jul 05, 07:11 »
Hallo,

ich denke es ist ein heißes Thema, was gut zu den sommerlichen Temperaturen passt :-) . Ich möchte mit euren Meinungen einen Überblich für unsere Kollegen schaffen, wie die "Gehimniskrämer", "alten Hasen" und "Newbies" darüber denken und welche Beweggründe evtl. dahinter stehen.

Vielen Dank für die sehr sachlichen Beiträge.

Gruß Stefan

 

Offline Ralf

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #13 am: 30 Jul 05, 12:44 »
Es ist erstaunlich, mit welcher Hartnäckigkeit sich das an den Haaren herbeigezogene Gerücht hält, man könne mit Eigenfunden Geld verdienen. Jeder der über halbwegs fundierte kaufmännische Grundkenntnisse verfügt, muß eigentlich den Kopf schütteln. Ich denke die so etwas behaupten, erklären auch voller Überzeugung man könne an Geldspielautomaten oder im Spielkasino Gewinne machen.
Ich werde jetzt auch nicht den Versuch machen, dies mathematisch zu belegen. Jeder soll sich doch mal ehrlich hinsetzen und seine Kosten und vor allem Zeitaufwände zusammentragen und dann ausrechnen, wieviel er finden und vor allem verkaufen muß um Geld zu verdienen. Im Ausland mag es anders sein, aber in unserem Land sind solch lukrativen Fundmöglichkeiten so dermaßen selten, daß man besser Lotto spielt.
Das gefährliche an solchen Gerüchten ist jedoch, daß manche Sammler das wirklich glauben, bzw. die Möglichkeit in Betracht ziehen. Das ist der Hauptgrund, warum in vielen Kellern und Garagen tonnenweise Material lagert in der Hoffnung, es irgendwann einmal gewinnbringend verkaufen zu können.
Beispiel gefällig:

In Mendig hat man früher dem Raupenfahrer unter der Woche 10 D-Mark zugesteckt. Dafür hat er einem dann eine Hauynträchtige Schicht abgedeckt oder das Siebgut mit den Auswürflingen an die Seite gefahren, damit man in aller Ruhe sammeln konnte. Nun ist´s ja so, daß die dem Fundort nahe wohnenden Sammler oft und gerne unter der Woche in die Grube gingen. Wurde die richtige Schicht gesiebt, konnte man an einem Tag mehrere Zentner Auswürflinge sammeln. Kein Witz !!
Aus Neid, Dummheit oder nur um sich interessant zu machen, begannen einige Idioten ( sorry) den Raupenfahrern von unheimlichen Geschäften zu erzählen, die diese Sammler mit den Auswürflingen oder den gefundenen Hauynen machten. Da wurden fast täglich Hauyne für mehrere tausend Mark gefunden. Auswürflinge wurden auf dem Sammlermarkt für 20 Mark das Kilo verkauft. Angeblich !!!
Völliger Blödsinn.
Die Raupenfahrer wurden aber dadurch so aufgebracht, daß sie anfingen das Siebgut selber zu durchsuchen und die Auswürflinge an Sammler zu verkaufen. Kostete ein Eimer voll zunächst einen zehner, kletterte der Preis schnell auf bis zu 50 DM. Zuletzt forderten die Fahrer 100 Mark wenn Sie das Siebgut über den Tag an die Seite fuhren, nicht ohne es zuerst selbst zu durchsuchen. 50 Mark für das freilegen von 5m Hauynschicht waren bald schon normal. Für 3 Minuten Arbeit wohlgemerkt. Das wiederum führte dann schnell dazu, das die Arbeiter durch die Nebentätigkeiten zu sehr von Ihrer Arbeit abgehalten wurden, was nun dem Besitzer der Grube gar nicht gefiel. Auch beschwerten sich Sammler beim Besitzer, daß Sie so hohe Summen für die Gefälligkeiten zahlen sollten. Bald darauf wurde den Arbeitern strikt verboten, mit den Sammlern Geschäfte zu machen und wir sind nur haarscharf an einem generellen Sammelverbot vorbeigeschrammt. Heute hat sich die Situation zum Glück wieder einigermaßen beruhigt, aber die goldenen Zeiten sind vorbei.

Das ist ein schönes Beispiel dafür, wie sich solch blödsinnigen Gerüchte negativ auf das Sammelgeschehen auswirken. Drum hört bitte endlich auf mit dem elendigen Thema Geld verdienen. Es funktioniert nicht.

Wo liegt denn nun wirklich der Hase begraben ?

Meiner Meinung nach in unserer Passion. Bei fast allen Sammlern ist das Finden doch wesentlich wichtiger als das besitzen. Schließlich ist es doch das Entdecken einer Kluft oder einer unberührten Halde, was uns am meisten fasziniert. Da ist es doch vollkommen selbstverständlich, daß man einen solchen Fund in Ruhe bergen möchte und vielleicht ein oder zwei gute Freunde daran teilhaben lässt. Schließlich bekommt man von denen auch die Rückmeldung bzw. kann deren Funde auch bewundern und sich mit ihnen freuen. Was " fremde " wegschleppen, bleibt doch meist verborgen. Weiter will man doch auch nicht riskieren, daß durch das Fehlverhalten anderer ein Sammleverbot verhängt wird. Und ganz selbstverständlich schleppt man dabei mehr Material mit, als man für die eigene Sammlung gebrauchen kann. Schließlich möchte man sich ja auch das Beste aussuchen. Und der Rest?? Nun, da wird sicher auch mal das eine oder andere besondere Stück verkauft, auch wenn es in aller Regel nicht die Kosten deckt. Der größte Teil wird jedoch später vertauscht  oder verschenkt.
Das ist doch völlig normal und in keinster Weise anrüchig.
Ebenso normal ist es doch auch, das jeder gerne Informationen über bisher unbekannte Fundstellen haben möchte. Die Krux liegt doch bei denjenigen, die sich einbilden einen Anspruch auf solche informationen zu haben. Die sich dann lauthals beschweren das sie keine Infos bekommen und die Entdecker einer Fundstelle als Ausbeuter und Geschäftemacher diskreditieren.
Diese Leute sind die eigentlichen Neidhammel und Gerüchtestreuer. Die sollten sich doch mal fragen, warum Ihnen keiner Fundstellentips gibt. Warum haben sie denn keinen Freundeskreis unter den Sammlern die gerne Ihre Funde mit ihnen teilen?

Ausdrücklich ausnehmen möchte ich die Sammler, die an einer Fundstelle nur wenige Stücke mitnehmen und diese dann sofort in der Öffentlichkeit preisgeben. Das sind fast schon Heilige vor denen ich meinen Hut ziehe. Ich gebe gerne und offen zu, daß ich diese Größe nicht besitze.

Ralf


Offline Godot

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #14 am: 30 Jul 05, 12:54 »
Hallo Stefan,

bei mir siehts etwas anders aus, als bei den meisten anderen Sammlern. Meine bevorzugten "Zielobjekte", nämlich eozäne Fische sind kaum privat zu erreichen, da die wichtigsten Fundstellen alle auch paläontologisch so bedeutend sind, daß man als Privatperson da nicht hinkommt. Messel und das Geiseltal sind zwar in erreichbarer Nähe, Monte Bolca oder gar Green River sind schon wieder nur als Urlaubsreise zu erreichen und die Janghiang-Fundstellen in China sind für Ausländer so gut wie gar nicht zugänglich.
Dieser Teil meiner Sammlung ist also eine reine Kaufsammlung, klar gibt es da Neid, wenn ich einen vollständigen, perfekt erhaltenen Riffbarsch aus Monte Bolca sehe oder einen 60 cm langen Schlammfisch aus Messel, aber auch Neid ist eine Form der Anerkennung und es ist ja nicht so, daß ich das dem Kollegen nicht gönnen würde.

Was eigene Sammlung im Gelände angeht, ist immer die Frage, was gesammelt wird und wo. Auf einer Halde nehme ich nur das mit, was ich brauche, insbesondere wenn kein neues Haldenmaterial aufgeschüttet wird. Das beläuft sich meist auf eine oder auch zwei nette Kleinstufen pro Mineral, das wars. In einem aktiven Steinbruch kann das anders aussehen, wenn fündige Schichten entweder von mir bearbeitet werden oder in der Steinmühle landen, dann kann auch durchaus etwas mehr dabei sein, ich schade ja keinem nachfolgenden Sammler, denn die Schicht ist nach dem Baggerbesuch eh nicht mehr da.
Das, was man da findet, kann man ruhig auch mal eintauschen, am liebsten... genau: für einen eozänen Fisch.

schöne Grüße

Tobias

 

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