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Autor Thema: Neid unter den Sammlern  (Gelesen 15222 mal)

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Offline uwe

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #15 am: 02 Aug 05, 09:18 »
Hallo,

als ältererer und langjähriger Sammler erlaube ich mir, meine Sichtweise der Angelegenheit zum besten zu geben.

Also Neid ist immer kontraproduktiv und (das  ist der einzige Punkt in dem ich den Beitrag von Ralf widerspreche) auch keine Form der Anerkennung. Sammler, die in der glückliche Lage sind, sich viele Stufen zu kaufen können kein Zielpunkt des Neides sein, denn da müßte ich täglich auf mindestens 100 Leute die reicher als ich bin, neidisch sein.

Wenn andere Sammler mehr und besser finden, dann liegt das sicher an ein Quentchen Glück, aber zum großen Teil an mehr Fleiß und Ausdauer. Wenn man sich selbst gegenüber ehrlich ist wird man das zugeben müssen. Außerdem gibt es in jedem Sammlerleben auch mal einen Tag, an dem man selbst zu den Erfolgreichen gehört. Das klappt aber nicht jedes mal.

Ich gehöre nicht zu den von Ralf erwähnten Heiligen, aber wenn ich eine Fundstelle besucht habe und die dort vorkommenden Minerale in der Sammlung habe, dann gebe ich diese schon gern preis. Schon aus Platzgründen kann ich nicht mehrere Stufen des gleichen Materials von einer Fundstelle aufbewahren. Sich einen Tag auf eine Börse zu stellen und zum Schluß gerade mal den Tischpreis zu erlösen ist nicht mein Ding. Also, warum soll ich dann mehr mitschleppen als unbedingt nötig ? Da bleibt eben mal was liegen, warum nicht ?

Die Preisgabe von Fundstellen an denen geschürft werden muß hat auch seine Vorteile. Ich bin kein Hobby-Tiefbauarbeiter. Ich habe  oift schon eine alte Halde im Herbst propagantiert und mich im Frühjahr  nach der Schneeschmelze hingehockt und hervorragende Kleinstufen gefunden, ganz ohne Mühe. Die emsigen Schürfer konnten diese beim besten Willen nicht entdecken.

Ich halte es wie z.B. Conny, Geomüller und Harjo und habe keine Probleme, Infos über Fundstellen preiszugeben, werde aber doch künftig  die genauen Fundortangaben entweder auf Anfrage per PM [...] veröffentlichen.

Glück Auf
Uwe

editiert von slugslayer

 
« Letzte Änderung: 02 Aug 05, 11:12 von slugslayer »

Offline KOstMineral

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #16 am: 02 Aug 05, 13:43 »
Hoi Uwe, Tobias, Ralf, Stefan, Bernd, Ingrid, Pulle, Jürgen, Michael, Oliver und Robin!

Ich denke Fundstellen verheimlichen oder nicht, das hängt immer vom Fall ab. So versuche ich auch manche Fundstellen, wie z.B. ein naturbelassenes Bachbett, nicht weiterzutragen. Anders aber die aktuelle Fundsituation in einem Steinbruch, ist es gerade notwendig die Stelle zu veröffentlichen. Denn an sonsten fallen die Sachen eben den Brechanlagen zum Opfer und keiner hat was davon.

Das Fundstellen preisgeben hat aber für mich manchmal einen faden Beigeschmack. Denke man nur and die "Völkerwanderungen" die es des öfteren schon gegeben hat. Ich weiß, dass das unfair ist und ich kann mich meist auch überwinden und die Stelle auch anderen zugänglich machen.

Ich nehme von manchen Fundstellen auch meist etwas mehr mit dann final in meine Sammlung wandert. Das tue ich zum einen, damit ich zu Hause in Ruhe die Stücke begutachten kann, auch unterm Mikroskop, und zum andern, damit ich auch meinem langjährigen Sammler-Freund etwas brauchbares zuschicken kann. Mineralien habe ich mit Ausnahme weniger Clara-UMOs (bei diesem Fundort verhält es sich auch etwas anders) noch nie etwas verkauft.

Aber ich denke, und da sind wir uns einig, dass eine umfassende Mineraliensammlung nicht durch das verheimlichen von Fundstellen aufgebaut werden kann, sondern z.B. durch fortlaufendes Begehen einer Stelle über Jahre bzw. Jahrzehnte hinweg.

Und zu guter Letzt: Neben der Erfahrung gehört auch immer ein bisschen Glück zum Auffinden von Mineralien dazu.

Gruss
Klaus


Offline proyect

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #17 am: 02 Aug 05, 17:32 »
Hallo,
das Teilen von Fundorten führte bei mir zu ner besch*** Erfahrung,... die 2 Personen, denen ich vor 5 Jahren die beste Schotterfundstelle weitergab verrieten sie gleich noch einigen weiteren "nichtsammlern" die dann ebenfalls losstürmten.... ok ,... nichts gegen.

Aber wies bei manchen Jugendlichen ist (Ignoranter eltern sei dank), haben die unter Gewaltandrohung versucht mich davon fernzuhalten. Als denn eine woche Später der Fundort (in deren Augen) leergeräumt war, hatte ich glücklicherweise wieder meine ruhe.

Darum gebe ich Fundorte nur dann noch weiter, wenn sie "ersetzlich" sind.
Gruß
proyect

Offline der Sauerländer

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #18 am: 02 Aug 05, 18:58 »
siehe auch hier
http://de.wikipedia.org/wiki/Neid

Hallo

Warum kommen hier immer wieder und immer häufiger diese Themen auf?
Sind Sammler wirklich so oder sehen wir andere Sammler nur so, weil wir selber so denken?

Eine schlüssige Antwort habe ich nicht! Zuerst muss ich mich ja selber hinterfragen.

Bin ich neidisch auf einen Sammler, der am Wochenende 150 km gefahren ist und 6 Stunden bei Regen, im Schlamm was tolles gefunden hat?
Bin ich neidisch auf eine tolle Sammlung, weil der Sammler 15 Jahre lang regelmässig im Steinbruch malocht hat?
Bin ich neidisch, weil andere die finanziellen Möglichkeiten haben, 4.500,-€ für eine Superstufe auszugeben?
usw...usw...

Warum bin ich am Wochenende faul liegengeblieben? Ich hätte doch auch fahren können.
Warum habe ich den Steinbruch in 15 Jahren nur 15 mal besucht? Ich hatte doch auch mehr Zeit.
Wer 4.500,-€ für einen Stein ausgeben kann, fährt evtl. auch Daimler. Bin ich neidisch auf das Auto meines Nachbarn?

Ich habe mich hinterfragt. Meine Antwort ist "Nein!".

Dafür habe ich eine ganz andere Frage: "Warum stellen wir durch diese anklagenden Themen unsere "Zunft" dauernd so negativ dar?"

Warum behaupten wir in diesen Themen, dass Andere neidisch sind, Fundstellen verwüsten, Bagger demolieren, einbrechen um Steine zu stehlen, Funde verleugnen, Naturschutz missachten, Löcher im Wald buddeln und Fallgruben schaffen, usw...usw...

Ich muss nur diese Seite hin und wieder lesen, dann weis ich Bescheid über die "Sammler". Ihr grabt euer eigenes Grab.

Tut mir einen Gefallen. Lasst mich damit in Ruhe.

Offline Zuercherella

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #19 am: 03 Aug 05, 12:05 »
Hallo Wilhelm (und alle),

Deinen Unmut über das Thema in allen Ehren. Ich glaube, dass hier keiner Lust auf die Gründe, warum diese Themen immer wieder besprochen werden hat.
Trotzdem finde ich einen Austausch der Erfahrungen, sowohl positiv als auch negativ, sehr wichtig, um entweder wieder frisch gelaunt ans schönste Hobby zu gehen, oder sich durch die Erfahrungen und Ratschläge auch mal die eine oder andere Enttäuschung und böse Erfahrung zu ersparen. Es gibt nun mal überall auch die "dunkle Seite".
Für mich stellt sich durch die wenigen negativen Begebenheiten, die ich mitbekommen habe, nicht das ganze Hobby oder gar die Kollegen negativ dar. Aber wenn man nicht in einem Forum wie diesem darüber diskutieren darf, wo dann?

Wie wäre es als nächstes mit einem Thread: "Freude unter Sammlern"? Ich bin sicher, dass dort extrem viele Beiträge kämen, die uns allen verdeutlichen, dass wir Mineralien-/Fossiliensammler zu 95% eine sehr glückliche und zufriedene Spezies darstellen.

Viele Grüße
Michael

Offline Joachim

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #20 am: 03 Aug 05, 12:44 »
Es wird immer jemanden geben der erfolgreicher ist als man selbst! Soll ich deswegen Neidisch sein?

Neid ist in meinen Augen immer ein Armutszeugnis!

Aber eines sei den Lesern des Atlas gesagt!

Ich werde in Zukunft keine Gelegenheit auslassen um die Neider noch Neidischer zu machen! ;D ;D ;D ;D

Es gibt noch soooo viele "Spitzenfossilien" die geradezu auf ihre Veröffentlichung warten! ;)

Gruss Joachim

Offline Kilo

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #21 am: 03 Aug 05, 14:51 »
Hallo zusammen,

ich glaub ich hab das schon mal irgendwann gepostet:

Für mich gibts keinen Neid. Nur den Ansporn, beim nächsten mal genauer nachzusehen und mehr Ausdauer zu haben. Ich freu mich für jeden Sammler, der mit großem Einsatz vorangeht und was Schönes findet. Wer oder was hindert uns daran, die gleiche Energie in unser Hobby zu investieren?

Gruß Kilo

Offline CARCHARIAS

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #22 am: 08 Aug 05, 13:00 »
Moin ;D
Ich schlies mich ma Kilo an.
Da ich aber auch ein Neidopfer bin geb ich auch ma n bissi Senf dazu.
Ich habe in den letzten 4 Jahren intensiv im Mainzer Becken gesucht und auch an einigen Fundstellen gegraben die als erloschen gelten. Ich habe die meisten Fundstellen in meinem Sammelerfreundeskreis auch weitergegeben und höhre dann n paar Monate später das einige sauer sind weil ich so viel gemacht habe ohne diese sammeler mitgenommen zu haben, obwohl jeder auch alleine hätte hinfahren,graben und Fossilien finden können. >:(
Das ist ma n Beichspiel für völlig unbegründeten Neid unter Sammelern.
Un wer nix macht is selbst dran Schuld wenn mer dann nix findet.
Gruß Carcharias :)

Offline loparit

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #23 am: 08 Aug 05, 14:12 »
Hallo,

ich habe mir die Mühe gemacht und alle Beiträge durchgelesen, doch es gibt nur einen dem ich 100 % zustimmen kann und das ist der von geomüller (hier ein kleiner Auszug)

Und genau diese Geheimniskrämerei ist ganau das was nich immer so ankot.... :-X Auch deshalb bin ich hier im Atlasaktiv, soweit es die Zeit erlaubt, gerade wenn es um Fundstelleninfos geht, weil man damit Schluß machen muß Fundstellen als sein Privateigentum zu betrachten und Geschäfte daraus zu schlagen. Ich weis natürlich das nur wenige so denken, aber steter Tropfen höhlt den Stein. ;)

Auch dem Beitrag von Ralf kann ich nur Beipflichten.

Ich selbst war über einen langen Zeitraum in Ramsbeck um dort Mineralien zu suchen. Dazu bin ich aus dem Saarland mal eben nach der Arbeit mit einem Kollegen nach Ramsbeck ca. 450 Km ein Weg gedüst. Dort waren wir dann mehr oder minder 10-12 Stunden unter Tage um Mineralien zu suchen. Mit einem Rucksack voll Stücken von denen nach dem sichten zu Hause vielleicht noch ein halber übrigblieb haben wir dann wenn wir Glück hatten 1 oder 2 Stücke in die Sammlung nehmen können. Wir waren über 3-4 Jahre manchmal zwei mal im Monat dort und haben uns mit viel Mühe und Schweiß eine Ramsbecksammlung aufgebaut. Viele Kollegen aus unserem Verein haben uns um die Stücke beneidet. Aber wenn wir gefragt haben, wer fährt mit, denn so hätte man z.B. das Benzingeld für jeden einzelnen gering halten können, dann war keiner mehr interessiert. Aber haben wollte jeder von den Stücken. Wenn wir dann verkauft haben hieß es die machen nur Geschäfte. Aber in Wirklichkeit haben die einnahmen vielleicht mal gerade die Kosten für Benzin und Ausrüstung gedeckt. Ganz zu schweigen von den vielen Exkursionen bei denen wir nur exploriert haben ohne dass ein Stück in den Rucksack wanderte. Oder die exkursionen über viele Wochenenden in Bad Ems oder Siegerland bei denen nichts herauskam. Und so könnte ich von vielen Exkursionen berichten, die nur Geld und Zeit und Aufwand gekostet haben und nicht ein Stück ist für die Sammlung herausgesprungen.
Doch nun kommt genau der Punkt, warum fährt man nach Ramsbeck wenn man schon schöne Teile von dort hat. Es geht ums finden und darum noch bessere Sammlungsstücke zu finden. Und dies auch unter dem Aspekt dass man 8 stunden arbeitet ohne was zu finden. Und wenn dann schöne Ulmannite gefunden werden sind andere direkt neidisch.

Ein Sammlerkollege, war über Jahre in Ramsbeck an einer Pyropmorphit-Fundstelle zugange. Ich war öfters mit Ihm und wir haben immer schöne Kleinstufen gefunden. Mit denen ich recht zufrieden war. Der Kollege sammelt aber keine Kleinstufen oder MM's und so sagte er immer wieder ich werde hier noch eine schöne Handstufe finden. Als er dann vor einigen Jahren die tolle Pyromorphite von Ramsbeck fand (der Beste zierte als Titelblatt einen Lapis glaube ich zumindest) waren alle neidisch. Dass er und seine Kollegen dort von Hand über Jahre eine Strecke von mehr als 10 m vortrieben und zu 90% meistens nichts mit nahmen das sieht keiner. Dass er dann für die gefunden Stücke gutes Geld bekam ist mehr als in Ordnung und hat nichts mit Geldverdienen zu tun.
Also wie schon mehrfach hier geschrieben, wer fleißig ist wird meistens auch belohnt, nur ob er die Ausdauer hat über einen längeren Zeitraum fleißig zu sein obwohl nichts gefunden wird liegt an jedem selbst.

Es gibt aber auch wirklich das andere Ende der Geschichte nämlich die Sammler-Verkäufer die eine Fundstelle ausbeuten und dann versuchen die Sachen an den Mann zu bringen. Nehmen wir mal die Fundstelle Teufelskanzel bei Oberthal wo in Nacht und Nebelaktionen Wanderwege aufgegraben, Bäume untergraben wurden und dazu führten dass es dort ein Sammelverbot gibt. Oder eine Achatfundstelle bei Lebach, wo Personen in einer Nachtaktion mit eine Bagger einem Bauern ein Feld verwüsteten um an rote Achate-Jaspise zu gelangen um dann für teures Geld zu verkaufen. Da kann ich nur sagen das sind keine Sammler und die haben auch nicht das Erlebnis das wir haben wenn wir ein Teil für unsere Sammlung finden. Vielleicht haben die das gleiche Gefühl wenn sie nicht ertappt werden wer weiß ?

Ich persönlich gebe Fundstellen gerne weiter, denn aus meiner Erfahrung sind die echten Sammler in der Überzahl und warum sollen die sich nicht über schöne Funde freuen, auch wenn durch etwas Glück der aufwand des Suchens gar nicht so groß war. Vielleicht habe ich dafür das nächste mal das Glück auf meiner Seite.

Gruß
loparit

Offline Stefan

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #24 am: 08 Aug 05, 23:30 »
Ich bin erfreut über die rege Beteiligung in diesem Thread.

Was ich nicht ganz glaube ist die uneingeschränkte Weitergabe von Fundstellen die ich bei einigen denke heraus zu lesen.

Auf Anfrage mag zwar der ein oder andere Tipp kommen oder auch alle notwendigen Informationen aber von sich aus gibt so wirklich kaum jemand seine Fundstellen preis, sonst müssten unsere Fundstellendiskussionen mit einer Fundstellenbeschreibung beginnnen und nicht mit einer Frage was es in der Gegend zu finden ist.

Generell ist für mich die Quintessenz aus der Diskussion dass fast alle an der Diskussion beteiligten bereit sind ihre Fundstellen zu teilen und sich nicht wirklich ein Neidgedanke breit macht. Das ist beruhigend und deckt sich mit meinen Erfahrungen.

Gruß Stefan

 

« Letzte Änderung: 09 Aug 05, 18:52 von Stefan »

Offline loparit

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #25 am: 09 Aug 05, 14:42 »
Hallo Stefan,

ich für meine Person habe noch nie eine Fundstelle geheim gehalten ! Ganz im Gegenteil, meistens habe ich andere Sammler gefragt ob sie mit gehen wollen. Doch oft sind denen die Strapazen zu hoch.

Ein anderes Mitglied aus diesem Forum hat vor einigen Wochen bei mir angefragt, ob ich ihm Kontakte in Rumänien nennen können, da er dort eine Exkursion hin machen will. Als ich dies nun letztes Wochenende mit einigen Kollegen auf der Börse in Wolfach besprochen habe, meinten die allesamt dass ich meine Quellen nicht weitergeben soll. Schließlich hätte ich doch mehrere Jahre gebraucht um dort die entsprechenden Kontakte zu knüpfen. Dazu käme auch noch, dass dieser Sammler auch handeln würde.  Ich habe bei meinem letzten Aufenthalt jetzt im Juli in Rumänien schon mit einigen Bergarbeitern gesprochen und darauf vorbereitet dass jemand vorbei kommt um eventuell Mineralien zu kaufen und die Gruben zu besuchen. Ich kann einfach nicht nachvollziehen warum ich diese Informationen für mich behalten soll. Hätte ich vor einigen Jahren jemanden gehabt der mir geholfen hätte wäre ich auch froh gewesen. Ich für meinen Teil, werde die Informationen weitergeben und wenn er dort schöne Stücke bekommt ist das doch gut.

Genauso hatte ich vor einigen Jahren eine Erfahrung mit einem Mitglied aus diesem Forum, der noch sehr Junge Sammler hatte Neufunde von einer Fundstelle die ich bereits kannte, was er allerdings nicht wußte. Und beim tauschen übergab er Stücke (an einen Sammlerkollegen) jedoch ohne Fundortangabe, weil er die Fundstelle nicht preisgeben wollte. Ich habe dann auf den Tausch verzichtet. Zwischenzeitlich hat sich dieser Sammler von dieser Einstellung her komplett gedreht und gibt Informationen gerne weiter -unter anderem auch in diesem Forum-.

Ich Denke wenn wir beginnen, wie bereits weiter unten beschrieben, die Fundstellen nicht als unser Eigentum anzusehen erst dann wird diese Denkensweise aufhören. Aber ich persönlich glaube nicht dass sich das durchsetzen wird, was aber nicht heißt, dass ich mich genauso verhalten muß.

Gruß loparit

 

Offline Stefan

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #26 am: 09 Aug 05, 18:56 »
@Loparit
Lobenswerte, vorbildliche Einstellung die hoffentlich viele Nachahmer findet.

Gruß Stefan :D

Offline smoeller

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #27 am: 28 Jul 06, 17:50 »
Hallo,

Auch wenn das Thema schon ein Jahr alt ist, will ich mich hier mal beteiligen.

Ich bin gerne bereit, anderen Sammlern Fundstellen zu zeigen bzw. Tipps dazu zu geben, nur mache ich dies am Liebsten per PN oder Mail. Auch bei persönlichem Kontakt, z.B. an der Grube Clara bin ich gern zu einem Austausch bereit.

Habe auch bereits einige Fundstellen hier im Lexikon veröffentlicht (Schapbach,Lahr,Silberbrünnle,Joldelund, Eckernförde usw.).

Werde aber einen Teil der FO, die ich sehr gut kenne, wohl nicht im Lexikon veröffentlichen. Dies hat weniger mit Geheimniskrämerei zu tun, als mit der berechtigten Sorge um die Fundstellen und der Sorge vor Raubgräbern. Jedem Mitglied des Mineralienatlas und jedem interessierten Sammler, der an mich herantritt, werde ich gern weiterhelfen.

Hier einmal einige Worte zu dem Aufwand eines erfahrenen Sammler:

1. Habe unter anderem mehrere tausend Seiten Veröffentlichungen zu den FO und Mineralien des Schwarzwaldes und Kaiserstuhls durchgearbeitet, neben meinem Studium.

2. Habe sämtliche gefundenen Koordinaten in den Standardwerken in mühevoller Arbeit in die TK 25 übertragen. Das Ergebnis füllt zwei Aktenordner nur für den Schwarzwald und ist noch nicht ganz vollständig.

3. Mehrere Tausend gefahrene Kilometer im Jahr.

4. Eintrittsgelder (Grube Clara), Unterkunftskosten (der Schwarzwald ist noch echt günstig), Verpflegung.

Dies soll keineswegs ein Wehklagen sein, denn man hat ja auch viel Spaß bei der Suche und meist auch recht gute Funde.
Wenn ich Mineralien verkaufe, so geschieht dies lediglich zur Reduktion überschüssiger Stücke.

Niemals wird ein Sammler mit seinen Eigenfunden auch nur annähernd die Kosten einer solchen Exkursion decken können. Selbst wenn ich alle gefundenen Stücke verkaufen würde (und könnte, wohl jeder weiß wie schwierig das ist), käme ich auf weniger als die Exkursionskosten. An der Clara müsste ich schon jeden Tag 3-4 Rankachite oder so etwas finden, um nur annähernd die Gesamtkosten wieder reinzuholen.

Manche Fundstellen erfordern stundenlange Recherche und womöglich noch die Suche in sämtlichen Bibliotheken und einen halben Tag im Netz. Bei anderen findet man nach einem halben Tag Suche im steilen Gelände drei kleine Stückchen von was seltenem. Wenn sich die Suche dann nach ein paar Jahren mal auszahlt, will man natürlich nicht, dass jeder kommt und die Halde oder der Felsen bald einem Bombentestgelände gleicht.

In dem Quarzgang beim Silberbrünnle fanden sich vor einigen Jahren noch gute Stüfchen mit sek. Bleierzen. Als sie dann (kubischen) Schapbachit dort entdeckten, haben sie dort mit Sprengkapseln gearbeitet. Jetzt ist dort ein kleiner Tagebau mit Wasserlache. ZU finden kaum noch was.

Da brauche ich mir nun wirklich nicht mehr zu überlegen, ob ich eine kaum erforschte Fundstelle veröffentliche.

Noch kann man im Schwarzwald nahezu überall (ausser in einigen Steinbrüchen) noch ungestört suchen. Die Förster sind manchmal am Anfang noch reserviert bis verärgert (wegen der Löcher im Wald), tauen dann auf und geben sogar noch Tipps. Nur sollte man ihre Freundlichkeit nicht auf die Probe stellen. Sonst enden bald alle Sammler auf dem Polizeirevier.

Wer Interesse an FO im Schwarzwald/Kaiserstuhl hat, kann diese jederzeit von mir bekommen.

Als Regionalsammler ist man auch auf Infos anderer Sammler angewiesen. Man bekommt diese meist auch problemlos. Allerdings muss man immer auch daran denken, dass die Informanten meist auch schon die Fundstelle abgesucht haben. Man wird nach dem erfolgten Besuch aber auch darauf achten erst einmal selber einen Querschnitt durch die Paragenese bekommen zu haben. Erst dann gibt man seinerseits den Fundort weiter.

Werde immer abwägen zwischen dem Risiko, die Fundstelle weiterzugeben und diese bald darauf in zerstörter Form wiederzusehen und dem berechtigten Interesse der Allgemeinheit. Grundsätzlich sage ich auch nicht, dass es "meine" (private) Fundstelle ist, wenn jemand Interesse daran hat, bin aber vorsichtig, solange noch nicht alle von dort bekannten Mineralarten in meiner Sammlung sind, an wen ich die Infos gebe.

Denke, dass jeder Sammler ein wenig egoistisch ist und gern einmal ein paar Infos für sich behält. Wen wunderts, wenn die FO hinterher total zerstört sind und man nur noch Coladosen in drei Metern Tiefe findet.

Glück Auf!
Smoeller   


Offline Karen_Kasumi

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Re: Neid unter den Sammlern
« Antwort #28 am: 29 Jul 06, 10:59 »
Huhu^^

Ich hab mir grad die Mühe gemacht und tatsächlich einmal alle eure (mit wahrscheinlich noch größerer Arbeit geschriebenen) Beitraäge durchgelesen und muss sagen: ich stimme euch zu :).

Ich persönlich denke, dass man dem Wert eines Minerals eigentlich gar nicht an dem messen kann, was man auf der Börse, etc. dafür bekommt. Viel größer und wichtiger sind doch die Erfajrungswerte und Erinnerungen, die man damit verbindet, also die individuelle Bedeutung für einen Sammler. Ich selbst sammle ja noch nicht sehr lange und habe deswegen nur weniges Gutes in meinem Schrank (also Selbstgefundenes, nicht Gekauftes!).
Einen kleinen Granat besipielsweise (nur 3mm Durchmesser) war der erste, den ich je in meinem Leben gefunden hatte.  IM Prinzip ist er wertlos, aber ich würde ihn für keine Summe der Welt hergeben wollen, weil er mir so viel bedeutet. Damals saß ich zwei geschlagene Stunden am Ufer der Binn und hab den Sand durchgewühlt und ein paar kleine Granate zu Tage gefördert. So was macht mich einfach nur glücklich  :D  Auch wenn die Differenz von Wert gegen Mühe sich stark vergrößert..... ;)

Ihr kennt das Gefühl doch bestimmt auch, diesen gewissen Stolz auf sich selbst, auch wenn es etwas völlig Unspektakuläres ist *freundlich lach*  .

Zum Preisgeben der Fundstellen: Leider kann ich da kaum mitreden, da ich selbst quasi (ich sage nur quasi, weil ich gleicg nachsehen werde, ob es eine, wo ich schon öfters war, hier im Forum gibt...wenn nicht, dann gibts sie gleich :D) kaum eigene Fundstellen entdeckt habe.  Aber ich persönlich schätze es sehr, wenn man hier im Forum (oder per PN) von Fundstellen erfährt.
Neuestes beispiel: Die völlig selbstlos gegebene genaue Beschreibung der Fundstelle beim Gibelsbach. ich weiß nicht, wie dankabr ich dafür sein soll! Ich werde diesen Sommer auch wohl dahin fahren.  An dieser Stelle noch mal ein großes Lob an denjenigen, der das reingestellt hat.  DANKE!
Auf so was bin zum Beispiel ich doch angewiesen, da sich meine Ahnung von Fundstellen bis jetzt auf einer Skala von hoch bis niedrig relativ weit unten bewegt *gg*   Allerdings hat mir diese Erfahrung und dieses Forum auch gezeigt, dass ich, sollte ich mal eine entdeckt haben, diese hier auch gerne preisgeben werde. Denn hier weiß ich, dass die Sammler die hier sammeln, auch Acht auf die Natur geben und vorsichtig sind, oder ? *smilü* In sofern ist der Mineralienatlas einfach genial. (ich hoffe, dass klang jetzt nicht allzu pathetisch  :-\ )

Na ja^^ Hoffentlich hab ich euch nicht verärgert oder so, bin ja doch noch relativ unerfahren *grins*  Aber ich fand dieses Thema doch einfach sehr wichtig.

mfg,
eure Karöööön :D

MM-Bär

  • Gast
Neid unter den Sammlern ?!
« Antwort #29 am: 29 Jul 06, 23:01 »
Werde aber einen Teil der FO, die ich sehr gut kenne, wohl nicht im Lexikon veröffentlichen. Dies hat weniger mit Geheimniskrämerei zu tun, als mit der berechtigten Sorge um die Fundstellen und der Sorge vor Raubgräbern. Jedem Mitglied des Mineralienatlas und jedem interessierten Sammler, der an mich herantritt, werde ich gern weiterhelfen.

Moin, Smoeller!
Ja, diese Denke ist absolut i.O. und findet (meine) volle Zustimmung. Hier steht kein Neidgedanke im Vordergrund, sondern nur der Schutz der eigenen Arbeit ( wie von Dir geschildert, habe ich für andere Regionen auch hinter mir) und die tiefe Mißachtung sog. "Mitnehmer", die allzu materiell eingestellt sind. Und - ganz wichtig: Der Schutz unseres Hobbies!

Chapeau, SMoeller!

 

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