Hallo Josef,
Danke für deine konstruktive Kritik.
Im Bezug auf Fadenquarze ist die derzeit favorisierte Theorie (Rykart, 1989, Ott Verlag Thun, "Quarzmonographie" Seite 224 ff.) die von mir kurz angedeutete. (Ein Kristallkorn zerreist, bei der Öffnung der Kluft bildet sich der Faden, dann wächst der Quarz gemäß der Orientierung des Fadens an dem Faden als Keim weiter). Anders lässt sich ein weißer (weil einschlußreicher), dezidierter Faden in einem ansonsten einschlussfreien Quarz nicht erklären. Auch hilft hier die Betrachtung von Stufen, die nicht einen, sondern eine Vielzahl von Fadenquarze zeigen, insbesondere, wenn diese von einer Kluftwand zur gegenüberliegenden Kluftwand konsequent die gleiche kristallographische Orientierung beibehalten.
Zur Bildung von Gwindln lässt sich folgendes sagen: Gwindl sind Einkristalle (keine Aggregate). Sie beginnen ihr Wachstum durch einen Fehler in der Nähe der makroskopisch zu beobachtenden Drehachse (die senkrecht auf die c-Achse steht) als winziger Kristall, der sich zu einem geschlossenen Gwindl weiterentwickelt, da dieser Baufehler mitgeschleppt wird. Solange die Anzahl zusätzlicher Baufehler beim weiteren Wachstum gering bleibt, bleibt die Formvariante "geschlossenes Gwindl" mehr oder weniger erhalten. Nehmen die Baufehler überhand (was allzu oft passiert), können sich an ihnen "Subindividuen" artikulieren, die makroskopisch dann zu offenen / halboffenen Gwindln führen. Geschlossene Gwindl, die über eine Größe von 20 mm hinausgehen, sind auch aus diesem Grund echte Raritäten.
Gruß von Klaus