Fossilien / Fossils / Fósiles > Sachsen
fossiles Holz aus der Leipziger Braunkohle
jlies:
Das Stück stammt von der Göhrener Insel im Störmthaler See.
Viele Grüße, Jörn.
oliverOliver:
hallo,
wir sollten hier ganz klar unterscheiden:
das Stück von Jörg ist ein miozänes Geschiebeholz - bei dem geschahen Transport und Abrollung lange nach der Fossilisation.
Bei dem von Jörn zur Diskussion gestellten Stück geschahen Transport und Abrollung - falls es sich denn um eine solche handelt - ganz offensichtlich vor der Permineralisation, es wäre also ein nachträglich silifiziertes Schwemmholz.
Nun stimme ich Jörg zu, dass die Hölzer aus der Braunkohle üblicherweise nicht "abgerollt" sind (für Schwemmholz ja ein nicht hundertprozentig zutreffender Begriff, daher unter Anführungszeichen - passender wäre vmtl. ganz allgemein "Abrieb durch Transport") - aber natürlich ist nicht auszuschließen, dass auch in Braunkohlesümpfen das eine oder andere Stück eingeschwemmt wurde, oder Hölzer bei Überschwemmungen verfrachtet und zusammengeschwemmt wurden, und beim Transport, also noch als Holz, erodierten.
Aber die Frage stellt sich: ist es denn wirklich "abgeriebenes" Treibholz? Ich bin mir da nicht ganz sicher, darum habe ich bisher auch nichts dazu geschrieben. Treibholz wäre eine Möglichkeit, es kann aber auch einfach an der Art der Mineralisation liegen. Ich kenne z.B. aus der (österreichischen) Braunkohle, dass Hölzer nur zu einem Teil silifiziert werden, während andere Teile des selben Stücks entweder inkohlen, oder "mumifiziert" werden, also mehr oder weniger noch als Holz erhalten sind. Und der überlieferungsfähige mineralisierte Teilbereich kann dann, wenn Kohle und/oder "mumifiziertes" Holz weggewittert sind, schon durchaus mal so wirken, als würde es sich um ein "abgerolltes" Schwemmholz handeln.
Dass bei dem fraglichen Stück anscheinend ehemalige Risse/Brüche im Holz bei der Mineralisation "ausgeheilt" wurden, und jetzt wenn das Foto nicht täuscht - als plastische "Leisten" etwas über die sonstige Oberfläche hervorstehen (Bild 1, 2 + 4), würde m.E. doch eher für die zweite Möglichkeit sprechen (falls nicht die "faserige" Schicht an der Außenseite einfach in schon fossilisiertem Zustand etwas abgewittert ist, und die widerstandsfähigen "Quarzleisten" erhaben erhalten blieben).
jlies:
hallo oliver,
schön, daß du dich trotzdem äußerst!
ich versuche nochmal, zusammenzufassen:
- von der qualität der mineralisation her ist das stück vollkommen typisch für den fundort.
- zum thema inkohlung, mumifizierung und mineralisation: ich kenne viele stücke von dort, bei denen an einem stück alle drei zustände vorhanden sind (von handstufe bis ganzer baumstamm. die, ich nenne es in ermangelung von passendem vokabular mal formensprache, ist eine vollkommen andere (scharfkantig, amorph, mit quarzkristallen, bröckelnd usw.) als bei diesem stück hier. selbst wenn die stücke lange liegen und verwittern, und dadurch auch weiche kanten bekommen, ist der charakter ein vollkommen anderer (siehe anhänge).
- das besondere an dem stück ist wirklich die äußere form, die völlig untypisch für dort ist. bei der these vom treibholz verunsichern mich die geheilten brüche allerdings auch.
vielleicht ist die äußere form auch einfach zufall, und das stück genauso nach der mineralisation verwittert/abgerollt, wie die anderen stücke?
danke für euer mitgrübeln!
jörn
jlies:
als ergänzung mal noch 3 detailaufnahmen vom betreffenden stück.
nwsachse:
Hallo,
ich habe nochmal recherchiert.
Es gibt tatsächlich in den über dem Böhlener Oberflöz liegenden mitteloligozänen Böhlener Schichten "Treibhölzer". Diese liegen zum Teil phosphoritisiert aber auch als Kieselhölzer vor.
Ein durch Transport gerundetes Holz könnte man daher mit Vornbehalt schon dort einordnen.
Ansonsten entstammen die verkieselten Hölzer eher dem Böhlener Oberflöz.
Jörg N.
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