Glück Auf! Rockhounder,
Danke für die schnelle Rückmeldung.
Turmalin und auch Schörl können sehr wohl grüne Farben zeigen. Insbesondere an dünnen Splittern oder stark rissigen Stücken oder bei sehr feinnadeliger Ausbildung sieht man oft Färbungen zu blau, grün oder braun. Bei Dickschliffen auf Glasträgern kann man die Farben und Zonierungen in äußerlich schwarz erscheinenden Schörlkristallen zum Teil gut sichtbar machen. In jedem Fall sieht man den starken Pleochroismus.
Der Habitus aus [110] und [100] Flächen (oft auch mit weiteren [xy0] Flächen) erzeugt im Schnitt quer zur c-Achse eine dem Wankeldreieck ähnelnde Form bei Turmalin. Die geschwungene, Dreieck-förmige Geometrie ist gerade bei dunklen Kristallen im Makrobereich fast einzigartig für Turmalin. Wenn dann noch die Paragenese für Turmalin spricht, braucht man schon kristallfeste Gegenargument, z.B. Analyse. Dominieren aber die [110]-Flächen (mit ihren jeweiligen gegenüberliegenden Pendants), oder dominieren die [100]-Flächen (mit ihrem jeweiligen gegenüberliegenden Pendant), dann ergibt sich ein regelmäßiges Sechseck im Querschnitt. Gerade wenn so ein Sechseck schief angeschnitten wird, gibt es in der Tat Überschneidungen mit den unregelmäßig sechseckigen Querschnittsformen von Epdiot.
Senkrecht zur c-Achse zeigt Epdiot üblicherweise deutlich Rechteck-förmige bis schwiefwinklige Parallelogramm- oder sogar Rautengestalt. Je nach Tracht und Habitus wird die monokline Gestalt in einem schiefen, unregelmäßigen Sechseck als Querschnittsfläche mehr oder weniger deutlich. Als visuell regelmäßige Sechsecke wahrgenommene Querschnittsflächen sind bei Epidot selten.
Ich hänge mal ein Bild an, auf dem einige Stellen markiert sind, die die Wankeldreieckform zeigen. Besonders Markierung 1 erscheint mir einen symmetrischen, dreiseitigen, vollständigen Wankeldreieckquerschnitt zu zeigen. Bei den anderen beiden Markierungen ist die Wankeldreieckform nicht vollständig und durch den vermutlich schiefen Anschnitt verzerrt. Besonders die Markierung 1 lässt mich hier Turmalin vermuten. Bei sonst nur schwarzen Kristallen, die ausschließlich mehr oder weniger sechseckige Schnittflächen zeigen, hätte ich auch noch Hornblende (oder andere schwarze Amphibole) in die Diskussion eingebracht. Dann müsste aber bei gründlicher Prüfung der Originalstufe eine Spaltbarkeit parallel zur c-Achse und Spaltwinkel um die 60° bzw. 120° feststellbar sein. Auf dem Bild wäre das nicht zu erkennen.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut