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Autor Thema: Niobit? aus der Steiermark  (Gelesen 1052 mal)

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Offline Maximus

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Niobit? aus der Steiermark
« am: 20 Mar 22, 20:55 »
Hallo zusammen,
Ich war heute auf einem kleinem Ausflug und habe einige neue Minerale gefunden.
Eines gibt mir jedoch Rätsel auf.
Erst vermutete ich einen kleinen schwarzen Turmalin, doch es stellte sich heraus, dass die Strichfarbe jedoch schwarz ist.
Hier erst einmal die Daten:

Strichfarbe: schwarz
Härte: 6-9 (es lässt sich mühelos glas damit ritzen)
Größe: 5,7 millimeter, das ist auf den großen Kristall bezogen
Form: Entweder Tafelig oder nur die obere Fläche  einer anderen Form liegt auf.
Gewachsen auf: Quarz
(Begleitmineralien: Quarz, Granat, Calcit u.a.)

Erst habe ich einen Niobit oder Tantalit vermutet,wäre das möglich? ???
Der Fundort ist bei Weiz in der Steiermark.
Welches Minerals ist es eurer Meinung nach?
(Falls die Bilder zu unscharf sind, einfach sagen, dann versuche ich schärfere zu kriegen)

lg
Maximilian N.

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Niobit? aus der Steiermark
« Antwort #1 am: 20 Mar 22, 21:18 »
Magnetisch?
Radioaktiv?
Fall nicht: evtl. Ilmenit?

Offline Maximus

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Re: Niobit? aus der Steiermark
« Antwort #2 am: 20 Mar 22, 22:14 »
Hallo Uwe,
Das Mineral ist nicht magnetisch, also ist Magnetit auszuschließen.
Die nötigen Geräte für eine Radioaktivitäts-messung habe ich nicht.
Gute Idee mit dem Illmenit, dass könnte einer ssein.
lg
Maximilian N.

Offline felsenmammut

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Re: Niobit? aus der Steiermark
« Antwort #3 am: 21 Mar 22, 05:48 »
Glück Auf!

vorweg ein Lob an die ausführliche Fundbeschreibung und die schon recht aussagekräftigen Bilder.

Wenn sich mit den fraglichen schwarzen Kristallen tatsächlich Glas mühelos ritzen lässt, schreiben wir über Härte ≥7. Ich möchte an der Stelle aber auch anmerken, dass bei Verwachsungen mit Quarz und Granat leicht eben diese beide Mineralien das Glas geritzt haben könnten und nicht das vermeintlich getestete schwarze Mineral.

Wenn wir über Härte ≥7 schreiben, habe ich jetzt irgendwo den Faden verloren, weshalb Turmalin anscheinend ausgeschlossen wurde. Auch schließen sich das Ergebnis der Härtebestimmung und die Zuordnung zu Ilmenit gegenseitig aus.
Bei Mineralien mit Härte  ≥7 ist es im Allgemeinen schon mühsam, aureichend Abrieb auf rauem Porzellan zu erzeugen für eine gute Einschätzung der Strichfarbe. Insofern macht mich die Aussage zur Strichfarbe in Kombination mit der Härte zumindest stutzig. Bei Härte  ≥7 und schwarzer Farbe sind Turmalin (Schörl), Granat (Schorlomit) und Staurolith drei Kandidaten, die man auf Grund ihrer Häufigkeit sicherlich in Erwägung ziehen könnte. Ob der geologische Rahmen das hergibt, überlasse ich erfahreneren Kennern der Fundregion. Etliche weitere Mineralien mit dieser Kombination an Eigenschaften werden sich per Feldmethoden und Ferndiagnose nicht eindeutig als diese bestimmen lassen, bzw. bräuchten zur Rechtfertigung bei der Mineralzuordnung eine belastbare Analyse.

Falls bei der Härtebestimmung unbemerkt oder unbeabsichtigt etwas Härteres zwischen die Fronten geriet und tatsächlich eine geringere Härte vorliegt, so wären mit scharzer Strichfarbe, nicht beobachtetem Magnetismus und dem Bild eine Einschätzung möglich. Ilmenit wäre dann schon im Bereich des Möglichen. Ilmenit zeigt oft, aber nicht immer, einen schwachen Magnetismus, den man mit einem starken, kleinen Magneten an einem Pedel beobachten kann. Rutil wäre eine Alternative, die man in Erwägung ziehen kann.

(Eine andere Anmerkung eher allgemeiner Natur, die mir hier nur eben gerade wieder auffällt: Mir begegenet in letzter Zeit häufiger ein nach meinem Wissenstand Missverständnis über den Begriff Glas, insbesondere in Bezug auf die Ritzhärtebestimmung. Da durchsichtig, farblose Trinkgefäße, eben auch Trinkglas genannt oder einfach nur Glas zunehmend nicht aus hauptsächlich amorphem SiO2 bestehen, sondern aus Kohlenstoff-basierten Verbindungen mit deutlich geringerer Härte, bekomme ich zunehmend Steine vorgelegt, die wahnsinnig hart sein müssen, da sie ja so mühelos das "Glas" ritzen. Die gleiche Argumentation lässt sich mit anderen klassischen Andwendungsfeldern für amorphes SiO2-Glas führen, in denen zunehmen Kohlenstoff-basierte Verbindungen Einzug erhalten, aber weiterhin mit dem Gegriff Glas assoziiert sind. Vielleicht hat jemand einen guten Vorschlag, wie jeder Laie amorphes SiO2 Glas von anderen als Glas bezeichneten Kunst- und Verbundstoffen unterscheiden kann. Das wäre dann als Ergänzung bei der Ritzhärtebestimmung hilfreich.)

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut
« Letzte Änderung: 21 Mar 22, 09:26 von felsenmammut »

Offline heli

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Re: Niobit? aus der Steiermark
« Antwort #4 am: 21 Mar 22, 09:05 »
Wie schon angeführt, widerspricht sich die Ritzhärte etwas mit dem schwarzen Abrieb. Bei so kleinen Sachen gibt es immer das Risiko, dass man auch etwas von der Matrix erwischt und daher die Ritzhärte falsch einschätzt.   

Wie schon Uwe angeführt hat, ist Ilmenit von der Beschreibung her der beste Kandidat. Ich würde aber auch Hämatit nicht ausschließen (hier kann die Ritzfarbe manchmal täuschen).

Grüße 

Offline Maximus

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Re: Niobit? aus der Steiermark
« Antwort #5 am: 21 Mar 22, 17:41 »
Hallo Felsenmammut,
Vielen Dank für deine ausführliche Antwort.
Es kann wirklich sein, dass ich versehntlich nur mit dem Qarz und nicht mt dem Illmenit geritzt habe. :)
Wegen dem Turmalin: So eit ich weis, besitzen alle Turmalinfarben die Strichfarbe weis, sodass man ihn klar ausschließen könnte..

Ich habe noch ein anderes, abgesprungenes Stück mitgenommen, bei dem man jetzt gut die Kristallform sehen kann.
(Ich bin mir jedenfalls stark sicher, dass es sich um das selbe Mnerals handelt)
Ich hänge mal ein Bild davon an, da, wie man sehen kann, die Konsistens twas körnig ist und die Form auch gut darauf anspricht bin ih mir jetztziemlich sicher, dass das ein Illmenit ist.
(Jedenfalls steht in meinem Bestimmungsbuch, dass die Konsistens des selben Minerals körnig ist )

Eine (vielleicht dumme) Frage zur Sicherheit der Bestimmung bliebe mir noch, nämlich, ob  Illmenit in Österreich selten ist, da er (An meinem Fundort) ziemlich häufig zu sehen war.
Nicht dass es sich um ein sehr seltenes Mineral handelt, weil dan könnte man es vielleicht eher ausschließen.

(Die Bilder sind leider in einer nicht sehr guten Qualität, die andere Kamera habe ich gerade nicht dabei)

Vielen Dank für die Beschreibung und Bestimmung!
Maximilian N.
« Letzte Änderung: 21 Mar 22, 17:55 von Maximus »

Offline Uwe Kolitsch

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Re: Niobit? aus der Steiermark
« Antwort #6 am: 21 Mar 22, 20:42 »
Hallo Maximilian,
wenn du eine sichere Bestimmung haben willst, dann können die Mineralogen am Joanneum dir sicher helfen.

 

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