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Autor Thema: Silber - St.Andreasberg  (Gelesen 1294 mal)

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Offline Lexikon

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Silber - St.Andreasberg
« am: 26 Mar 22, 17:16 »
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Deutschland/Niedersachsen/Goslar, Landkreis/Braunlage/St. Andreasberg, Revier/Beerberg/Grube Alter Theuerdank
Silber - St.Andreasberg
« Letzte Änderung: 17 Jun 24, 23:47 von oliverOliver »

Offline etalon

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Silber - St.Andreasberg
« Antwort #1 am: 26 Mar 22, 17:16 »
Hallo Manfred,

ich finde das interessant, da ich solch ein Zeug auch in Wittichen bei der Grube Sophia gefunden habe. Das ist auch so ein erdiges, mulmiges Zeug auf/mit Quarz, und Uraninit muss auch fein verteilt darin vorliegen, da es leicht radioaktiv ist. In dem Mulm haben sich Akanthitkristalle gebildet und überall hat es kleine Silberlocken.

Deutschland/Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Rottweil, Landkreis/Schenkenzell, Gemeinde/Kaltbrunn, Ortsteil/Wittichen/Grube Sophia
Silber - St.Andreasberg


Deutschland/Baden-Württemberg/Freiburg, Bezirk/Rottweil, Landkreis/Schenkenzell, Gemeinde/Kaltbrunn, Ortsteil/Wittichen/Grube Sophia
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Silber - St.Andreasberg


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Silber - St.Andreasberg


Leider konnte ich bislang keine Infos finden, was das genau ist, bzw. wie dieser Mulm entstanden ist und unter welchen Bildungsbedingungen. Möglicherweise ist das ja mit deinem Stück vergleichbar? Hast du dazu irgendwelche Literatur, die du zur Verfügung stellen könntest?

Oder vielleicht weiß auch noch jemand anderes etwas zu den Bildungsbedingungen und was das genau ist?

Würde mich über Infos freuen.

Danke und Gruß,
Markus

Edit: Bildeinbindung repariert
« Letzte Änderung: 26 Mar 22, 18:37 von guefz »

Offline argentopyrit

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Re: Silber - St.Andreasberg
« Antwort #2 am: 26 Mar 22, 19:15 »
Hallo Markus,

Es freut mich, das der Mulm Dein Interesse geweckt hat. Die Literatur, die mir zur Verfügung steht, stammt von dem Autor Conrad Blömeke aus dem Jahr 1885 und trägt den Titel "Über die Erzlagerstätten des Harzes" und die Geschichte des auf demselben geführten Bergbaues. Ein Nachdruck aus dem Bode-Verlag von 1986 mit einer Auflage von 500 Exemplaren. Blömeke beschreibt in dieser Arbeit einen Abbau-Bereich in St. Andresberg von der Grube Claus-Friedrich genannt Backofen, wo er selbst in uralten kaum noch zugänglichen Abbauen diesen Silberhaltigen Mulm gefunden und dann auf seinen Silbergehalt hin analysiert hat. Er beschreibt: schwarzen, grauen, gelben, braunen und oker-farbenen Mulm mit verschiedenen Silbergehalten, auf die ich jetzt aber nicht näher eingehen möchte. Den Mulm selbst mit seinen verschiedenen Farben hat er anscheinend nicht untersucht. Meiner Meinung nach könnte es sich um ein Zersetzungs bzw. Umwandlungsprodukt handeln. Radioaktive Inhalte halte ich für St. Andreasberg eher für unwahrscheinlich. Es wurden zwar Uranmineralien nachgewiesen, aber nur in sehr begrenzten Dimensionen und meines Wissens nur in einem kleinen Erzgang (Ernstgang Grube Roter Bär). Den Mulm von der Grube Theuerdank gibt es auch in verschiedenen Farben und Silbererzen, z.B. mit Chlorargyrit aber auch Akanthit welcher dann wahrscheinlich die Schwarzfärbung verursacht. Schon beim Einstellen des Fotos hatte ich den Gedanken das man den Mulm selbst, also die Grundsubstanz eigentlich mal untersuchen müsste. Es ist wahrscheinlich nicht spektakulär aber trägt sicher einiges zum Gesamtverständnis bei. Ich werde bei gelegenheit mal eine Probe untersuchen lassen, Ergebnisse gebe ich dann gerne weiter.

Gruß

Manfred

Offline etalon

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Re: Silber - St.Andreasberg
« Antwort #3 am: 27 Mar 22, 12:26 »
Hallo zusammen,

Manfred, besten Dank!

Schreibt Conrad Blömeke auch etwas von den Bildungsbedingungen? Das Stück, welches ich in Wittichen gefunden habe, ist irgend wie für mich nicht ganz nachvollziehbar. Gefunden habe ich es in dem Bereich auf der Sophiahalde, wo einstmals wohl die Erzlese stattgefunden hat. Jetzt habe ich aber nur ein einziges Bröckelchen von dem Mulmzeug gefunden. Interessant ist, dass es viele Quarzkristalle enthält, aber fast keine derben Quarzsplitter, wie man sie beim Zerschlagen von Gestein erwarten würde. Die Quarzkristalle scheinen mir keine Doppelender zu sein, haben sich also wohl nicht aus dem Mulm gebildet. Eine richtige Matrix konnte ich aber auch nicht ausmachen. Die Kristalle liegen alle wirr in dem Mulm eingebettet. Deutlich sieht man Schrumpfungsrisse. Da diese teilweise mit Silberlocken gefüllt sind, sind diese wohl schon älter. Die ganze Stufe ist besetzt/durchsetzt mit Akanthit und Silberlocken. Erst hatte ich vermutet, dass es sich dabei um Bearbeitungsrückstände der Erzlese/-aufbereitung gehandelt haben könnte. Aber warum findet sich dann nicht mehr davon? Warum hat es so viele Quarzkristalle und keine derben Quarzbrösel inkludiert? Woher kommt das reichliche Silber in dem Mulm, welche den Akanthit und das Silber ged. bilden lassen? Eine leicht erhöhte Radioaktivität lässt darüber hinaus auf fein verteilte Pechblende schließen, sicher für die Grube Sophia nicht ganz überraschend.
Was könnte das also sein? Hat jemand dazu eine Idee?

Ich hänge mal noch auf die Schnelle mit dem Handy durchs Mikroskop geknipste Bildchen an, um den Sachverhalt besser zu erkennen. Bitte entschuldigt die schlechte Qualität.

Die Stufe wurde direkt über dem Haldengrund ausgegraben und blieb für mich ein Einzelfund. Hat dort jemand schon ähnliches gefunden?

Würde mich freuen, wenn jemand weiterhelfen kann.

Danke und Gruß,
Markus
« Letzte Änderung: 27 Mar 22, 12:34 von etalon »

Offline etalon

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Re: Silber - St.Andreasberg
« Antwort #4 am: 27 Mar 22, 12:27 »
Eines habe ich noch…

 

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