Hallo nochmal,
Rezente Versteinerungen gibt es nicht. Rezent (lat. recens: jung) bedeutet, dass es sich um heute noch vorkommende, lebende Formen handelt. Also die Muschelschale im Watt oder das Schneckenhaus im Garten. Das Gegenteil wären ausgestorbene Arten und die sind meistens versteinert überliefert.
Schneckengehäuse können nun durch ein hornig ausgebildetes Operculum verschlossen werden. Das ist bei den meisten Land- und Süßwasserschnecken der Fall. Besonders die im Meer lebenden Kreiselschnecken (Trochidae), z. B. die Turbanschnecke (Trochus petholatus) und die Katzenaugenschnecke (Turbo radiatus), verschließen die Gehäuseöffnung mit einem kalkigen Deckel. Dieser besteht aus einer Form von Aragonit, einem Kalziumkarbonat (CaCO3) mit einem Härtegrad von 4 - 4,5 nach der Mohsschen Skala. Das erklärt die von dir erwähnte Härte deiner Funde. Aus dem gleichen Material bestehen z. B. auch die echten Perlen.
Die flache, weiße Seite der Opercula ist die nach Innen gewandte Seite und zeigt gattungsspezifisch bei den Kreiselschnecken den spiralförmigen Wachstumsverlauf auf. Die gewölbte Außenseite der Deckel ist durch bei der Nahrungsaufnahme eingelagerte Pigmente im eigentlich weißen Aragonit unterschiedlich gefärbt.
Nach dem Absterben löst sich der Deckel und kann dann am Strand gefunden werden.
Fossil finden sich Opercula natürlich auch. Häufiger in Tonsteinen des Miozäns (z. B. Twistringen). Da Aragonit sich im Verlauf der Diagenese komplett auflöst, sind solche Funde in kalkiger Fazies die absolute Ausnahme. Sie sind aber auch in den Oberkreidesedimenten Norddeutschlands als Raritäten bekannt.
Hoffe, ich konnte dir weiter helfen
Gruß Olli