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Aventurin-Quarz (Goldfluss)

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Klaus Schäfer:
Hallo Dieter, Goldfluss ist ein künstliches Produkt - ein Glas mit Kupferkriställchen - kein Quarz.

Doc Diether:
ok, dann machen wir den "Quarz" weg.
Gruß
Diether

loismin:
Hallo.

Das hat auch mit Aventurin nix zu tun und ist schlichtweg falsch !

Loismin

Klaus Schäfer:
Hallo Alois,

Das stimmt so nicht ganz. Im Folgenden zitiere ich mich mal selbst aus meinem Artikel über Sonnensteine:

Abenteuerliche Geschichten vom Aventurin

Hell glitzernde, bunt funkelnde Dinge gefallen nicht nur Elstern. Auch der Mensch wird von solch Ausserordentlichem angezogen. Ein Barockstein aus Goldfluss, ein Cabochon aus Aventurinquarz und ein Juwel aus Sonnenstein wird mit mehr als einem Blick gewürdigt. Man nimmt sie in die Hand und lässt das Licht auf ihnen spielen. Die Augen jagen jeden Funken und das Betrachten wirkt nicht nur oberflächlich.

Als Mineraliensammler erwartet man das Primat der Natur. Wo sie schon war, muss der Mensch erst hin. Überraschend ist daher die Geschichte des Aventurins – bei dem ein Artefakt das Eponym für Erscheinungen im Mineralreich ist. Der Name Aventurin taucht nämlich zum ersten Mal bei der Schöpfung eines besonderen Glases durch Menschenhand auf.

Das glitzernde Geheimnis

Die kupferhaltigen Gläser „Rubinglas“, „Goldstein“ und „Purpurin“ bilden ein strukturelles Kontinuum. Die Größe der im Glas enthaltenen Kupferkolloide erzeugt die unterschiedlichen Varietäten: im Rubinglas besteht das Kupfer aus transparenten Nanopartikeln, im Purpurin stellt das Kupfer opake mikroskopische Partikel dar und im „Goldstein“ bildet das Kupfer sichtbare Kristalle. Alle drei Varianten waren im Altertum bekannt: Frühe rote, kupferhaltige Gläser stammen aus dem Industal und besitzen ein Alter von viertausend Jahren und eine Vielzahl von Funden aus Pompeji  belegen die Erzeugung und Verwendung durch die Römer. Sogar Plinius der Ältere erwähnt diese Gläser in seiner Historia Naturalis als „Haematinum“.

Zusammen mit der antiken Welt versank aber auch das Wissen um die Herstellung dieser Gläser.  Gerüchte berichten in der beginnenden Neuzeit von Mönchen, die bei alchemistischen Versuchen durch Zufall auf ein Rezept zur Herstellung glitzernder, roter Gläser stiessen. So erklärt sich dann auch die Namensgebung „Aventurin“ - denn „durch Zufall“ heißt auf Italienisch „a ventura“. Erst im sechzehnten Jahrhundert gibt es allerdings nachprüfbare Beweise für eine erneute Fertigung dieser Gläser durch die Familie Miotti aus Venedig, die ein exklusives Produktionsrecht vom Dogen erhielten.

Der geheimgehaltene und aufwendige Produktionsprozess wurde im 19. Jahrhundert durch den bayerischen Chemiker Max von Pettenkofer nachvollzogen und öffentlich gemacht. Wesentlich ist hierbei die Zugabe von Kupfer- und Eisenoxiden in die Glasmasse und ein anschließendes, sehr langsames Abkühlen der Glassmasse unter dezidierten Bedingungen, damit Kupferkriställchen hinreichender Größe entstehen können. Die Kupferkristalle bilden unter geeigneten Bedingungen dann extrem dünne, taflige, pseudohexagonale Zwillingskristalle nach dem Spinellgesetz.

Der Name „Aventurin“ war nun geschaffen und galt eben für glitzernde Gläser. Die „Aventureszenz“ beschreibt den Lichteffekt der Reflexion des Lichtes an in einem Wirtsmineral eingewachsenen, spiegelnden  Kriställchen einer fremden Mineralart....

aus “Abenteuerliche Geschichten vom Aventurin - Sonnenstein aus Oregon" in Lapis 6 / 2018

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