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Enhydro-Wasser in Quarzen und Achaten
berthold:
Hallo,
--- Zitat ---Bei Druck und Temperatur, bei denen SiO2 aus der hydrothermalen Lösung auskristallisiert, ist Wasser noch gasförmig
--- Ende Zitat ---
falsch, hydrothermale Lösungen sind Flüssigkeiten, das alles geht auch bei viel geringeren Temperaturen und Drücken.
Gruß
Berthold
Krizu:
Hallo,
typische technische Hydrothermalsynthesen werden im Bereich bis ca 700°C und über 500MPa = 5E8 Pa = 5000bar durchgeführt. Versuchsdauern liegen da im Bereich etlicher Tage.
Technische Quarze lupenreiner Qualität werden unterhalb des Phasenübergangs bei ca 570°C gezüchtet. Da der Phasenübergang druckabhängig ist kann die Temperatur, je nach Füllung der "Bombe" erhöht, auch leicht erhöht werden. Der Unterschied liegt vermutlich in der Sättigung der Lösung. Ich kenne aber die Arbeit nciht, hast Du die gerade als PDF rumliegen ;D
Mit der Aggressivität des Mediums hast Du recht! Deshalb werden auch meistens Edelmetall-Einlagen in die "Bombe" eingepasst. Wenn Du einen geschlossenen Körper zu z.B. 80% mit Wasser füllst und erhitzt, kommst du sehr schnell über die kritischen Bedingungen. Wobei dir kritische Temperatur von Wasser bei knapp 650K ungefähr 380°C liegt.
Aber nehmen wir doch mal einen mit Wasser und einigen Alkalien gefüllten Hohlraum im Gestein. Es ist heiss (>400°C) und tief im Berg (>220bar). Das aggressive überkritische Wasser löst die SiO2-Umgebung auf. Kommt der Hohlraum in den Bereich der Normalbedingungen, kristallisiert erstmal jede Menge aus und das Wasser bleibt als Wasser über. Oder liege ich da falsch? Gefüllte Achatmandeln kann ich so nicht erklären, aber da wäre auch beim Übergang überkritisch zu "normal" der Umschlag von konzentrischer Struktur zu Streifen erklärbar.
MfG
Frank
Collector:
Hallo
bis hierher - recht interessant und wieder was Neues zu überkritischem Wasser und Hydrothermalsynthesen.
Aber - wie kommt denn nun wirklich das Wasser in den Quarz oder in den Achat ?
gruß und danke
collector
Krizu:
--- Zitat von: Collector am 09 Aug 05, 15:25 ---Aber - wie kommt denn nun wirklich das Wasser in den Quarz oder in den Achat ?
--- Ende Zitat ---
Einfach gesagt:
Meiner Meinung nach ist es immer da, bewirkt das Wachstum und in den meisten Fällen verschwindet es bevor wir das Stück finden.
Oder reden wir aneinander vorbei?
MfG
Frank
aca:
Hallo,
alle Enhydros trocknen auf Dauer langsam aus, denn Achat ist mehr oder weniger porös
(deshalb kann man ihn ja auch färben)
Wasser war in allen Achaten "drin".
Das Wasser haben die anderen Achate einfach schon "verloren", bevor man sie fand.
Enhydros sind vielleicht nur aus relativ dichtem Chalcedon aufgebaut.
...und natürlich noch was zu Überkritsch etc. weil's so interessant ist ;-)
380C als kritische Temperatur gilt für reines Wasser.
Meines Wissens liegt die Temperatur bei Salzen in der Lösung höher.
Sonst wären das doch pneumatolytische Bildungsbedingungen.
Denn bei überkritischen Bedingungen ist Wasser doch ein Gas.
Oder??
700C erscheinen mir ziemlich hoch - waren das vielleicht 700Kelvin?
Ich hatte Autoklaven-Temperaturen von 300-600C in Erinnerung.
Amir
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