Hallo,
o.k., das Thema ist eigentlich fast "Wasser in Quarzen und Achaten". Aber eben nicht ganz
und gilt grundsätzlich auch für andere Minerale.
Ich habe da 2 Amethyste aus Amatitlan, beide haben haufenweise Negativ-Kristalle
als Einschlüsse, ein paar sind mehrere mm gross, anscheinend 1-phasig,
also entweder (fast) nur Flüssigkeit oder (fast) nur Gas.
(Siehe Anhang-Bild - sorry, die Schlieren sind die Prismen-Steifen, Bildbreite ca. 6 mm)
Als ich die damals gekauft habe, dachte ich noch, "toll, was Besonderes".
dann habe ich mir überlegt, wie das kommt.
Und jetzt denke ich eher, ist ja logisch, geht gar nicht anders,
da müssen Negativ-Kristalle drin sein.
Und die Frage ist:
Wie kommen eigentlich runde Flüssigkeits-Einschlüsse (Blasen)
in Kristalle?
Gelegentlich sieht man ja Abbildungen von 3-phasigen Blasen (wenn auch nicht perfekt rund),
d.h. es ist eine Flüssigkeit mit Gasblase und noch ein kleiner Salzkristall drin.
Das entspricht zusammen natürlich in etwa dem, was in der Kluft-Lösung war, kurz bevor die Blase
abgeschnürt wurde.
Aber dann wurde es ja nicht plötzlich schlagartig kalt und das Kristallwachstum hörte abrupt auf,
sondern es ging noch eine Zeit lang weiter (Blasen sitzen ja z.T. ziemlich tief).
Das bedeutet, das auch Temperatur und Druck in der Blase sich nur unwesentlich ändern.
Eine runde Kristalloberfläche ist aber thermodynamisch "ungunstig"
(sonst wäre der Kristall eine Kugel). Eigentlich sollte in der Blase Material von den thermodynamisch
instabileren zu den stabileren Grenzflächen transportiert werden, bis man einen Negativkristall sieht.
Oder sind die meisten runden Bläschen Gasblasen?
Kristalle mit Libellen (beweglichen Gasblasen in Flüssigkeit) haben
anscheinend manchmal gerundete Blasen. Ich hab's gerade nochmal gecheckt,
bei meinem Goboboseb-Fensterquarz ist die Libelle aber z.B scharfkantig
eingeschlossen.
Wenn man in der Kluft natürlich noch Kohlenwasserstoffe hat
(ist gar nicht so selten), dann würden die sich eventuell auf
dem wachsenden Kristall niederschlagen und eingeschlossen.
In denen sind die meisten Minerale unlöslich und die runde
Form bliebe erhalten.
Gruß
Amir