Mineralien / Minerals / Minerales > Allg. Diskussionen Mineralien / General discussions minerals

Negativ-Kristalle und runde Blasen in Kristallen

(1/1)

aca:
Hallo,

o.k., das Thema ist eigentlich fast "Wasser in Quarzen und Achaten". Aber eben nicht ganz
und gilt grundsätzlich auch für andere Minerale.

Ich habe da 2 Amethyste aus Amatitlan, beide haben haufenweise Negativ-Kristalle
als Einschlüsse, ein paar sind mehrere mm gross, anscheinend 1-phasig,
also entweder (fast) nur Flüssigkeit oder (fast) nur Gas.
(Siehe Anhang-Bild - sorry, die Schlieren sind die Prismen-Steifen, Bildbreite ca. 6 mm)

Als ich die damals gekauft habe, dachte ich noch, "toll, was Besonderes".
dann habe ich mir überlegt, wie das kommt.
Und jetzt denke ich eher, ist ja logisch, geht gar nicht anders,
da müssen Negativ-Kristalle drin sein.

Und die Frage ist:
Wie kommen eigentlich runde Flüssigkeits-Einschlüsse (Blasen)
in Kristalle?

Gelegentlich sieht man ja Abbildungen von 3-phasigen Blasen (wenn auch nicht perfekt rund),
d.h. es ist eine Flüssigkeit mit Gasblase und noch ein kleiner Salzkristall drin.
Das entspricht zusammen natürlich in etwa dem, was in der Kluft-Lösung war, kurz bevor die Blase
abgeschnürt wurde.
Aber dann wurde es ja nicht plötzlich schlagartig kalt und das Kristallwachstum hörte abrupt auf,
sondern es ging noch eine Zeit lang weiter (Blasen sitzen ja z.T. ziemlich tief).
Das bedeutet, das auch Temperatur und Druck in der Blase sich nur unwesentlich ändern.
Eine runde Kristalloberfläche ist aber thermodynamisch "ungunstig"
(sonst wäre der Kristall eine Kugel). Eigentlich sollte in der Blase Material von den thermodynamisch
instabileren zu den stabileren Grenzflächen transportiert werden, bis man einen Negativkristall sieht.

Oder sind die meisten runden Bläschen Gasblasen?
Kristalle mit Libellen (beweglichen Gasblasen in Flüssigkeit) haben
anscheinend manchmal gerundete Blasen. Ich hab's gerade nochmal gecheckt,
bei meinem Goboboseb-Fensterquarz ist die Libelle aber z.B scharfkantig
eingeschlossen.

Wenn man in der Kluft natürlich noch Kohlenwasserstoffe hat
(ist gar nicht so selten), dann würden die sich eventuell auf
dem wachsenden Kristall niederschlagen und eingeschlossen.
In denen sind die meisten Minerale unlöslich und die runde
Form bliebe erhalten.

Gruß
Amir

uwe:
Zu den runden Gasblasen in Quarzen möchte ich folgenden Beitrag eintragen, wobei mich interessieren würden, ob jemand in diesem Forum näheres zu folgenden Thema kennt:

In chinesischen Tempeln. vor allem in Hongkong, findet man in Drachenfiguren orangengroße Glaskugeln an Stelle der Augen eingesetzt. In diesen Kugeln sind zahlreiche runde Gas(?)bläschen eingeschlossen. Diese Kugeln erinnerten mich an die bekannten Briefbeschwerer aus Glas und ich maß diesen Kugeln keine weitere Bedeutung bei. Bis ich dann eines Tages zufällig mal eine Messing-Tafel an einem der Statuen laß, auf der bemerkt war, das die Dragon-Eyes eine Spende von Mr. XYZ seien. Danach stellte ich fest, daß bei jedem Drachenauge, der Name des edlen Spenders festgehalten war.

Eine Rückfrage bei meinen Chinesischen Freunden ergab, daß diese Drachenaugen natürlichen Ursprungs wären und sündhaft teuer sind. Näheres konnte mir mein Gewährsmann leider auch nicht sagen. Chinesen aus dem mainland, die ich ebenfalls befragte kennen diese Drachenaugen nicht.

Weiß jemand etwas näheres, wo solche Steine, als sehr klare Quarze mit runden Bläschen, inder Natur vorkommen ?

Glück Auf
Uwe   

aca:
Die nächst gelegene Gegend, in der es sehr grosse klare Quarze gibt,
die schon länger zu Gebrauchsgegenständen geschnitten/verschliffen wurden,
wäre glaube ich Birma/Burma.

Wie gross sind diese Blasen denn?
Wird der "Augen-Eindruck" durch grosse Blasen hervorgerufen?
Gas-Bläschen klang eher nach vielen kleinen.

Gruß
Amir

Collector:
Hallo Uwe

nur eine gedankliche Anregung

könnte es ein, daß diese "Glaskugeln" in Wirklichkeit fast transparente Achate sind ?

Es gibt in China exzellente, zu Schmuckgegenständen, großen Kugeln und zu Tieren verschliffene monochrome Achate - von hellem gelb über zahlreiche orange-gelblich bis wunderschön orangerote, ja sogar fast transparente rubinrote Achate.
Die Betonung liegt auf Semi-Transparenz, sodaß der Eindruck von farbigem Quarz entstehen könnte. Kleinere Stücke können sogar komplett transparent sein und erwecken den Eindruck von Glas.

Diese Achate haben manchmal schlierige bis blasige Einschlüsse ; was unter Umständen für Achat spricht. Doch,  je reiner sie sind, umso wertvoller  sind sie.

Soweit nachvollziehbar, werden diese Achate im Gebiet des Chinawin-Flusses in Süd-Yünnan, an der Grenze zu Myanmar (Burma) und an der Grenze zu Tibet gefunden.
Ich habe vor ca. 20 Jahren in Nordindien einmal solche Achatfiguren ( hell- bis rotorangerot) erstanden, diese kamen allesamt aus Tibet. Und ich habe auch Kugeln in diesen und anderen orngeroten bis gelblichroten Tönen auch in Hongkong in Antiquariaten gesehen, allerdings unerschwinglich teuer.

gruß
collector

uwe:
Danke Kollektor,

ich denke Du hast den Finger drauf. Dein Bericht deckt sich mit meinen Beobachtungen. @Amir: Die Bläschen sind eher klein - eben wie bei einem Glasbriefbeschwerer.

Glück Auf
Uwe

Navigation

[0] Themen-Index

Zur normalen Ansicht wechseln