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Autor Thema: Silber aus Chrysokoll ätzen  (Gelesen 3630 mal)

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Offline TKMineral

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Silber aus Chrysokoll ätzen
« am: 27 Aug 05, 09:04 »
Hallo!

Ich habe nun schön öfters gehört , das aus dem sog. Chrysokollsilber der Grube Clara , das Silber aus dem Chrysokoll ausgeätzt wird. Meine Frage ist nun , mit welcher Säure??? Event. Flußsäure??

Danke

Gruß

TK

Offline wolfilain

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Re: Silber aus Chrysokoll ätzen
« Antwort #1 am: 27 Aug 05, 09:45 »
Hallo

So wie es aussieht kannst du auch essig nehmen =)
Spass beiseite .

Mit Flusssäure löst du das Silber mit auf =)
Nimm am besten Salzsäure.

grüße
wolfilainl

Offline TKMineral

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Re: Silber aus Chrysokoll ätzen
« Antwort #2 am: 27 Aug 05, 11:51 »
Bist du dir sicher , das Chrysokoll in Salzsäure löslich ist, da es ja ein Silikat ist??

Gruß

TK

Offline wolfilain

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Re: Silber aus Chrysokoll ätzen
« Antwort #3 am: 27 Aug 05, 12:12 »
Hallo

Ich muss zugeben es gibt widersprüchliche aussagen in der Literatur.
In Natronlauge, Flusssäure, Salpetersäure, Salzsäure, Schwefelsäure und Phosphorsäure dürfte Chrysokoll lösbar sein.

Warscheinlich wird auch nur der nicht Silikatanteil gelöst.

grüße
wolfilain
« Letzte Änderung: 27 Aug 05, 13:07 von wolfilain »

Offline aca

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Re: Silber aus Chrysokoll ätzen
« Antwort #4 am: 27 Aug 05, 14:11 »
Hallo,

Chrysokoll lässt sich sowohl in Säuren als auch in Laugen/Ammoniak lösen/zersetzen.
Lit: Duthaler & Weiss, "Mineralien reinigen und aufbewahren", Christian Weise Verlag

Es sind ja nicht alle Silikate gleich stabil. Wenn "stabile" Metallkomplexe gebildet werden,
welche die Metalle dem Gleichgewicht entziehen, können manche Silikate aufgeschlossen werden
(so machen es die Pflanzen ja an den Wurzeln auch - hier sind es natürlich
organische Säure-Komplexe).
Mit Salzsäure kann man sich also eine Menge Stufen ruinieren.

Was man jetzt am besten nimmt, ist schwer zu sagen, weil z.B. mit Laugen oder Ammoniak
eventuell Komplexe gebildet werden und was dann in so einer Schwermetall-Soße
mit dem gediegenen Silber passiert, weiss ich nicht. Zum Bleistift:
AgCl + 2 NH3 -> [Ag (NH3)2 ]+ + Cl-
Ob es ein dem Tetrahydroxo-Cuprat analoges Hydroxo-Argat (oder wie das heisst) gibt,
keine Ahnung (den ganzen Holleman-Wiberg will ich jetzt auch nicht lesen).

Ich würde eher eine nicht oxidierend Säure nehmen, also nicht Schwefelsäre, Salpetersäure
und wahrscheinlich besser kein Essig oder Oxalsäure, von wegen Komplexe.

Also doch Salzsäure. Ist ja auch am ungefährlichsten.

Apropos gefährlich -> Flusssäure  :o

Gar nicht gut!
Erstmal ist AgF sehr leicht wasserlöslich, da reicht eventuell schon ein bisschen
Luftsauerstoff zum "anoxidieren" und schon löst sich die ganze Pracht
in Wohlgefallen auf.

Ausserdem:
Ich pantsche ja auch gerne rum, aber Flusssäure würde ich mich
nicht mal mit einer langen Stange nähern.
Ein Blick in ein besseres Toxikologie-Buch genügt - Fazit:
Als Gurgelwasser vollkommen ungeeignet.  ;)

Gruss,
Amir

Offline Kay

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Re: Silber aus Chrysokoll ätzen
« Antwort #5 am: 28 Aug 05, 22:40 »
Hallo,
Hollemann- Wieberg..die " Bibel der Anorganiker"...... umfangreich, gut und gefürchtet (zumindest vor Klausuren und  anderen Prüfungen.
ja...lang ist es her.
Flußsäure ist nicht zu empfehlen. Salzsäure bildet weiße AgCl- Niederschläge, alle oxidierenden Mineralsäuren lösen den Ag an bzw. bilden schwarze Nds.z
Chrysokoll ist halt in einigen verdünnten Mineralsäuren ( dauert etwas...)und in verd. Laugen löslich. Aber die Löslichkeit / Komplexierung
des Silbers nicht vergessen.
Ich würde Vorversuche durchführen ( kleine Reststücke verwenden).
Ich habe selbst schon über das Anätzen der Chrysokoll- Silber-Stüfchen nachgedacht.
Wenn ich meine Vorversuche beendet habe, werde ich berichten.

Bis denne.
Gruß

Kay
« Letzte Änderung: 04 Sep 05, 22:13 von Kay Rechow »