Mineralien / Minerals / Minerales > Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals

Nähere Bestimmung Vulkanit und eine Tonne Fragen

(1/2) > >>

LaliaLalochezia:
Yo!
Habe im Urlaub einige Vulkanite mitgenommen und versuche seither mich in die Gesteinsbestimmung einzulesen (Sheldon Cooper hat definitiv unrecht mit seiner These zur Geologie ;))

Der Stein stammt aus Alicudi / Äolische Inseln / Italien, wiegt 1003 gr. und hat 10x8x8cm Abmessungen. Gesammelt am Strand, wo Tonnen dieser Steine waren, jedoch mehr dunkle / schwarze. Härte über 5 vermutlich (mit Stanleymesser weisser Strich, ob der jetzt vom Messer war oder nicht, kann ich nicht sagen)

Folgende Fragen / Unsicherheiten ergeben sich für mich:

1 - Vulkanit aufgrund der Blasen und der Homogenität?
2 - kein Tuff aufgrund des Gewichts? oder vielleicht auch der 'schön' regelmässigen Blasen?
3 - entweder Andesit oder Basalt? Ist die Farbe aussagekräftig? Habe gelesen, dass auch ältere Basalte rötlich sein können. Ansonsten unterscheidet man nach dem Anteil der hellen / dunklen Anteile - ist das richtig? Hat das makroskopisch für mich überhaupt Relevanz?
4 - kann man dann also mit ziemlicher Sicherheit sagen, dass ein schwarzer Stein dieses Habitus Basalt wäre?
5 - was mich irritiert hat, ist, dass auf allen Abbildungen Basalt immer recht feinkörnig war und nicht solche Blasen hatte
6 - die Einsprengung, die man (hoffentlich) sieht - kann das Olivin sein?
7 - wie kommen die Verfärbungen im inneren der Blasen zustande? Ich habe mehrere Steine, die zB schwarz sind die  Blasen aber weinrot verfärbt, einmal hellorange und grau etc.
8 - lt. macrostrat Karte wäre das Gebiet Andesit - das bedeutet aber nur, dass dort hauptsächlich dieses Gestein vorkommt, oder? Gibt keinen Hinweis zur Bestimmung, wenn es um den Feinunterschied Basalt / Andesit geht?

Jetzt schon vielen Dank für die Mühe,
herzliche Grüsse!

heli:
Schaut nach abgerollter vulkanischer Schlacke aus. Wenn am Strand gefunden, muss es ursprünglich nicht unbedingt von der Insel stammen.
Die rötliche Färbung stammt aus der Fe-Verwitterung.
Der grüne Einschluss sieht nicht nach Olivin aus, sondern eher als irgendwas aus der Amphibol-Gruppe.

Da in der touristischen Literatur zu den Äolischen Inseln oft ziemlicher Unsinn verbreitet wird zwei Links:

https://volcano.si.edu/volcano.cfm?vn=211818

https://www.zobodat.at/pdf/Berichte-naturf-Ges-Freiburg-Br_57_0033-0067.pdf

Grüße

   

guefz:
Das grüne Material kann sowohl Olivin als auch Pyroxen oder Amphibol sein. Klarheit bringt letztlich nur eine Analyse.

LaliaLalochezia:
Danke für die Antworten.
Also war alles, was ich mir zusammengelegt habe, verkehrt - das ist ja herrlich ;)
Was spricht für Schlacke bzw. macht es für euch erkennbar? Ist das üblich, dass der Grossteil einer Vulkanlandschaft aus Schlacke besteht? (diese Steine haben den Grossteil ausgemacht, viele davon um einiges grösser).
Sämtliche Bilder, die ich gefunden habe, zeigen Schlacke als sehr unregelmässiges Gebilde, das recht zerbrechlich wirkt - ist die so stabil, dass sie in grosse Teile gerundet wird mit der Zeit?

Wäre das dann auch Schlacke?:

Und hier noch ein Strandbild, wo man sieht, dass es quasi nur aus diesen Steinen besteht.

Danke!
LG
Cyn



guefz:
Wenn ein Vulkan mit Lavafontänen ausbricht, entsteht viel vulkanische Schlacke, teilweise auch als Schweißschlacke bezeichnet wenn die Lavafetzen noch flüssig/halbflüssig abgelagert werden und quasi miteinander verschweißen. Alles, was bei explosiven Eruptionen als Festkörper abgelagert wird, sind Aschen, Lapilli oder Bomben, je nach Größe. Wenn Magma ruhig ausfließt, entstehen Lavaströme, die dann bei Erkaltung die typischen Säulenformen bilden. Für deine Insel müsstest du mal nach den letzten Ausbrüchen und deren Eigenschaften/Ablauf recherchieren.

Günter

Navigation

[0] Themen-Index

[#] Nächste Seite

Zur normalen Ansicht wechseln