Glück Auf!
Ob geschlossene oder offene Sägeblätter ist auch eine Sicherheitsfrage. Insbesondere wenn man die Steine freihand sägt, aber auch wenn man zwar mit Führung sägt, die Hände oder Finger aber dem Sägeblatt nahe kommen können, ist das Verletzungsrisiko bei geschlossenen Blättern deutlich geringer. Offene Sägeblätter sind da deutlich rigoroser und sägen sowohl harten Stein als auch weichen Handschuh und das, was drinne steckt, oder auch die Finger ohne Handschuh. Manche als geschlossen bezeichnete Sägeblätter haben eine derart starke Profilierung, dass die Wirkungsweise gegenüber Fingern denen von offenen Blättern nahekommt.
Offene Sägeblätter können deutlich mehr Schmier- und Kühlmittel durch den Schnitteingriff führen und gleichzeitig deutlich mehr Steinmehl abführen. Bei größeren Blättern wird man um offene Geometrien kaum noch herumkommen. Geschlossene Sägeblätter sind bei besonders spröden und brüchigen Materialien vorteilhaft. Offene Sägeblätter verursachen tendenziell mehr Riefen, aber das ist nur ein schwaches Argument und auch eine Sägeblattqualität, -pflege und -benutzungsfrage. Bei kleinen Steinen sind Riefen nicht wirklich ein Problem beim Schleifen. Bei großen Steinen ist die Planarität des Schnitts viel wichtiger als ein paar tiefere Riefen. Geschlossene Blätter können in der Schnittbreite schmaler sein. Offene Blätter sind meist breiter im Schnitt. Wenn man es ernst nimmt, spielen auch Menge und Größe der verwendeten Diamanten eine Rolle. Man kann auch für die verschiedenen zu schneidenden Materialien verschiedene Sägeblätter verwenden, um Erfolg und Ergebnis zu verbessern. Die Vielfalt an Meinungen rührt zum Teil von der Vielfalt an unterschiedlichem Material her, dass der/der Eine oder Andere hauptsächlich sägt.
Ansonsten gilt, was Mineralroli schon schrieb: Vor der Politur kommen mehrere Schleifgänge und da werden alle Sägespuren beseitigt - wenn man es richtig macht.
Mit freundlichen Grüßen
Das Felsenmammut