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Autor Thema: Bestimmungseinschätzung / Fayalit-Schlacke  (Gelesen 2665 mal)

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Offline Jörg MM

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Bestimmungseinschätzung / Fayalit-Schlacke
« am: 04 May 23, 22:55 »
Moin an alle Leser. :)

Bin der Jörg, 44 Jahre und würde mein Wissen als mittelprächtig einstufen.

Bei folgendem Stein bin jedoch ich überfragt.

Vorgestern im Waldgebiet bei Hamburg, bei einer kurzen Pause  >:D, gefunden bzw. eher darüber gestolpert.

Fast genau 10 kg ist er schwer.
Ca. 21 cm lang, 16 cm breit und ca. 14 hoch.
Magnetisch ist er auch.

Vermutungen habe ich natürlich, aber ich denke, die hat fast jeder Laie bei dem Anblick.

MfG Jörg
« Letzte Änderung: 19 Aug 23, 16:32 von oliverOliver »

Offline Klaus Schäfer

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Re: Bestimmungseinschätzung
« Antwort #1 am: 05 May 23, 09:51 »
Hallo Jörn,
Es ist nur natürlich, dass Laien fremdartig wirkende Materialien als interessant und besonders einstufen. Oft vermutet der Laie (weil er ja nichts weiß ) das Seltenste und Besondere. Und ich vermute jetzt mal selbst, daß du gerne einen Meteoriten entdeckt haben würdest. Deine Untersuchung des Magnetismus weist darauf hin. Allerdings muss diese mit einem althergebrachten Ferrit-Magneten (wie sie zum Beispiel in Lautsprechern zu finden sind) durchgeführt werden. Moderne Neodym-Dysprosium Magnete sind zu stark. Sie reagieren schon bei oxidischen Verbindungen (Limonit vulgo Rost) und sogar bei silikatischen Verbindungen (Fayalit z.B. In Schlacke).

Zudem zeigt deine erste Abbildung im oberen, linken Bereich runde Gasblasen.

Daher folgende Aussagen: - Meteorite haben nie Hohlräume (auch keine ganz kleinen).  -Kugelrunde Hohlräume kommen nur in Gläsern vor (z.B. Obsidian oder Schlacke) - Schlacken haben oft ein steinartiges Erscheinungsbild. - Eisenreiche Schlacken (Fayalit oder Eisenrelikte) sind stark magnetisch.
« Letzte Änderung: 05 May 23, 15:07 von Klaus Schäfer »

Offline aca

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Re: Bestimmungseinschätzung
« Antwort #2 am: 05 May 23, 13:00 »
Denke ich auch.
Wahrscheinlich eisenreiche Schlacke aus der Kupferverhüttung, wie sie auch im Hafen von Hamburg megatonnenweise rumliegt.

Offline ruebezahl

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Re: Bestimmungseinschätzung
« Antwort #3 am: 05 May 23, 18:50 »
Glück auf,

Da kann ich keine Schlacke erkennen. Ich tippe anhand des Seidenglanz und der typischen Foliatonen hier auf Phyllit/Serizitschiefer.

Wie der nach Hamburg gekommen ist, bleibt Spekulation, immerhin ist der Brocken deutlich gerundet, hat also schon einen Transportweg hinter sich.

MfG ruebezahl

Offline aca

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Re: Bestimmungseinschätzung
« Antwort #4 am: 05 May 23, 20:43 »
> Phyllit/Serizitschiefer
Dann wäre er relativ leicht, weich, und müsste sich gut spalten lassen.

Offline oliverOliver

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Re: Bestimmungseinschätzung
« Antwort #5 am: 05 May 23, 20:52 »
Zitat
Dann wäre er relativ leicht, weich, und müsste sich gut spalten lassen.

eben - und dagegen spricht der am 1. Bild (klein, aber doch) erkennbare Blasenhohlraum, die (ebenfalls Bild 1) undeutliche Fließstruktur (keine Foliation!) und (wiederum Bild 1, rechter Rand) der beinahe "muschelige" Bruch, der kompaktes, dichtes, feinkörniges (und keinesfalls geschiefertes) Material zeigt -
ich bin in diesem Fall bei Klaus und aca, mir sieht das auch sehr nach "metallischer" Schlacke aus.

Offline ruebezahl

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Re: Bestimmungseinschätzung
« Antwort #6 am: 05 May 23, 21:05 »
Glück auf,

> Phyllit/Serizitschiefer
Dann wäre er relativ leicht, weich, und müsste sich gut spalten lassen.

Das stimmt natürlich und sollte geprüft werden. Ich habe aus den Angaben mal die Dichte berechnet und komme auf 2,13 g/cm3, leider nicht wirklich spezifisch.

Das reale Volumen des Brocken ist allerdings sicher kleiner, es ist ja kein Quader.

MfG ruebezahl
« Letzte Änderung: 05 May 23, 21:14 von ruebezahl »

Offline vandendrieschen

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Re: Bestimmungseinschätzung
« Antwort #7 am: 06 May 23, 08:26 »
Also ich sehe keine Blasenhohlräume. Für mich ist das auch was glimmeriges schieferartiges.

Offline uwe

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Re: Bestimmungseinschätzung
« Antwort #8 am: 06 May 23, 08:41 »
Ein visuell wirklich schwer zu bestimmendes Stück. Auf dem einen Bild sieht es eindeutig wie ein Schiefer aus, auf einem anderen wie ein Verhüttungeabfall. War vielleicht ein Zuschlagsstoff, welcher beim Verladen heruntergefallen ist ???

Gruß
Uwe

Offline Klaus Schäfer

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Re: Bestimmungseinschätzung
« Antwort #9 am: 06 May 23, 13:30 »
Hallo Kollegen,

Ich habe den Ausschnitt mit den kugelrunden Blasen mal markiert, vergrößert und hochgeladen.

Offline endeavour-minerals

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Re: Bestimmungseinschätzung
« Antwort #10 am: 06 May 23, 15:19 »
Glück auf,

das ist Schlacke von der Fa. Aurubis. Habe das Material auch schon recht frisch gesehen und in der Hand gehabt, sieht interessant aus. Wie auch immer die dahinkommt ???

Es können auch auf Grund von längerer Liegezeit durchaus "Hohlräume" in Steinmeteoriten bilden, es ist also nicht gleich ein k.o. Kriterium. Diese "Hohlräume" entstehen wenn weichere Bestandteile und oder Chondrien  durch div. Witterungseinflüsse sich aus der Gesamtmasse herauslösen. Zu beobachten ist das öfters mal bei den Sahara Meteoriten die da mit unter schon eine Weile liegen und durch den Sand fast gesandstrahlt werden.

Gruß Ingo

Offline Kupperdroll

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Re: Bestimmungseinschätzung
« Antwort #11 am: 07 May 23, 17:35 »
Hallo,

Zitat
Schlacke von der Fa. Aurubis
: Das bringt uns der Sache doch schon einwenig näher. Fa. Aurubis ist der Kupferproduzent in Europa.Auch ihre Schlacken,aus der Schrottverhüttung,werden,wegen Witterungsbeständigkeit,als Baumaterial für Wege und Buhnen verwendet.Dieses ist eine Fayalit-Schlacke.Wegen des sehr hohen Eisenanteils durchaus auch magnetisch.Die Grössenangaben(Grösse und Gewicht) scheinen das auch zu bestätigen.Schliesst aber eine Herkunft aus der Fe-Metallurgie nicht aus.

Soetwas liegt hier im Mansfeldischen noch rum.

« Letzte Änderung: 08 May 23, 00:12 von Kupperdroll »

 

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