Von einem ehemaligen MA-Mitglied und professionellem Geowissenschafter erhielt ich dazu folgende Nachricht:
„Plattenkalke sind Kalksteine oder Mergelkalke, die im Millimeter- oder Zentimeterbereich geschichtet sind und eine rhythmische Abfolge etwa gleicher Schichtdicke bilden. "Zentimeterbereich" bedeutet nicht Schichtdicken um den Dezimeterbereich herum - das sind dann "Bänke". In technischer Hinsicht müssen Plattenkalke entlang ihrer Schichtung mechanisch aufspaltbar sein (in der Praxis kann dazu fallweise längere Verwitterung nötig sein).
Es zählt nicht, wenn man im Querbruch einer Bank millimeterdünne Schichtung (Lamination) erkennen kann - das ist häufig, wittert aber auch in 1000 Jahren nicht schichtparallel auf (z. B. Muschelkalk). Und nur weil etwas als dicke Gehwegplatte taugt, ist es noch lange kein Plattenkalk. Was da in eurem Thread dargestellt ist, sind Bankkalke oder schlicht geschichtete Kalke, keine Plattenkalke.
Häufig sind in Plattenkalken auch Bankkalke zwischengeschaltet, das rechtfertigt aber selbstverständlich nicht, die Bänke auch als Plattenkalke zu bezeichnen. Solnhofen und Nusplingen sind bekannte Fundorte echter Plattenkalke. Dass man bei den unregelmäßig gebankten und geschichteten mergeligen Kalken von Öhningen von "Plattenkalken" spricht, ist mir neu - Google findet dazu als Nachweis gerade mal den Mineralienatlas und ein einziges wissenschaftliches Paper von 1955 (!), damals war man mit den Begrifflichkeiten nicht immer so streng und hat sie auch gerne mal aus noch älterer Literatur übernommen.
Wenn jemand meint, in Öhringen würde das mit den Plattenkalken "so gesagt", dann kann ich nur sagen, dass mir regelmäßig bei Infotafeln zu Geotopen die Haare zu Berge stehen ob der inhaltlichen Fehler. Kommt immer drauf an, wen die Gemeinde beim Erarbeiten der Tafel um fachlichen Rat gebeten hat.“
Ich werde also die Bildbeschreibungen und -zuordnungen entsprechend anpassen ....