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Angewitterter Plattenkalk im alten Steinbruch

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oliverOliver:
Und auch bei diesen Öhninger Kalken habe ich mit der Bezeichnung als "Plattenkalk" ein Problem - das sieht doch sehr nach massivem, gebankten Kalkstein aus ....
Lasse mich aber gerne eines Besseren belehren!

Doc Diether:
ob und wo da eine Grenze ist zwischen dem schichtig aussehenden und dem direkt benachbarten nicht schichtig aussehenden Kalk, weiß ich auch nicht zu beantworten. Ich weiß nur, daß in allen Fällen generell vom "Plattenkalk" gesprochen wird. Erinnere mich noch an eine Führung von Dr. Dietl, NK-Museum Stuttgart in Nusplingen diesbezüglich. Der und der Dr. Schweigert vom NK-Museum sind die Plattenkalk-Spezialisten, weill sie schon lange dort graben. Die könntest Du ja mal kontaktieren.
Gestern war ich in den alten Öhninger Brüchen und auch dort spricht man nur vom Plattenkalk.
Gruß
Diether

oliverOliver:
hallo Diether,
Nusplingen ja - das würde ich jetzt aber nicht mit den Gegebenheiten in Öhningen gleichsetzen.
Bin neugierig, ob sich noch jemand von unseren Geologen dazu meldet ...
lg
oliver

oliverOliver:
Von einem ehemaligen MA-Mitglied und professionellem Geowissenschafter erhielt ich dazu folgende Nachricht:

„Plattenkalke sind Kalksteine oder Mergelkalke, die im Millimeter- oder Zentimeterbereich geschichtet sind und eine rhythmische Abfolge etwa gleicher Schichtdicke bilden. "Zentimeterbereich" bedeutet nicht Schichtdicken um den Dezimeterbereich herum - das sind dann "Bänke". In technischer Hinsicht müssen Plattenkalke entlang ihrer Schichtung mechanisch aufspaltbar sein (in der Praxis kann dazu fallweise längere Verwitterung nötig sein).

Es zählt nicht, wenn man im Querbruch einer Bank millimeterdünne Schichtung (Lamination) erkennen kann - das ist häufig, wittert aber auch in 1000 Jahren nicht schichtparallel auf (z. B. Muschelkalk). Und nur weil etwas als dicke Gehwegplatte taugt, ist es noch lange kein Plattenkalk. Was da in eurem Thread dargestellt ist, sind Bankkalke oder schlicht geschichtete Kalke, keine Plattenkalke.

Häufig sind in Plattenkalken auch Bankkalke zwischengeschaltet, das rechtfertigt aber selbstverständlich nicht, die Bänke auch als Plattenkalke zu bezeichnen. Solnhofen und Nusplingen sind bekannte Fundorte echter Plattenkalke. Dass man bei den unregelmäßig gebankten und geschichteten mergeligen Kalken von Öhningen von "Plattenkalken" spricht, ist mir neu - Google findet dazu als Nachweis gerade mal den Mineralienatlas und ein einziges wissenschaftliches Paper von 1955 (!), damals war man mit den Begrifflichkeiten nicht immer so streng und hat sie auch gerne mal aus noch älterer Literatur übernommen.

Wenn jemand meint, in Öhringen würde das mit den Plattenkalken "so gesagt", dann kann ich nur sagen, dass mir regelmäßig bei Infotafeln zu Geotopen die Haare zu Berge stehen ob der inhaltlichen Fehler. Kommt immer drauf an, wen die Gemeinde beim Erarbeiten der Tafel um fachlichen Rat gebeten hat.“

Ich werde also die Bildbeschreibungen und -zuordnungen entsprechend anpassen ....

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