Hallo Iridium
ein paar Antworten, die vielleicht weiterhelfen:
1. Manche Amphibole können bis über 10 cm groß sein, besonders Ferro-Hornblende und der von Dir vemutete Kaersutit.
2. Kaersutit: Kommt u.a. gewöhnlich in Phenokristallen in alkalischen vulkanischen Gesteinen und in Alkalibasalten vor . (auch in carbonatitischen Tuffen und in Alkali Gabbros). Die Farbe ist braun bis schwarz; starker Pleochroismus. (X = gelb, Y= rot); Dichte 3,2 -3,28
3. Pargasit : Bildet auch Kristalle bis 3 cm; kommt in andesitischen vulkanischen Gesteinen, aber eher als Bestandteil gewöhnlicher "Hornblenden" in metamorphisierten Skarnen in silikatischen Kalksteinen vor. Die Farbe ist bläulichgrün, grau, sehr hellgrün ( wenn Cr vorhanden), aber auch braun. Pleochroismus : X= farblos, Y=hellbraun bis bläulichgrün); Dichte 3,04 bis 3,17.
4. Ja, es gibt noch andere monokline Ti-haltige Amphibole:
4.1 Mit Ti+4: Kalium-Fluorrichterit und Obertiit
4.2 Mit Ti+3: Sadanagait, Mg-Sadanagait und Ferri-Sadanagait.
5. Den höchsten TiO2-Gehalt (den ich im Augenblick anhand des Vergleiches der Amphibol-Formeln entdecken kann), hat Kaersutit; (von ca. 10,3 bis 13,05 %; der letztere von einem Vorkommen bei Vlci Hora in der Tschechichen Republik).
6. Die von Dir gemessenen Zelldaten entsprechen am meisten dem Amphibol Kaersutit ( a=9.8903, b= 18.0596, c= 5.3152; beta = 105.4 ).
7. selbstverständlich kann man Amphibol-Kristalle auch dicht unter der Erdoberfläche im Erdaushub finden - das ist nicht unbedingt ein Kriterium für ein Vorkommen. Im Gegenteil - ich weiß z.Bsp., wo man in einem auch vulkanisch aktiven Gebiet sehr gute Ferro-Hornblendekristalle jedes Jahr nach dem Pflügen finden kann.
Zur besseren Einschätzung wäre der Fundort und ggf. Begleitmineralien sinnvoll.
gruß
collector