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Steinhardt: die linke und die rechte Herzkammer, Paläobotanikexperten gesucht!

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Anrheiner:
Gestern in Steinhardt gefunden:
die linke und die rechte Herzkammer  ;D

So einen Zapfen habe ich noch nie gesehen.
Die äußere Struktur erinnert auch ein wenig an Birkenrinde.
Was könnte das sein?

VG Klaus

Anrheiner:
Könnte das in Richtung Weißtanne gehen?

Vg Klaus

Sargentodoxa:
Hallo Klaus
Ganz klar: Nein! Die Zapfen der Gattung Abies zerfallen noch am Zweig. Sprich, die Zapfenschuppen fallen von der Zapfenspintel ab und diese verbleibt noch mitunter Jahre am Zweig. Wird fossil auch nicht anders gewesen sein. Man findet im Tertiär wenig Schuppen dieser Gattung, Samen hab ich auch schon mal gefunden. Ich halte es für ein Holzrest. Es ist auch noch etwas von dieser netzartigen Struktur zu sehen, wenn Holz reist und trocknet, die hier dann mit Barytadern ausgefüllt wurden. Gute Zapfen kannst du bei STEINKERN auf der Galerie betrachten. Dort zwar hervorragend herauspräpariert, aber meine teils mittig aufgeschlagen, sehen auch anders aus. Werner aus der Lausitz

Anrheiner:

--- Zitat von: Sargentodoxa am 28 Aug 23, 17:39 ---Hallo Klaus
Ganz klar: Nein! Die Zapfen der Gattung Abies zerfallen noch am Zweig. Sprich, die Zapfenschuppen fallen von der Zapfenspintel ab und diese verbleibt noch mitunter Jahre am Zweig. Wird fossil auch nicht anders gewesen sein. Man findet im Tertiär wenig Schuppen dieser Gattung, Samen hab ich auch schon mal gefunden. Ich halte es für ein Holzrest. Es ist auch noch etwas von dieser netzartigen Struktur zu sehen, wenn Holz reist und trocknet, die hier dann mit Barytadern ausgefüllt wurden. Gute Zapfen kannst du bei STEINKERN auf der Galerie betrachten. Dort zwar hervorragend herauspräpariert, aber meine teils mittig aufgeschlagen, sehen auch anders aus. Werner aus der Lausitz

--- Ende Zitat ---
Hallo Werner,
Holz ist es nicht, ich hab wirklich schon viele Erbsen gesammelt und auch schöne Stücke beim Aufschlagen unbeschädigt herausbekommen.
Holz mit dieser Netzstruktur war noch nie dabei. Es scheint mir ein geschlossener Zapfen zu sein, der im noch unreifen Zustand vom Zweig abgerissen wurde.
Ich habe auch einige Zapfen der Art, wie sie hier im Mineralienatlas zu sehen sind., sogar einen, der nicht mittig aufgeschlagen ist.
Bei dem hier ist die Zapfenform eindeutig, es geht nur um die Frage, zu welchem Baum er gehört. Und da kommt er der Tanne am nächsten durch die form der Zapfenschuppen.
VG Klaus

Sargentodoxa:
Hallo
Es liegt mir fern jemand unbedingt überzeugen zu wollen. Aber wenn man sich ernsthaft mit der Bestimmung von Fossilien befasst, wird man schnell merken, das man mit nur einem vermeintlichen Bestimmungsmerkmal oft falsch liegt. Die Form erinnert zwar an einem Zapfen, aber das ist schon alles! Es sind keine Zapfenschuppen zu sehen. Diese müssten halbrund sich dachziegelartig deckend zu erkennen sein. Du führst nun einen unreifen Tannenzapfen ins Feld, da es ein ausgereifter schon wegen seiner botanischen Eigenart des Zerfalls nicht sein kann, aber an einem jungen Exemplar müssten sie erst recht deutlich in Erscheinung treten. Anbei mal ein Foto eines Picea-(Fichte)-Zapfen aus dem Pliozän. Hier kann man das gesagte deutlich nachvollziehen. Das zweite Bild zeigt einen rezenten Holz/Rinden-Ast, der eben diesen Trocknungsprozess und Zerfall in Riss-Block-Struktur zeigt.  Fossil sind dann diese Risse ausmineralisiert und zeigen dann dein Bild. Auch wenn man sich mit guter wissenschaftlicher Literatur von Steinhardt / Neubamberg beschäftigt, wird man in der Fossilliste keinen Hinweis auf die Gattung Abies finden. Picea nur in Anführungszeichen und somit auch nicht eindeutig nachgewiesen. Somit bleiben für längliche Zapfen nur Pinus (Kiefer) der Sektion Strobus, welcher hier aber nicht vorliegt. Entweder ist das Stück so abgeplatzt, das es eben diese Form vorkaugelt und der Rest ist noch im Gestein, oder ein Stück Holz ist im Rupel-Meer so spintelförmig abgerollt worden. Solche Spinteln findet man in Braunkohletagebaue oft. Werner aus der Lausitz

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