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Autor Thema: Mud Crack stone  (Gelesen 16678 mal)

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Offline Doc Diether

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Mud Crack stone
« am: 03 Nov 09, 09:10 »
unter diesem Begriff fand ich in einem Geo-Park in Dalian, Liaoning (Mandschurei), China ein seltenes Sediment-Gestein. Um das ins Lexikon zu stellen, würde mich der deutsche Name interessieren.
Wer könnte weiterhelfen?
Gruß
Doc Diether

Offline triassammler

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Antw:Mud Crack stone
« Antwort #1 am: 03 Nov 09, 11:21 »
Hallo Doc Diether,

"mud cracks" sind Trockenrisse. Der Stein auf dem Bild sieht auch ganz danach aus - durch Austrocknung des frischen Sediments haben sich scherbige Polygone ergeben. Das muss nicht zwangsläufig mit der Bildung breiter, deutlich sichtbarer Risse, wie man sie von Lehrbuchbeispielen kennt, einhergehen.

Eine freie, aber korrekte, wenn auch hochgestochene, Übersetzung wäre: "Schichtfläche/Stein mit Austrockungspolygonen"

Gruß,
Rainer


Offline Doc Diether

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Antw:Mud Crack stone
« Antwort #2 am: 05 Nov 09, 21:25 »
ich denke, der Begriff "Trockenrisse" genügt.
Danke
Doc Diether

Offline Stefan

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Re: Mud Crack stone
« Antwort #3 am: 07 Aug 10, 15:28 »
Ich würde es eher Schlammfugengestein nenen, da die Ursache auch auf ein Erdbeben zurück zu führen sein könnte.

http://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/RockData?rock=mud%20crack%20stone

Zudem wird es auch "turtle cracking Rock" genannt.

Du kannst Dein Bild nun gerne zuordnen.

Besten Gruß
Stefan
« Letzte Änderung: 07 Aug 10, 15:47 von Stefan »

Offline triassammler

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Re: Mud Crack stone
« Antwort #4 am: 08 Aug 10, 20:44 »
Hallo,

ich möchte ungern in Doc Diethers Arbeit herumeditieren, jedoch etwas hinterfragen:
Wenn ich das richtig sehe, thematisiert der Artikel konkret diesen einen Stein, wie er im Geopark in Dalian steht? "Mud crack stone" ist da nur deskriptiv, aber keine Gesteinsbezeichnung an sich. Das zeigt auch der Text zur Entstehung im Artikel, der mit Zeitangabe nur auf die Entstehung dieses einen Steins eingeht. Seismite (so die offizielle Bezeichnung für durch Erdbeben entstandene Sedimentstrukturen) sind nicht nur vor 540 Millionen Jahren entstanden und können auch noch ganz andere Ausbildungsformen (z. B. Schlammvulkan durch thixotrope Verflüssigung des Sediments, oder Gleitfaltung von Sedimentlagen) beinhalten. Die gleiche Überlegung gilt, falls es sich um Trockenrisse handeln sollte.

Macht es Sinn, für diesen Stein einen eigenen Artikel zu haben, oder wäre er in einem Artikel zur Gesamtkategorie (Sedimentstrukturen oder Seismite oder Trockenrisse) nicht besser aufgehoben?

Gruß,
Rainer

Offline stoanklopfer

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Re: Mud Crack stone
« Antwort #5 am: 09 Aug 10, 03:02 »
Stehe voll hinter der Antwort von triassammler. Ausserdem, wenn man die Chinesen kennt (ich lebe und arbeite seit 4 Jahren hier und habe schon einige Geo-Parks gesehen), dann kennt man auch ihre blumige Sprache und ihre Art, für alles noch so Unwichtige einen Namen wie aus dem Märchenbuch zu finden.

Doc Diether: Dieser Tonschiefer mitTrockenrissen, die durch eine darauffolgende Sandschüttung (jetzt Sandstein) plombiert wurden, ist alles andere als ein "seltenes Sediment-Gestein" (auch in China!). Für den Durchschnittschinesen ist das allerdings etwas Besonderes, da man viele Geschichten hineininterpretieren kann....

Und bitte, Stefan: Begriffe wie "Schlammfugenstein" oder "turtle cracking rock" sollten tunlichst nicht benützt und maximal als Kuriosum angeführt werden. Kein ernsthafter Erdwissenschaftler benutzt diese Begriffe.

Es ist ein schönes Bild von Trockenrissen, und sollte als solches im Lexikon unter "Trockenrisse" zur weiteren Illustration dienen, und nicht mehr.

Gruß,
Volkmar

Offline Stefan

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Re: Mud Crack stone
« Antwort #6 am: 09 Aug 10, 09:23 »
Hallo Volker,

wenn es ein so weit verbreitetes Gestein darstellt, dann wird es Dir leicht fallen mir ein paar Beispiele aus anderer Quelle zu zeigen. Ich hatte auf die schnelle keines gefunden. Mud crack - Strukturen sind leicht und häufig zu finden, als Gestein wie in diesem Fall ist es m. E. eher eine Seltenheit und durchaus ein sedimentäres Gestein.

Wir nehmen auch Begriffe wie Bergblau und andere Dinge ins Lexikon auf, jede Form der Bezeichnung die Verwendung findet, fand ist im Lexikon aufgenommen. Der Sinn ist nun mal Begriffe der korrekten Erklärung zuzuführen. Dass es sich um keine offiziellen Namen handelt ist durchaus ersichtlich. Die deutschen Begriffe habe ich dennoch raus genommen, da nicht genutzt.

@Rainer
Eine Seite über Mud Crack Strukturen und deren Entstehung fehlt sicher auch noch im Lexikon, dennoch sehe ich die Zuordnung als korrekt an.

Besten Gruß
Stefan
« Letzte Änderung: 09 Aug 10, 09:36 von Stefan »

Offline oliverOliver

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Re: Mud Crack stone
« Antwort #7 am: 09 Jun 25, 12:16 »
Uralt-Thema, aber doch noch eine Frage:
Hat jemand evtl. eine Literaturstelle, die wir zur "Erdbebentheorie" als Referenz angeben können?
Ich hab dazu nämlich nichts gefunden ....
ga
oli

https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/RockData?rockid=412

Offline stoanklopfer

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Re: Mud Crack stone
« Antwort #8 am: 09 Jun 25, 18:08 »
Uralt-Thema, aber doch noch eine Frage:
Hat jemand evtl. eine Literaturstelle, die wir zur "Erdbebentheorie" als Referenz angeben können?
Ich hab dazu nämlich nichts gefunden ....
ga
oli

https://www.mineralienatlas.de/lexikon/index.php/RockData?rockid=412

Ist in diesem Zusammenhang eben völlig daneben, auch wenn das manche anders sehen. Ich war und bin hauptsächlich Sedimentologe seit 46 Jahren, mit Interessensschwerpunkt auf klastischen Sedimenten. Man möge meine Aussage korrigieren, wenn das jemand besser wissen sollte.... In zahllosen Publikationen (u.a. auch in meinen) und in jedem Lehrbuch kann man Beispiele genug finden, so man will!

Trockenrisse und auch die subaquatischen Synäreserisse haben mit Erdbeben genau nichts zu tun. Und nochmals: Mud crack-Strukturen sind eben Sedimentstrukturen, aber kein Gestein (auch kein "Schlamm-Bruch-Gestein": wie kann einem nur dieses Wortungetüm einfallen?)! Was man auf dem Foto sieht, ist die tonige Schichtfläche einer Sandstein-Tonstein-Wechselfolge mit Trockenrissen.

Volkmar

Offline oliverOliver

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Re: Mud Crack stone
« Antwort #9 am: 09 Jun 25, 18:32 »
danke für die Info - hatte ohnehin die Vermutung, dass die "Erdbebentheorie" maximal forschungsgeschichtlich von Belang sein könnte.
ga
oli

 

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