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Autor Thema: Wir brauchen eine Mineraliensammler-Gewerkschaft!  (Gelesen 5257 mal)

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Offline rudi_strolz

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Hallo zusammen,

angeregt durch die Diskussion zum Steinbruch Wirtenbach melde ich mich heute hier erstmals zu Wort. Wie die meisten, die sich in diesem Forum tummeln, sammle ich bereits seit einigen Jahren, wobei mir der Spaß daran in letzter Zeit allerdings immer mehr getrübt wird. Grund ist nicht abflauendes Interesse an der Materie sondern viel mehr die immer geringer werdenden Möglichkeiten, diesem Hobby halbwegs gepflegt nachzugehen, da die Fundstellen zum erfolgreichen Sammeln immer geringer werden. Verärgert bin ich dabei keineswegs über Steinbrüche oder Bergwerke, die aus konjunkturellen Gründen oder aufgrund erschöpfter Vorräte schließen müssen. Da kann man nun wirklich nichts machen. Auch das Versagen einer Sammelerlaubnis durch den Steinbruchbesitzer kann ich zumindest grummelnd akzeptieren. Ich stehe allerdings fassungslos vor dem Wegfall von Fundstellen aus teilweise haarsträubenden Gründen. Einige Beispiele:

Die Halde der Grube Virneberg bei Rheinbreitbach war viele Jahre eine der besten deutschen Fundstellen für ged. Kupfer, Pseudomalachit, Cuprit etc. bis irgendwer auf die grandiose Idee kam, die Halde und in den nahe gelegenen Tagebau einzuzäunen und dort Rotwild spazieren gehen zu lassen. Seltsamerweise folgt der Zaun genau dem Haldenrand, keinen Meter vor und keinen zurück. In unmittelbarer Umgebung befindet sich ein alter Stollen, der vor einigen Jahren ausgeräumt und untersucht wurde. Eine Hinweistafel weist u.a. darauf hin, dass dort "eine ganze Menge blauer und grüner Steine weggeräumt werden mussten". Außerdem sind einige Wissenschaftler aufgeführt, die an der Erforschung beteiligt waren. Mineralogen wagen dummerweise offensichtlich nicht dabei.
Das Quarzriff bei Badenweiler, das u.a. in LAPIS beschrieben wurde und zur damaligen Zeit Mimetesite in für deutsche Verhältnisse feinster Qualität hervorbrachte, wurde kurzerhand zum Naturdenkmal erklärt. Warum ausgerechnet dieser 2 m hohe Felsen, von dem es im dortigen Wald einige gibt, nun besonders schützenswert sein soll, weiß der Geier. Sammeln ist jedenfalls verboten, und der Herr Förster nimmt das sehr genau.
Auf einem Teil der Halde der Grube Leibnitz-Dante bei Rösrath wurden in diesem Jahr hübsche kleine Bäumchen gepflanzt. Offensichtlich soll das Areal über kurz oder lang wieder völlig begrünt werden. Die feinen Azurit-, Olivenit- etc. Funde werden damit bald Vergangenheit sein.

Wie gesagt, ich ärgere mich nicht über Steinbrüche und Gruben, die geschlossen werden müssen, obwohl man sich auch hierbei manchmal fragt, ob den entscheidenden Personen die Tragweite eines Wegfalls von z.B. Altenmittlau als Deutschlands bester Azurit-Fundstelle wirklich bewusst ist bzw. bewusst gemacht wurde. Es geht mir lediglich um Fälle der o.g. Art. Denn was macht ein Mineraliensammler zumeist in solchen Fällen? Genau! Nichts! Er ist betrübt, dass mal wieder eine Fundstelle versiegt ist und zieht seine Straße. Was würde hingegen ein Tierschützer machen, wenn er davon Wind bekäme, dass auf einem Gelände, in dem kleine Löcher im Boden auf das Vorhandensein von Hamsterbauten (ohne je einen Hamster gesehen zu haben) hindeuten, eine Fabrik errichtet werden soll? Genau! Er würde sich sofort an den BUND wenden, eine Demo organisieren, die Presse informieren und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit den Baubeginn zumindest um einige Monate herauszögern. Ähnlich wäre es bei seltenen Pflanzenarten oder auch Naturdenkmälern. Denn all das steht nunmal unter Schutz, was Mineralien dummerweise nicht tun. Nichtsdestotrotz fragt man sich, warum es keine Organisation gibt, die den Verlust eines Fundortes und damit von teilweise für Deutschland einmaligen Mineralien nicht zumindest anprangert? Warum herrscht hierbei nur bedauerndes Schweigen? Selbstverständlich könnte man nun anführen, dass es doch den VfMG gibt, die Interessenvertretung der Mineraliensammler schlechthin. Aber habe nur ich als lediglich zahlendes Mitglied dieses Vereins das Gefühl, oder ist da in dieser Richtung noch nie etwas geschehen?

Nun ist die im Betreff genannte Forderung nach einer Mineraliensammler-Gewerkschaft, die sich um unser ureigenstes Interesse, nämlich das Sammeln an sich, kümmert, sicherlich ein wenig humorvoll gemeint. Den Kern der Sache trifft es aber irgendwie schon. Mir ist bewusst, dass meine Ausführungen sicherlich vor allem dazu dienen, meinen Frust mal endlich von der Seele geschrieben zu haben, über Reaktionen und eigene Erfahrungen in Bezug auf die o.g. oder ähnliche Fälle würde ich mich allerdings freuen.

Glück auf! Carsten

Offline der Sauerländer

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Re: Wir brauchen eine Mineraliensammler-Gewerkschaft!
« Antwort #1 am: 09 Sep 05, 18:05 »
Hallo Carsten

Irgendwo hier gibt es ein Thema über seltsame Hinweisschilder.
Da findest Du mein Foto von der Verbotstafel im Wildgatter Virnebach.

füttern und sammeln verboten :D ::)

dein Ärger wird dir/uns aber nicht weiterhelfen. Hättest Du ne eigene Halde mit guten Funden, was dann?
"Steine für Alle?", oder was?

Glück Auf

Offline rudi_strolz

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Re: Wir brauchen eine Mineraliensammler-Gewerkschaft!
« Antwort #2 am: 09 Sep 05, 22:07 »
Hallo Sauerländer,

Steine für alle? Warum nicht? DAS WÄRE MAL WAS  ;)

Carsten

Offline geomueller

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Re: Wir brauchen eine Mineraliensammler-Gewerkschaft!
« Antwort #3 am: 10 Sep 05, 12:08 »
Hallo rudi-strolz,

in Deutschland ist es eigentlich kein Problem geologisch/mineralogisch oder bergbauhistorische Objekte schützen zu lassen. Die zahlreichen Naturdenkmähler, Geotope, bergbauhistorische Anlagen usw. bezeugen das. Wenn du, ein Verein oder sonstige Institution so was bei den entsprechenden Behörden beantragst wird es nach entsprechender Prüfung geschützt wenn es gerechtfertigt ist oder eben nicht wenn es sich nicht lohnt.

Dein Ansinnen ist ein ganz anderes, du willst für dich Sammelmöglichkeiten erhalten, weiter nichts ::) ;D. Wer will z. B. einen Eigentümer verwehren sein privates Grundstück zu schützen, in dem er einen Zaun drum zieht. Wenn man den Zustand mancher Fundstellen über mehrere Jahre verfolgt kann man dies durchaus verstehen. Genauso gibt es aber auch Gegenbeispiele wo Privateigentümer von Fundstellen gegen Bezahlung auf ihrem Grundstück buddeln lassen, ob das erstrebenswert ist glaub ich auch nicht.

Gruß Jürgen ;)

Offline Harjo

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Re: Wir brauchen eine Mineraliensammler-Gewerkschaft!
« Antwort #4 am: 10 Sep 05, 23:23 »
Ich bemerke das in Deutschland eifrig gearbeitet wird an das erhalten von "Geotopen" und "Bergbaumonumenten".

Ich mochte dazu etwas ponieren:

Eine Halde ist nicht aus naturlichem Weg als solches entstanden.
Wenn man eine Halde nicht mehr beruhrt wird es wieder was es vor die Bergbauaktivitat war: Natur (etwas modifiziert ;))
Also wenn man eine Halde prezervieren will muss man aktivitaten entwikkeln auf die Halde, sonst ware es blodsin das als solches zu erhalten.

Dies gilt auch fur alte Steinbruche, wenn nichts mehr passiert kann nach einige Jahren das Schild mit nahme des alten Steinbruches und die damahls vorkommenden Mineralien nach aufwendiges graben und mahen vielleicht noch zuruck finden.

Ich glaube das ein zu erhalten wurdiger Geotop einer ist die von die Natur erschaffen ist, denn sonst konnte ja auch arbeiten im Garten oder Bauarbeiten in die Grossstadt als Geotop erhalten werden.....

Gruss

Harjo


Offline Ralf

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Re: Wir brauchen eine Mineraliensammler-Gewerkschaft!
« Antwort #5 am: 11 Sep 05, 07:17 »
Hallo Carsten,

Dein Gedanke ist im Grunde nicht verkehrt. Eine Gewerkschaft ist aber sicher nicht der richtige Weg, was wir brauchen ist eine stärkere Lobby. Über unser Hobby ist in der Öffentlichkeit kaum etwas bekannt. Für die meissten Leute sind wir in gewissem Sinne Spinner, bestenfalls Sonderlinge. Für Förster und viele Steinbruchbesitzer sind wir Störenfriede und " unbefugte ". Die Fossiliensammler habens vielleicht noch schwerer, denn die gelten oft ( ähnlich den Hobbyarchäologen ) als Raubgräber, die wertvolle Naturschätze zerstören. Einzelne Sammler können kaum etwas daran ändern, außer diesen Vorurteilen durch vorbildliches Verhalten und Aufklärung im kleinen entgegenzuwirken. Vereine haben meist andere Probleme oder Interessen und sind auch nur lokal wirksam.
Bleibt noch die VfmG, die in meinen Augen aber das Klassenziel auch verfehlt hat ( damit will ich die z.T. aufwändige Arbeit vieler VfmG-Mitglieder innerhalb der Gruppen in keinem Falle schmälern, sondern beziehe mich lediglich auf die Außenwirksamkeit ).
Ich glaube auch nicht daß es uns in absehbarer Zeit gelingen wird, daran etwas zu ändern. Ich denke, der einzige Weg, nachhaltig Fundstellen zu sichern geht über die Lokale Zusammenarbeit zwischen Sammlern und Fundstellenbesitzern oder evtl. Behörden. Aber selbst dazu sind wir nicht in der Lage, weil es ein gewisses Maß an Einigkeit und auch Selbstlosigkeit bedarf. Wenn sich heute eine lokale Gruppe mit dem Eigentümer einer Fundstelle einigt, wird diese von vielen anderen Sammlern sofort angegriffen und der Habsucht bezichtigt. Eben weil diese nicht oder nur sehr schwer dort sammeln kann.
Eine Lobby zu bilden bedeutet auch, ja vor allem, Öffentlichkeitsarbeit. Dazu gehört insbesondere das Bekanntmachen von Funden oder Fundstellen, der Hinweis auf die Einzigartigkeit eines Vorkommens und die Bedeutung für die Wissenschaft. Aber auch das kann uns, zumindest mittelfristig, nicht gelingen. Sobald etwas veröffentlicht wird, strömen Sammler von überall her dorthin und viele scheren sich keinen Deut um Regeln oder Verbote und zerstören so das zarte Pflänzchen der Vertrauensarbeit. Es ist ein Teufelskreis.
Unser Land ist einfach zu klein und zu dicht besiedelt um der Vielzahl der Sammler ausreichende Fundmöglichkeiten zu bieten. " Biologisch " gesehen haben wir in Deutschland eine Überpopulation an Sammlern. Und wie Überall in der Natur führt das zu einer Zerstörung des Lebensraumes. Denkt mal 20 Jahre zurück, als es noch nicht so viele Sammler gab. Da war das Sammeln, mit Ausnahme einiger sensibler Fundstellen doch noch viel einfacher. Wenn man sich z.B. die USA anschaut, so findet man dort ein wahres Paradies für Sammler. Natürlich gibt es auch dort Verbote und Regeln, aber die weitläufigkeit des Landes erlaubt es jedem, irgendwo ungestört zu sammeln.

@ Harjo
Zu den geschlossenen Steinbrüchen und alten Halden habe ich eine etwas andere Meinung. Solche Gebiete bilden sehr oft ökölogische Nischen für viele seltene Pflanzen und Tiere. Ich finde es richtig, diese unter Schutz zu stellen. Das kann man nicht mit einem verwilderten Garten oder einer Baugrube vergleichen. Die ( ehemalige ) Vielfalt unserer Natur basiert auf einer Jahrhundertealten Kulturlandschaft, geformt durch verträgliche Land- und Forstwirtschaft. Sie ist, wenn man so will, ebenfalls " künstlich " erschaffen. Erst durch die intensive und zerstörerische Nutzung der letzten Jahrzehnte hat sie sich zum Negativen entwickelt.

Ralf

Offline uwe

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Re: Wir brauchen eine Mineraliensammler-Gewerkschaft!
« Antwort #6 am: 16 Sep 05, 09:06 »
Natürlich erlöschen Fundstellen und sind dann entweder jahrzehnte lang oder für immer vergessen. Das bedeutet allerdings nicht, daß damit für immer Schluß ist. Ein gutes Beispiel ist Bräunsdorf im Freiberger Revier (Sachsen). Diese Fundstelle galt als absolut erloschen, bis dann das Hochwasser kam und für hervorragende Fundmöglichkeiten sorgte. Auch die Axinitfundstelle bei Thum im  Erzgebirge war vergessen und nicht mehr bekannt, bis jemand diese wiedser aufgespürt hat.

Es gibt also auch in Deutschland immer wieder Überraschungen. Es erfordert jedoch umfangreiche Recherchen und zahlreiche oft erfolglose Geländeinspektionen, bis man wieder mal was aufgespürt hat. Sehr alte erloschene Fundstellen haben den Vorteil, daß niemand aus dem Umfeld mehr auf mögliche Sammler achtet und auch die Wachsamkeit der Forstbehörten nachläßt.

Also frisch auf ins Gelände und suchen. Jeder auffällige Vegetationswechsel in Wald und Feld können anzeichen von Bergbau sein.

Gruß
Uwe

Offline Trüffelschwein

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Re: Wir brauchen eine Mineraliensammler-Gewerkschaft!
« Antwort #7 am: 21 Sep 05, 11:19 »
 ;D Tach Carsten
und natürlich auch den Rest der Bande 8),


Wie Carsten schon sagte; Z“Wir brauchen eine stärkere Lobby!“ZE . Wir Sammler stellen bereits die größte Lobby dar – nämlich für die Steinbruchbetreiber!. Wer, bitteschön, bricht denn in Tränen  :'( aus, wenn ein fündiger Abbau geschlossen wird? Die Grünen und der BUND sicherlich nicht...Wir brauchen neben der bereits geforderten Öffentlichkeitsarbheit eine notwendige und funktionierende Zusammenarbeit. Im letztgenannten Punkt sehe ich jedoch den größten Hinderungsgrund. Nur die wenigsten Mineraliensammler sind zu einer Zusammenarbeit bereit. Die wenigen hier und in anderen Foren, wobei die hier im Mineralienatlas-Forum anwesenden die gleichen sind wie auf anderen Mineralienforen, sind, ohne zu strunzen, die „Creme de la Creme“ der Mineraliensammler Deutschlands und BeNeLux......und....wir stehen hier im Internet unter ständiger Beobachtung – von Gönnern wie von Neidern, auch von anderen lieben (Gast-)Kollegen, welche hier nur die Infos abgreifen und selbst nichts beisteuern. :P

Eine Gewerkschaft ist nicht das was wir brauchen, sondern eine „vertrauensbildende Maßnahme“ zumindest gegenüber den Liegenschaftseigentümern. Wir betreten immerhin fremden Grund und Boden.  :o Was würdet ihr denn sagen, wenn jemand bei Euch im Garten Fallobst aufliest mit der Begründung, er sammele Obst?  ;) Es geht hier um Eigentum und um Besitzrechte, aber in erster Linie um die Haftung bei Schäden.

Bestehende Sammelverbote resultieren aus dem Fehlverhalten  :-\ von Personen aus eigenen Reihen. Die UVV „Steinbrüche, Gräberein und Halden“ und die daraus resultierenden versicherungsseitigen Forderungen lassen den Betreibern keine andere Wahl, als Sammelverbote auszusprechen. Die Vorschriften sind so formuliert, das in jedem, aber auch wirklich jedem Falle der Betreiber bzw. Liegenschaftseigentümer bei einem Unfall eines Sammlers haftbar ist. Die Wirksamkeit von Enthaftungserklärungen lasse ich mal aussen vor.

Hier ist etwas ganz anderes gefragt, nämlich die Anerkennung des Mineraliensammeln ansich. Hierzu sollte sich der Sammler einer Kenntnisprüfung, zumindest der sicherheitsrelevanten Seite, unterziehen müssen und eine Art „Lizens“ erwerben können. In Verbindung mit einer privaten „Unfall- und Mineralienhaftpflichtversicherung“, müsste sichergestellt werden, das die Betreiber von Aufschlüssen bei Unfällen nicht haftbar gemacht werden und Schäden, welche durch das sammeln entstehen können, vom verursachenden Sammler getragen werden.
(Ich habe übrigens eine derartige Unfallversicherung mit Bestätigungsschreiben des Versicherungsträgers, das auch Unfälle in Steinbrüchen und auf Halden durch sie getragen wird. Das hat mir schon manche Tür geöffnet...)

Jeder Jäger, Angler, Autofahrer, Freizeitskipper und -pilot muss eine Kenntnisprüfung ablegen, damit er jagen, angeln, Auto fahren, schippern oder fliegen darf. Warum nicht einen „Strahlschein“ einführen ?? Eine Vereinigung der Mineralien-und Fossisammler, der VMFG, besteht doch schon. Sollen sich die Herren und Damen doch mal wat einfallen lassen. In der Schweiz gibt es doch auch Strahlerpatente. Es ist ein langer Weg, der nur gemeinsam und mit nötiger Initiative zum Erfolg führt. Es ist daher müssig, sich weitere Gedanken zu machen.

Bleibt noch, den Betreiber eines zu besuchenden Aufschlusses jeweils persönlich zu überzeugen :-* .. klappt manchmal – aber nicht immer, und das muss man dann eben akzeptieren. Es bleibt jedem selbst überlassen, ob er anderen das auflesen von Fallobst auf seinem Grundstück gestattet oder nicht – das geht meistens solange gut, bis derjenige von einem Ast erschlagen wird....... :D

trüff, trüff
Charly
« Letzte Änderung: 21 Sep 05, 11:27 von Trüffelschwein »

Offline Ralf

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Re: Wir brauchen eine Mineraliensammler-Gewerkschaft!
« Antwort #8 am: 21 Sep 05, 12:13 »
Hallo Charlie,

grundsätzlich ist das mit dem " Patent " keine schlechte Idee. Aber da sehe ich dann doch einige Probleme. Das fängt damit an, daß irgendjemand eine Prüfungsordnung aufstellen und die Prüfung dann auch abnehmen muß. Dann muß es natürlich auch Kontrollen geben, denn sonst ist die " Lizenz " nur ein Fetzen Papier. Aber nehmen wir an, das würde irgendwie klappen. Das heißt dann, daß niemand ohne diese Lizenz buddeln darf. Wonach ?? Nach Mineralien, nach Fossilien, nach Trüffeln  :)
Also muß es eine Lizenz zum suchen und bergen jedweder Dinge im Gestein oder Erdreich sein. Ganz abgesehen davon, daß eine solche Lizenz, sollte sie denn funktionieren, es Neueinsteigern ziemlich schwer macht mit dem Hobby in Kontakt zu kommen.
Was die Seite der Versicherung angeht, glaube ich nicht das im Ernstfall eine Haftungsübernahmeerklärung der Versicherung ausreicht. Sobald es um viel Geld geht ( und das ist bei Veerletzungen schnell der Fall ) wird jede Versicherung prüfen, ob es sich hierbei nicht um Fahrlässigkeit seitens des Betreibers handelt. Dann ist natürlich eine Haftung der Versicherung ausgeschlossen, bzw. die Versicherung wird zwar zunächst zahlen, aber sich das Geld über den Rechtsweg vom Betreiber zurückholen wollen. Darauf hat der Versicherte keinerlei Einfluß.

Allerdings gebe ich Dir vollkommen Recht, was die Parallelen zu Jägern und Anglern angeht. Ungeachtet der Prüfung unterliegen alle Gewässer und Jagdreviere entweder dem Nutzungsrecht eines oder mehreren Pächtern, Besitzern, oder aber dem Staat. Heißt im Klartext, eine Person, Gemeinschaft oder Institution hat das alleinige Nutzungsrecht in einem Revier. Damit untrennbar verbunden ist die Pflicht zur Hege und Pflege nicht nur des Wild- und Fischbestandes, sondern auch der Umwelt. Nun können diese Personen frei oder mit Einschränkungen Dritten ebenfalls die Nutzung dieses Reviers erlauben. Das kann kostenlos sein, oder es darf eine Gebühr erhoben werden, und es können auch Einschränkungen auferlegt werden. Verstöße gegen diese Einschränkungen können zum Entzug der Berechtigung führen und können oder müssen ins schweren Fällen zur Anzeige gebracht werden. So etwas stelle ich mir als sinnvolle und nachhaltige Sicherung von Fundstellen vor. Wenn bei Jägern und Anglern die gleichen Zustände herrschen würden wie bei den Mineraliensammlern, wären die Wälder leergeschossen und die Gewässer leergefischt. Es gäbe nicht wenige " versehentlich " erschossene Jogger und Spaziergänger, vermüllte Ufer, kurz Anarchie.

Das Problem bei der Sache ist, daß es dann wahrscheinlich oft so sein wird, daß die Nutzungsberechtigten an einer Fundstelle ein alleiniges Buddelrecht beanspruchen und keine oder nur sehr wenige Fremde dort akzeptieren.
Ich glaube, eine ideale Lösung kann es hier nicht geben und so wird sich der Schwerpunkt unseres Hobbys mittelfristig und unweigerlich auf den Kauf ausländischer Stücke und gelegentliche Urlaubsreisen verlagern.

Gruß
Ralf




Offline Bernd G

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Re: Wir brauchen eine Mineraliensammler-Gewerkschaft!
« Antwort #9 am: 21 Sep 05, 22:39 »
der ansatz ist ja ganz gut ,nur mineralien und fossilien wachsen ja nicht nach .wenn eine fundstelle leer ist ist sie leer.
da sind wir wieder gefragt als sammler , sollen wir auf teufel komm raus alle funde mitnehmen ? oder sollen wir was für künftige sammler übrig lassen ?
ich denke da ist jeder gefragt und muß selber entscheiden was er macht.wir sind halt jäger und sammler geblieben.
da hilft auch kein patent für sammler .
wenn ein stbr.betreiber eine genehmigung gibt und die leute führen sich ordentlich auf ist das doch ok,wenn nicht wird er sie schon zum gehen bewegen und die genehmigung entziehen.da hlift auch keine bescheinigung oder patent das du oder ich ein guter sammler bist.
natürlich wäre eine große lobby für unser hobby sehr gut ,wäre auch klasse wenn sich jeder so benimmt das er oder andere wieder kommen können und in guter erinnerung bleiben. das würde für uns alle gut sein.
schaun wir mal gruß bernd