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Kupfervitriol Siegerland
Haspelknecht:
Hallo!
Kupfervitriol, nicht von Grube Wolf, aber aus dem Siegerland findet sich auch schon in der Literatur des 19. Jahrhundert. Das meiste von dem, was als Kupfervitriol beschrieben worden ist, wird Langit (Gruppe) oder blau gefärbte, kupferhaltige Sinter sein und, wie Marc das geschrieben hat, ausschließlich in alten Strecken neu gebildet worden sein. Von Grube Wolf kenne ich Stücke, die als Kupfervitriol etikettiert sind, solches auch sein könnten und die ich auch als echte (Neu-)Bildung ansehen würde. Da ist meist viel Pyrit in der Matrix. Ob das Zeug mal analysiert worden ist, weiß ich nicht.
Dann gibt es "von dort" wundervolle Stufen mit tollen Kristallen, die nur gezüchtet sein können. Ob Dein Stück echt ist, mag ich anhand des Fotos nicht beurteilen wollen, wirkt aber m. E. zu schön blau um wahr zu sein.
Glück auf
Markus
Starburst:
Das Foto ist vielleicht nicht ganz repräsentativ für die Stufe.
Die Aussenschicht ist stark verfärbt und nur in den Drusen sind Kristalle zu erkennen. Die Bruchstelle hat tatsächlich eine sehr schöne Farbe.
Ich glaube, da hätte man 1936 schönere Stücke verkaufen können, wenn es Züchtung en damals schon gab?
Haspelknecht:
Da hast Du recht, das Alter spricht gegen eine Fälschung. Wenn das Mineral in den Vertiefungen Kristalle ausbildet, wird es sich wahrscheinlich aber nicht um Kupfervitriol im Sinne von Chalkanthit handeln, der ja eher Locken und angelutscht aussehende Aggregate bildet. Dann kommt m. E. eher ein Sulfat der Langit Gruppe in Betracht, das in einer alten Strecke rezent gebildet worden ist. Passt vom Aussehen her auch besser auf die Stufe.
marc-r:
also ein etwas großformatigeres / schärferes Foto würde sicher helfen, wenn wir über pro oder contra Chalkanthit (oder Langit) sprechen wollen.
Chemisch ist Chalkanthit von Langit nicht so verschieden, da reichen zur Bildung schon kleinere Veränderungen im pH-Wert, Vorhandensein anderer Ionen, CO2-Gehalt etc. - hier liegt sicher eine Mischung, ggf. als lagenweise Abscheidung / Sinter diverser Cu (und Fe, Zn, ...)-haltiger Sulfate vor.
Was sich eben so bildet, wenn Pyrit/Markasit oxidiert und eine stark saure, sulfathaltige Umgebung bildet, in der sich die in Kontakt stehenden Erze dann auch lösen...
cmd.powell:
Moin Zusammen
Macht es Euch doch nicht so schwer: Wenn es wirklich Chalkanthit ist, so sollte sich dieser leicht und vollständig in Wasser lösen. Einfach von der Stufenkante ein paar Stückchen abbröseln und in ein Glas mit wenig Wasser geben. Wenn die Brösen nach wenigen Minuten weg sind, kommt eigentlich nur noch Kupfervitriol in Frage.
Langit bildet eher blockige, rechtwinklige oder gar würfelige Kristalle die sich von denen des Chalkanthits deutlich unterscheiden. Einfach mal hier im Atlas nach Bildern schauen und vergleichen.
Da Kupfervitriol schon sehr lange bekannt ist, ist sicher ebensolange bekannt, das dieser leicht aus einer wässrigen Lösung zu kristallisieren ist und man schöne Kristalle züchten kann. Naja, und Betrüger gibt es wohl schon solange es Menschen gibt, also sollte die Idee Kupfervitriolkristalle zu züchten und als Mineralstufe verkaufen auch schon früher aufgekommen seinen. Auch früher wurden Mineralstufen gefälscht, das ist kein Phänomen von heute!!!
Interessant könnte in diesem Zusammenhang die Matrix sein: Ich habe selber schon diverse Kupfervitriolstufen gezüchtet und die Kombination Kupfersulfat-Calciumcarbonat (Calcit/Aragonit) verträgt sich nicht sonderlich gut. Der Calcit löst sich immer etwas auf und es bilden sich in dessen Nähe basische Kupfersulfate, wahrscheinlich Langit etc.. Im Labor mit vergleichsweise kurzen Wachstumszeiten der Kristalle klappt das noch einigermaßen, als natürliche Bildung würde ich aber stark zweifeln, wenn die Matrix viel Calcit oder gar Aragonit enthält. Neubildungen aus Grubenwässern könnten eine Mittelstellung einnehmen.
Ich habe bisher nur einmal natürlich Chalkanthitkristalle in der Hand gehabt wo ich mir sicher war, das die Stufen nicht gefälscht sind. Zum einen wurden sie vom Finder persönlich verkauft mit den entsprechenden Fundbeschreibungen und der Chalkanthit sitzt außnahmslos auf Quarz. Hinzu kommen noch weitere Details wie Gipskristalle auf dem Chalkanthit, was sich nicht so leicht fälschen lässt.
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