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Autor Thema: Metaandesit  (Gelesen 848 mal)

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Metaandesit
« am: 04 Mar 24, 12:31 »
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Deutschland/Hessen/Darmstadt, Bezirk/Hochtaunuskreis/Königstein i. T./Falkenstein
Metaandesit

Offline oliverOliver

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Metaandesit
« Antwort #1 am: 04 Mar 24, 12:31 »
Frage an die Geologen:

"Falkenstein, Königstein i. T., Hochtaunuskreis, Darmstadt, Hessen. 3.2024. Schichtungen!"


Ich meine mich erinnern zu können, vor langer Zeit mal gelernt zu haben, dass man von "Schichten" nur bei Sedimenten spricht.
Ist der Begriff bei einem metamorph überprägten Vulkanit wirklich angebracht?

ga
oliver

Offline Doc Diether

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Re: Metaandesit
« Antwort #2 am: 04 Mar 24, 13:45 »
der Begriff "Schicht" kann generell für alles Geschichtete angewendet werden. Sie entspricht den ehemalige Tufflagen. Man kann  sicherlich auch von "Bänderung" sprechen, wenn das nicht wieder von der Geologie oder einer anderen Wissenschaft für etwas Spezielles umgedeutet wird.
Doc Diether

Offline nwsachse

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Re: Metaandesit
« Antwort #3 am: 04 Mar 24, 15:20 »
Hallo,

Metaandesit und "ehemalige Tufflagen" passt aber auch nicht so recht zusammen. Durch metamorphe Vorgänge entsteht m. E. eine Schieferung.

Jörg N.

Offline Doc Diether

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Re: Metaandesit
« Antwort #4 am: 04 Mar 24, 20:06 »
daher auch der frühere Name "Grünschiefer". Durch moderne Forschung weiß man, daß das Gestein aus Tuff entstanden ist.
Doc Diether

Offline oliverOliver

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Re: Metaandesit
« Antwort #5 am: 04 Mar 24, 20:57 »
Zitat
Durch moderne Forschung weiß man, daß das Gestein aus Tuff entstanden ist.

Dann wäre aber - zumindest nach meinem Verständnis - die Bezeichnung als Andesit zu hinterfragen.

Offline ruebezahl

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Re: Metaandesit
« Antwort #6 am: 04 Mar 24, 22:10 »
Glück auf Oliver,


Zitat
Durch moderne Forschung weiß man, daß das Gestein aus Tuff entstanden ist.

Dann wäre aber - zumindest nach meinem Verständnis - die Bezeichnung als Andesit zu hinterfragen.

Nach meinem Verständnis bzw. meinen Kenntnissen der Taunusgeologie ist das einzige Problem hier der Tuff.

Vorab: es gibt eine gute Monographie zum Thema

Sterrmann G., Heidelberger K. (2019); Geologie des Hochtaunuskreis (1): Einleitung, Geographie, Entstehung und Stratigraphie des Hochtaunuskreises (Taunus, Randgebiete); Oberursel, Verein für Geschichte und Heimatkunde.  mit allen relevanten Primärquellen.

Am von Dieter bearbeiteten Fundort wurde definitiv  Metaandesit abgebaut und das abgebildete Stück ist, wenn auch nicht sehr typisch, von dort. Die Ausgangsvulkanite waren andesitisch (nach TAS).

Wenn man einfach mal die Interpretation von Texturen (Tuff...etc.) unterlässt (es sei denn, man hat eine valide Begründung dafür), ist es ein Metaandesit der Grünschieferfazies mit etwas auffälligen Texturen, deren Interpretation aussteht.
Also Tuff weg oder valide Begründung.

Dieser Grünschiefer (nicht das diskutierte Exemplar, dieses wäre Ausschuss) war übrigens ein sehr attraktiver und gefragter Naturstein, der seit Stilllegung  des letzten Abbaues bei Kronberg so nicht mehr erhältlich ist. Ich habe zu Betriebszeiten große Transporter aus der Schweiz (mit Walliser KZ) vor dem Steinbruch beobachtet :D

MfG Uwe


Offline nwsachse

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Re: Metaandesit
« Antwort #7 am: 04 Mar 24, 22:19 »
Hallo,

ich sehe hier auch als Problem die Bezeichnung der Ausgangsgesteine als Tuff und den Hinweis auf eine Schichtung.

Ich habe hierzu zwei Literaturstellen gefunden:

https://www.zobodat.at/pdf/Jahrbuch-Nassauischen-Verein-Naturkunde_129_0037-0072.pdf
S. 52:
"In der 2. Auflage der GK 25 werden nebeneinander die Bezeichnungen
Grünschiefer und porphyritische Natronkeratophyre verwendet und damit die
metamorphe Überprägung und die vulkanische Herkunft der Gesteine beschrie-
ben (MICHELS et al.1931, M ICHELS & S CHLOSSMACHER 1932). Heute werden die-
se Gesteine als Rossert-Metaandesite bezeichnet (vgl. Tab. 1). Dabei steht die Be-
zeichnung Rossert für die Typlokalität dieser Gesteine bei Eppstein, die petrogra-
phische Bezeichnung Andesit beschreibt ihre chemisch-mineralogische Zu-
sammensetzung. Die Vorsilbe „Meta“ schließlich weist darauf hin, dass die
Gesteine metamorph überprägt worden sind."

https://www.zobodat.at/pdf/Jahrbuch-Nassauischen-Verein-Naturkunde_135_0063-0084.pdf
S. 77:
 Auf den harten Serizit-gneis folgt hier Grünschiefer, „Rossert-Metaandesit“ (Haltepunkt 5). Er ent-
stand aus basischer Magma im Grenzbereich Ordovizium/Silur vor rd. 440
Mio. Jahren und ist wie der Serizitgneis während der Variskischen Gebirgsbil-
dung metamorph verändert worden, daher „Meta-“. Die grünliche Gesteinsfar-
be beruht auf Chlorit und grüner Hornblende.

Jörg N.


Offline oliverOliver

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Re: Metaandesit
« Antwort #8 am: 04 Mar 24, 22:26 »
hallo Jörg,
danke!
Aufschlussreich in der 2. Literaturstelle: "entstand aus basischem Magma" - damit passt ja eigentlich alles, bis auf die "Schichtung".
ga
oliver

Offline ruebezahl

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Re: Metaandesit
« Antwort #9 am: 04 Mar 24, 23:13 »
Glück auf,

hallo Jörg,
danke!
Aufschlussreich in der 2. Literaturstelle: "entstand aus basischem Magma" - damit passt ja eigentlich alles, bis auf die "Schichtung".
ga
oliver

Schichtung ist gänzlich unzutreffend und Tuff ist sehr spekulativ, Metaandesit hingegen valide.
Der Beitrag sollte in diesem Sinne angepasst werden.

@Jörg
Danke für Deine Primärquellen-Recherche.

VG Uwe

« Letzte Änderung: 04 Mar 24, 23:18 von ruebezahl »

 

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