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Metaandesit
oliverOliver:
--- Zitat ---Durch moderne Forschung weiß man, daß das Gestein aus Tuff entstanden ist.
--- Ende Zitat ---
Dann wäre aber - zumindest nach meinem Verständnis - die Bezeichnung als Andesit zu hinterfragen.
ruebezahl:
Glück auf Oliver,
--- Zitat von: oliverOliver am 04 Mar 24, 20:57 ---
--- Zitat ---Durch moderne Forschung weiß man, daß das Gestein aus Tuff entstanden ist.
--- Ende Zitat ---
Dann wäre aber - zumindest nach meinem Verständnis - die Bezeichnung als Andesit zu hinterfragen.
--- Ende Zitat ---
Nach meinem Verständnis bzw. meinen Kenntnissen der Taunusgeologie ist das einzige Problem hier der Tuff.
Vorab: es gibt eine gute Monographie zum Thema
Sterrmann G., Heidelberger K. (2019); Geologie des Hochtaunuskreis (1): Einleitung, Geographie, Entstehung und Stratigraphie des Hochtaunuskreises (Taunus, Randgebiete); Oberursel, Verein für Geschichte und Heimatkunde. mit allen relevanten Primärquellen.
Am von Dieter bearbeiteten Fundort wurde definitiv Metaandesit abgebaut und das abgebildete Stück ist, wenn auch nicht sehr typisch, von dort. Die Ausgangsvulkanite waren andesitisch (nach TAS).
Wenn man einfach mal die Interpretation von Texturen (Tuff...etc.) unterlässt (es sei denn, man hat eine valide Begründung dafür), ist es ein Metaandesit der Grünschieferfazies mit etwas auffälligen Texturen, deren Interpretation aussteht.
Also Tuff weg oder valide Begründung.
Dieser Grünschiefer (nicht das diskutierte Exemplar, dieses wäre Ausschuss) war übrigens ein sehr attraktiver und gefragter Naturstein, der seit Stilllegung des letzten Abbaues bei Kronberg so nicht mehr erhältlich ist. Ich habe zu Betriebszeiten große Transporter aus der Schweiz (mit Walliser KZ) vor dem Steinbruch beobachtet :D
MfG Uwe
nwsachse:
Hallo,
ich sehe hier auch als Problem die Bezeichnung der Ausgangsgesteine als Tuff und den Hinweis auf eine Schichtung.
Ich habe hierzu zwei Literaturstellen gefunden:
https://www.zobodat.at/pdf/Jahrbuch-Nassauischen-Verein-Naturkunde_129_0037-0072.pdf
S. 52:
"In der 2. Auflage der GK 25 werden nebeneinander die Bezeichnungen
Grünschiefer und porphyritische Natronkeratophyre verwendet und damit die
metamorphe Überprägung und die vulkanische Herkunft der Gesteine beschrie-
ben (MICHELS et al.1931, M ICHELS & S CHLOSSMACHER 1932). Heute werden die-
se Gesteine als Rossert-Metaandesite bezeichnet (vgl. Tab. 1). Dabei steht die Be-
zeichnung Rossert für die Typlokalität dieser Gesteine bei Eppstein, die petrogra-
phische Bezeichnung Andesit beschreibt ihre chemisch-mineralogische Zu-
sammensetzung. Die Vorsilbe „Meta“ schließlich weist darauf hin, dass die
Gesteine metamorph überprägt worden sind."
https://www.zobodat.at/pdf/Jahrbuch-Nassauischen-Verein-Naturkunde_135_0063-0084.pdf
S. 77:
Auf den harten Serizit-gneis folgt hier Grünschiefer, „Rossert-Metaandesit“ (Haltepunkt 5). Er ent-
stand aus basischer Magma im Grenzbereich Ordovizium/Silur vor rd. 440
Mio. Jahren und ist wie der Serizitgneis während der Variskischen Gebirgsbil-
dung metamorph verändert worden, daher „Meta-“. Die grünliche Gesteinsfar-
be beruht auf Chlorit und grüner Hornblende.
Jörg N.
oliverOliver:
hallo Jörg,
danke!
Aufschlussreich in der 2. Literaturstelle: "entstand aus basischem Magma" - damit passt ja eigentlich alles, bis auf die "Schichtung".
ga
oliver
ruebezahl:
Glück auf,
--- Zitat von: oliverOliver am 04 Mar 24, 22:26 ---hallo Jörg,
danke!
Aufschlussreich in der 2. Literaturstelle: "entstand aus basischem Magma" - damit passt ja eigentlich alles, bis auf die "Schichtung".
ga
oliver
--- Ende Zitat ---
Schichtung ist gänzlich unzutreffend und Tuff ist sehr spekulativ, Metaandesit hingegen valide.
Der Beitrag sollte in diesem Sinne angepasst werden.
@Jörg
Danke für Deine Primärquellen-Recherche.
VG Uwe
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