https://www.edelsteine-neuburg.dehttps://www.mineralbox.bizhttps://edelsteintage-bremen.de

Autor Thema: Aquamarin auf Quarz, aus Gneis freilegen? (war: Quarz mit Beryll freisäuern?)  (Gelesen 1738 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline ManuelM

  • ***
  • Beiträge: 61
Hallo zusammen,

ich komme gerade aus dem Zillertal zurück, und habe unterhalb des Saurüssels im Zemmgrund (zwischen Berliner Hütte und den Mörchner) einen interessanten Brocken im Schuttfeld gefunden (20x13cm).
In der Mitte ist grobkristalliner Quarzit, und an beiden Seiten ein cremefarbenes, rissiges, etwas poröses Gestein mit Glimmer.
Man sieht eine etwa 1cm² große Quarz-Kristallfläche, auf der ein wenige mm kleiner blauer kristalliner Bereich sitzt.
Meine Hoffnung ist, dass sich unter dem Gestein etwas so hübsches wie von Frank finden lässt.
Er hat in Tirol sehr schönen Aquamarin gefunden, und am Saurüssel ist Aquamarin zumindest aufgeführt.

- was könnte das cremefarbene Gestein sein? Es zeigt sich von Essigsäure und Zitronensäure am Teststückchen gänzlich unbeeindruckt. Angewitterter Gneis?

- womit bekäme ich den hypothetischen Aquamarin ausgesäuert? HCl wäre vermutlich der naheliegende nächste Test?

- falls, im "worst case", solche filigranen Aquamarinnadeln drinnenstecken würden, würde ein Formatieren nach dem freisäuern sehr leicht die Nadel/n zerstören.
  Sollte ich lieber versuchen, den Brocken vorher, im Blindflug, in kleinere Stücke zu teilen?

Herzlichen Dank!

Manuel
« Letzte Änderung: 09 Jul 24, 11:48 von ManuelM »

Online stoanklopfer

  • ******
  • Beiträge: 2.335
Re: Quarz mit Beryll freisäuern?
« Antwort #1 am: 07 Jul 24, 20:21 »
Hallo Manuel,

gratuliere, das dürfte tatsächlich Aquamarin sein. Das cremefarbige Gestein ist ein durch die hydrothermale Lösung im Nahbereich des Ganges veränderter Gneis. Da kein Karbonat beteiligt ist, wirst Du mit Salzsäure nichts erreichen. Einfach vorsichtig in kleinere Stücke zerlegen, es sind ja offenbar kleinere Hohlräume vorhanden.

Volkmar

Offline ManuelM

  • ***
  • Beiträge: 61
Re: Quarz mit Beryll freisäuern?
« Antwort #2 am: 09 Jul 24, 11:48 »
Danke für die Einschätzung, Volkmar!
Schade, aussäuern wäre einfacher gewesen!
Ich bin dem Gneis mit einem Hochdruckwasserstrahler zu Leibe gerückt - an den bröseligeren Stellen kann ich ihn langsam abtragen, an den kompakteren tut sich nichts.
Damit bliebe nur noch mechanische Bearbeitung? Also zerteilen, sticheln, sandstrahlen?

Da der Krümel Aquamarin auf einer Quarzfläche sitzt: kann ich davon ausgehen, dass, so es noch mehr gäbe, Aquamarin nur in Hohlräumen aufsitzt, und nicht im massiven Gneis steckt?
Vom Habachtal kenne ich den Beryll nur im massiven Schiefer, nicht hydrothermal.

Wenn dem so wäre, habe ich zumindest eine Chance, beim Zerteilen vom Brocken auf etwas zu stoßen?

Vielen Dank,

Manuel

Offline uwe

  • ******
  • Beiträge: 4.422
Keine Museumsstufe, aber ein sehr interssantes Stück und auch selten. Würde ich so in die Sammlung legen. Bei weiteren Formatisieren kann es sein, daß Du nur noch kleine blaue Brösel auf dem Tisch liegen hast. Ich habe gelernt, sehr vorsichtig mit Hammer und Meisel umzugehen.

Gruß
Uwe

Offline ManuelM

  • ***
  • Beiträge: 61
Danke für den Input, Uwe.
Interessant, ich hätte das Stück nur als Beleg in eine Kiste gepackt.
Na, so ist mir das Mineral-Stufen-Verhältnis doch noch zu schlecht. Wenn mir nichts noch besseres einfällt, werde ich die Stufe am Schraubstock vorsichtig zerteilen.
..und zumindest auf den schon sichtbaren blauen Krümel gut aufpassen :-)

Das nächste Mal in den Alpen wird dann vielleicht wieder Tirol, und dann werde ich dort am Saurüssel nochmal intensiver suchen.

Danke und liebe Grüße,

Manuel

 

Mineralienatlas - Fossilienatlas - Info-Center

Neueste Beiträge Neueste Beiträge