Mineralien / Minerals / Minerales > Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals
Blau kugelig Aggregat
vandendrieschen:
--- Zitat von: geni am 29 Mar 24, 21:58 ---Hallo Bruno,
es gibt verschiedene blaue Mineralien im Bellerberg, z.b. Azurit, Hauyn, Scottyit um nur ein paar zu nennen.
Ohne Untersuchung ist da kaum was zu machen.
Frohe Ostern,
Gerhard Niceus (geni 8))
--- Ende Zitat ---
Hauyn kommt doch im Bims vor, und nicht im/auf Calcit(?)
Ohne EDX ist da wirklich nicht viel herauszufinden. Die blauen Kristalle können Azurit sein als auch in Richtung Klinoklas und Cyanotrichit gehen, um bei den naheliegenden Mineralien zu bleiben.
geni:
Hauyn kommt doch im Bims vor, und nicht im/auf Calcit(?) ???
Zur Information:
Text aus der Eifel DVD von Günter Blass
Bellerberg
Vom Bellerberg sind vor allem die wunderschönen, exakt kristallisierten, farblos klaren Hauyn-Kristalle zu nennen. Sie finden sich manchmal in stark metasomatisch veränderten, porösen, kalziumreichen Xenolithen zusammen mit Granat, Pyroxen und Gehlenit. Vorsicht, in dieser Paragenese treten auch isometrische, farblose „Cancrinit“-Minerale auf, die nur durch genaue Untersuchungen von den Hauyn-Kristallen zu unterscheiden sind (552). Auch in anderen porenreichen Einschlüssen, finden sich innerhalb der Poren, begleitet von schwarzen Pyroxen- und klaren Sanidin-Kristallen, wasserklare bis leicht milchige Hauyn-Rhombendodekaeder.
Auch blauer, glasiger, mehrere Zentimeter großer, derb eingewachsener Hauyn ist gelegentlich in kontaktnahen, feldspatreichen Partien von Kalksteineinschlüssen dieses Fundpunktes zu erkennen. Bei kleineren, nur angedeuteten blauen Partien ist eine Verwechslung mit einem blauen, jetzt als Vondechenit definiertem Kalziumkupferchlorid (vorher unter UM-BB 04 geführt) sowie evtl. mit blauem Ternesit möglich. Es besteht auch der Verdacht dass es sich bei diesen blauen Einschlüssen um Lasurit handelt. Leider reichen die vorliegenden Materialmengen nicht aus, um zweifelsfrei das Vorliegen des SO4-- -haltigen Hauyn oder des Sulfid-haltigen Lasurit zu bestätigen.
In blasenreichem Basalt des Bellerberges sind selten kleine Einschlüsse zu finden, die intensiv blauen, glasigen Hauyn und farblosen Feldspat enthalten. Der Hauyn ist meist derb und zeigt im Gegensatz zu dem begleitenden Titanit und Apatit keine Kristallformen. In etwas dichterem Basalt treten manchmal zentimetergroße, graue, muschelig brechende Einschlüsse auf, welche im äußeren Bereich blau, glasig sind. Sie erwiesen sich nach der XRD-Analyse zweifelsfrei als Hauyn (Bild).
In Poren der graugrünen Schlacken fanden sich manchmal isometrische, farblose Kristalle zusammen mit idiomorphen Pseudobrookit, gelbem Pyroxen und Hämatit. Die Röntgenbeugung und die chemische Zusammensetzung ergaben Hauyn bzw. Mischglieder mit Nosean (552).
In sanidinitischen Einschlüssen von Schlacken und Schweißschlacken , die üblicherweise Hämatit, Apatit, Zirkon, Titanit, gelben Pyroxen, seltener auch Monazit in verschieden Stadien der Umwandlung (Oxicalciobetafit, Cerianit, Wakefieldit) enthalten, sind manchmal isometrische, glasklare Kristalle mit einer dem Hauyn bzw. Mischkristallen Hauyn/Nosean entsprechenden Zusammensetzung zu finden (601, 603). Hier ist eine genaue Definition besonders schwierig, weil in diesen Einschlüssen auch Sodalith-Kristalle in gleicher Ausbildung auftreten (siehe unter Sodalith).
Gerhard Niceus (geni 8))
vandendrieschen:
Ja Gut. Aus dem Bericht geht aber richtigerweise keine Paragenese mit Calcit hervor. Wäre mir auch neu.
Ich interpretiere auch Kalksteineinschlüsse nicht mit Kalkspat.
Oder was soll "haupt Calcite empfangt" heißen?
--- Zitat von: Bruno80090 am 24 Mar 24, 19:11 ---fand ich in einer Proben, die haupt Calcite empfangt
--- Ende Zitat ---
Dass die Sammlung überwiegend aus Kalkspäten besteht, oder das blaue Zeug im Kalkspat ist?
Bruno80090:
Ausgezeichnete Debatte ... In Bezug auf diese Aufnahme werden wir nie wissen, was es ist. Die winzigen Abmessungen (wir drehen rund 63 µ) und die Tatsache, dass diese "botryoïden" in das Substrat einbezogen werden, wird die Analyse niemals zulassen ... In jedem Fall kann das (meiner Meinung nach) kein Hauyn sein (kugelig ?) ... Das Substrat scheint auch kein Kalkstein zu sein ... trotz des Vorhandenseins von Calcit (siehe folgendes Foto, das keine Verwirrung verleiht ... nehme ich an). Bis zu Ihren willkommenen Kommentaren, MFG, Bruno
Klaus Schäfer:
Hallo Bruno,
Ich bin über ein Foto gestolpert, das den Effekt der Blaufärbung durch Trübung gut darstellt (Tyndalleffekt). Der Fundort ist zudem der gleiche wie bei deinem Stück.
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