Hallo Ulrich,
danke für die Informationen. Ich persönlich denke, solange wir Manganosit als anerkannten Namen für das Mineral akzeptieren, ist auch Langban als Typlokalität richtig. Dies entspräche auch den Angaben, die die IMA aktuell herausgibt. Wenn die Priorität der ersten Beschreibung zweifelsfrei bei Jasche läge, sollte auch dem Namen Grünmanganerz die Priorität zuerkannt werden.
Der Katalog der "type specimens" der IMA
https://www.ima-cm.org/copy-of-ctms-b-11 gibt für Manganosit als Herkunft an "Sweden - Värmland". Eine Sammlung, die das Typmaterial beherbergt, ist nicht verzeichnet.
In der "Updated list of IMA-approved minerals (March 2024)" unter
https://mineralogy-ima.org/Minlist.htm wird Schweden als Land der Typlokalität von Manganosit angegeben.
In
https://www.handbookofmineralogy.org/pdfs/manganosite.pdf steht als Nachweis für das Typmaterial "Wroclaw University, Wroclaw, Poland, II–1810." Eine Typlokalität wird nicht angegeben, dies ist im Handbook of Mineralogy bei jedem Mineral so. In der Liste der bekannten Fundorte, die in der Regel die Typlokalität ohne spezielle Kennzeichnung enthält, ist hier die Kaiser Franz Mine, Schävenholz, Elbingerode, Harz, nicht verzeichnet.
Mindat.org dagegen gibt als Typlokalität an "Kaiser Franz Mine, Schävenholz, Elbingerode, Oberharz am Brocken, Harz, Saxony-Anhalt, Germany" und bezieht sich auf Jasche (1817).
Die Geschichte zum Namen Grünmanganerz und den Funden von Jasche ist für mich nicht ganz klar. Vermutlich lag Jasche tatsächlich Manganosit vor für seine Beschreibung im Jahr 1817. Die Analyse weicht quantitativ allerdings recht stark ab von den heute anerkannten Werten für Mn und O in Manganosit. Jasche hat ebenfalls von Schävenholz noch den Allagit beschrieben. (C.F. Jasche (1819) Journal für Chemie und Physik Band 24, S. 112). Dabei handelt es sich vermutlich um ein Verwitterungsprodukt von Rhodonit. Später bezeichnet Dana (1892) System of Mineralogy, 6. Auflage, S. 380, Grünmanganerz als Gemenge von Rhodonit und Rhodochrosit. International wird Grünmanganerz also nicht als definiertes Mineral gesehen.
Was ist Eure Ansicht, welche der zwei Typlokalitäten sollen wir hier nun gelten lassen?
Grüße
Jürgen