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Autor Thema: Manganosit  (Gelesen 2934 mal)

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Offline Lexikon

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Offline Ulrich

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Manganosit
« Antwort #1 am: 23 Oct 23, 08:26 »
Hallo,
Ich habe in verschiedenen glaubwürdigen Quellen das Schävenholz (Kaiser Franz) als Typlokalität für Manganosit gefunden (Jasche 1817). Den vorhandenen Eintrag habe ich belassen, er ist zwar deutlich jünger aber scheint mir dennoch möglich.
Ulrich

Offline Erika

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Re: Manganosit
« Antwort #2 am: 19 Jan 24, 19:01 »
Hallo Ulrich,

es wäre schön, wenn Du die entsprechenden Quellen im Abschnitt "Referenzen" aufführen könntest, damit auch andere die Angaben zur Typlokalität nachvollziehen und ggf. gegenprüfen können.

Viele Grüße
Erika

Offline ZEO

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Re: Manganosit
« Antwort #3 am: 20 Jan 24, 12:16 »
Hallo,
der aktuelle Stand mit den zwei Typlokalitäten ist unbefriedigend aus meiner Sicht.

Der Name Manganosit wurde von Blomstrand (1874) geprägt für ein Mineral von Langban; siehe Blomstrand, C.W.: Manganosit, ett nytt mineral från Vermland. Geologiska Föreningens i Stockholm Förhandlingar Vol. 2, Nr. 6 (1874) S. 179-183.  http://dx.doi.org/10.1080/11035897409448657 . Wer mag, findet an anderer Stelle auch den kompletten, schwedischsprachigen Text im Netz ohne Bezahlsperre.

Frühere Beschreibungen dieses Minerals, wohl unter anderem Namen, sind anscheinend vorhanden. Bitte die entsprechenden Quellen angeben. Notwendig wäre dann noch, dass wir mit einer Quelle belegen, durch wen und wann festgestellt wurde, das das früher beschriebene Mineral und der Manganosit von Langban ein und dieselbe Mineralart sind. 

Ich hoffe auf weitere Beiträge.

Jürgen

Offline Ulrich

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Re: Manganosit
« Antwort #4 am: 11 Apr 24, 12:47 »
Hallo.
ich habe meine Quellen zur  Typlokalität von Manganosit noch einmal geprüft:

Die Mineralien des Harzes, W. Ließmann | J. Gröbner, Quelle & Meyer, 2020

Wikipedia und mindat.org

Kleine mineralogische Schriften vermischten Inhalts: Band 1, Christoph Friedrich Jasche, Voigt, 1817

Die Beschreibung des "Grünmanganerz" vom Schävenholz von Jasche ist bei google books nachzulesen https://play.google.com/books/reader?id=SfFhAAAAcAAJ&pg=GBS.PA10&hl=de

mit freundlichen Grüßen
Ulrich Klaffehn

Offline ZEO

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Re: Manganosit
« Antwort #5 am: 18 Apr 24, 17:02 »
Hallo Ulrich,
danke für die Informationen. Ich persönlich denke, solange wir Manganosit als anerkannten Namen für das Mineral akzeptieren, ist auch Langban als Typlokalität richtig. Dies entspräche auch den Angaben, die die IMA aktuell herausgibt. Wenn die Priorität der ersten Beschreibung zweifelsfrei bei Jasche läge, sollte auch dem Namen Grünmanganerz die Priorität zuerkannt werden.

Der Katalog der "type specimens" der IMA https://www.ima-cm.org/copy-of-ctms-b-11 gibt für Manganosit als Herkunft an "Sweden - Värmland". Eine Sammlung, die das Typmaterial beherbergt, ist nicht verzeichnet.
In der "Updated list of IMA-approved minerals (March 2024)" unter https://mineralogy-ima.org/Minlist.htm wird Schweden als Land der Typlokalität von Manganosit angegeben.
In https://www.handbookofmineralogy.org/pdfs/manganosite.pdf steht als Nachweis für das Typmaterial "Wroclaw University, Wroclaw, Poland, II–1810." Eine Typlokalität wird nicht angegeben, dies ist im Handbook of Mineralogy bei jedem Mineral so. In der Liste der bekannten Fundorte, die in der Regel die Typlokalität ohne spezielle Kennzeichnung enthält, ist hier die Kaiser Franz Mine, Schävenholz, Elbingerode, Harz, nicht verzeichnet.
Mindat.org dagegen gibt als Typlokalität an "Kaiser Franz Mine, Schävenholz, Elbingerode, Oberharz am Brocken, Harz, Saxony-Anhalt, Germany" und bezieht sich auf Jasche (1817).

Die Geschichte zum Namen Grünmanganerz und den Funden von Jasche ist für mich nicht ganz klar. Vermutlich lag Jasche tatsächlich Manganosit vor für seine Beschreibung im Jahr 1817. Die Analyse weicht quantitativ allerdings recht stark ab von den heute anerkannten Werten für Mn und O in Manganosit. Jasche hat ebenfalls von Schävenholz noch den Allagit beschrieben. (C.F. Jasche (1819) Journal für Chemie und Physik Band 24, S. 112). Dabei handelt es sich vermutlich um ein Verwitterungsprodukt von Rhodonit. Später bezeichnet Dana (1892) System of Mineralogy, 6. Auflage, S. 380, Grünmanganerz als Gemenge von Rhodonit und Rhodochrosit. International wird Grünmanganerz also nicht als definiertes Mineral gesehen.

Was ist Eure Ansicht, welche der zwei Typlokalitäten sollen wir hier nun gelten lassen?

Grüße
Jürgen

Offline guefz

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Re: Manganosit
« Antwort #6 am: 18 Apr 24, 17:27 »
Unter dem Punkt "Ausführliche Beschreibung" bei Manganosit sollten die hier zusammengetragenen Daten auf jeden Fall eingebaut werden. Dann kann jeder Leser für sich entscheiden, was er als Typlokalität ansieht. Wir sollten hier aber die offizielle IMA-Angabe beibehalten bis irgendwann vielleicht die IMA ihre Meinung ändert.

Offline Haubi

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Re: Manganosit
« Antwort #7 am: 18 Apr 24, 17:35 »
Eine ausführliche Beschreibung gibt doch Thomas Witzke in : Witzke, T. (2013): Die Minerale der Manganlagerstätte Schävenholz bei Elbingerode, Harz. Aufschluss 64, 69-80.

oder auch hier : http://tw.strahlen.org/typloc/manganosit.html

Die IMA will vermutlich am "prominenteren" Fundort festhalten oder hat bislang keine Zeit gefunden, etwas zu ändern.

 

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