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Autor Thema: Kalkstein mit Essigsäure lösen?  (Gelesen 23102 mal)

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Offline hatiras

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Kalkstein mit Essigsäure lösen?
« am: 21 Sep 05, 15:25 »
Hallo,

ich suche eine Möglichkeit Kalkstein (der legendäre Rüdersdorfer Kalk) aufzulösen. Da sind meist diverse Muscheln und Schnecken auf meinen Exemplaren, welche von einer Kalkschicht teilweise zugedeckt sind. Manchmal wird diese mit Wasser schon schmierig, aber da fertig zu werden, ist aufreibend. Von meinen kleinen Chemiekenntnissen weiß ich noch, dass man eventuell mit Säure schneller fertig wird - ist aber auch kritisch, wegen Schäden am Fossil.
Hat schon jemand Erfahrungen z.B. mit Essigsäure und diesem Kalksteintypus gemacht?
Danke für eure Antworten.

Offline Saccharomyces

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Re: Kalkstein mit Essigsäure lösen?
« Antwort #1 am: 22 Sep 05, 13:03 »
Hi Hatiras

Essigsäure kann ich dir nicht empfehlen. Hab da auch schon so meine Erfahrungen mit gemacht. Du könntest das Ganze aber mit Kalilauge (KOH) probieren. So wirds zumindest bei anderen Muschelkalkfossilien gemacht z.B. bei Seelilien. Salzsäure(verdünnt) kann ich nur bedingt empfehlen, wenn dann nur ganz kurz auftragen, da sonst nicht mehr viel von den Muscheln übrig bleibt (so meine Erfahrung).
Empfehlenswert ist es, bevor du zu Chemikalien greifst, deine Muscheln mit einer Art Drahtbürste abzubürsten. Ich hab da immer so einen elektrisches Werkzeug, einen Dremel, für benutzt. Damit konnte man die Muscheln Recht gut freilegen und anschließend mit KOH die Reste entfernen.

Gruß Björn

Offline Moni

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Re: Kalkstein mit Essigsäure lösen?
« Antwort #2 am: 22 Sep 05, 20:04 »
Hallo Hatiras,

Deine Schnecken und Muscheln aus Rüdersdorf befinden sich alle samt im sogenannten Muschelkalk. Ich habe da auch einige Exemplare von der letzten Exkursion. Da ich aber mehr auf den Coelestin "stehe" habe ich mich den Muscheln bezüglich Reinigung noch nicht so gewidmet. Das Weglösen mit Wasser ist aufwendig, geht aber mit Zahnbürste doch sehr gut.

Reinigungsversuche zum Coelestin (der sitzt in Rüdersdorf vornehmlich im Wellenkalk) mit nochmals frei Schnaut.. verdünnter 10%-iger HCl brachte nur wengig, ließ die Kristalle nur wacklich werden.

Ich tendiere daher auch bei den Fossilien zu Wasser und Bürste und spitzen Nadelgerät!!!!

Gruß Moni

Offline hatiras

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Re: Kalkstein mit Essigsäure lösen?
« Antwort #3 am: 27 Sep 05, 20:53 »
ich werde das demnächst mal testen. momentan hab ich noch das problem, kalilauge zu bekommen. die findet sich schon noch. eine apotheke, die das zeug hatte, wollte mir aber keine verkaufen - soviel zum thema gefahrenstoff.  ansonsten bleibt es halt bei der bürste...

Offline Saccharomyces

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Re: Kalkstein mit Essigsäure lösen?
« Antwort #4 am: 27 Sep 05, 22:09 »
Hi hatiras

Unter folgenden Adresse kannste KOH bestellen:

www.fsb-shop.com dort kostet 1kg 9,90€

Alternativ andere Sammler fragen, die kaufen oft das Zeug Sackweise und teilen sich das dann

Gruß Björn


Offline Goldschnecke

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Re: Kalkstein mit Essigsäure lösen?
« Antwort #5 am: 14 Nov 05, 15:28 »
Hallo alle zusammen

Ansonsten ist das Zeug in Jedem Handelsüblichen Kloreiniger. ;)

Gruß sascha.

Offline wolfilain

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Re: Kalkstein mit Essigsäure lösen?
« Antwort #6 am: 14 Nov 05, 15:50 »
Warum nicht essig nehmen ?

Ich finde Calzit verschwindet sehr gut in Essig.
Es Sprudelt auch sehr gut in 10% igem Essig.

Klar bleibt dabei Calziumazetat übrig aber das ist ein salz und sehr gut in wasser löslich.
Daher spüle ich danach das ganze in wasser und fertig.
Wenn ich mich nicht irre blockiert das azetat sogar die säure wenn die lösung übersättigt ist.

grüße
wolfilain

Offline Zuercherella

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Re: Kalkstein mit Essigsäure lösen?
« Antwort #7 am: 23 Nov 05, 22:30 »
Hallo zusammen,

die Fossilien im Muschelkalk sind sehr unterschiedlich zu präparieren, je nach Kalk- oder Aragonitschaler. Kalkschaler, also u.a. Muscheln, Brachipopoden sind meist mit Schale erhalten, ebenso sind Seelilien kalkig überliefert. Bei diesen Formen kann KOH meist gut verwendet werden, wenn auch auf Risse in der Schale und damit verbundene Beschädigungen geachtet werden muss. Die Muschelkalk Kalkschalen sind dazu oft stark durch Spurenelemente verunreinigt, wodurch sie sich auch in KOH lösen (sind halt nicht nur kalkig).
Schnecken und Cephalopoden sind als Steinkerne erhalten, daher ist langfristig weder KOH noch HCL zu empfehlen, da Fossil und umgebendes Gestein eine nahezu identische Konsistenz haben. KOH könnte man zum systematischen Belegen des Umgebungsgesteins nehmen und es um das Fossil herum wegätzen (das Fossil darf dabei keinen Kontakt zur Lauge bekommen), ist aber langwierig. Salzsäure ist zum Beseitigen von Präparationsspuren teilweise ganz brauchbar.
Spricht etwas gegen mechanische Präparation? Eine Kombination aus gröberer Vorpräparation (kleiner Meißel/Pressluftstichel) und feinerer Nachpräparation (Sandstrahlen) hat mich bei Seelilien immer am meisten überzeugt.

Viele Grüße
Michael

 

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