Hallo zusammen,
die Fossilien im Muschelkalk sind sehr unterschiedlich zu präparieren, je nach Kalk- oder Aragonitschaler. Kalkschaler, also u.a. Muscheln, Brachipopoden sind meist mit Schale erhalten, ebenso sind Seelilien kalkig überliefert. Bei diesen Formen kann KOH meist gut verwendet werden, wenn auch auf Risse in der Schale und damit verbundene Beschädigungen geachtet werden muss. Die Muschelkalk Kalkschalen sind dazu oft stark durch Spurenelemente verunreinigt, wodurch sie sich auch in KOH lösen (sind halt nicht nur kalkig).
Schnecken und Cephalopoden sind als Steinkerne erhalten, daher ist langfristig weder KOH noch HCL zu empfehlen, da Fossil und umgebendes Gestein eine nahezu identische Konsistenz haben. KOH könnte man zum systematischen Belegen des Umgebungsgesteins nehmen und es um das Fossil herum wegätzen (das Fossil darf dabei keinen Kontakt zur Lauge bekommen), ist aber langwierig. Salzsäure ist zum Beseitigen von Präparationsspuren teilweise ganz brauchbar.
Spricht etwas gegen mechanische Präparation? Eine Kombination aus gröberer Vorpräparation (kleiner Meißel/Pressluftstichel) und feinerer Nachpräparation (Sandstrahlen) hat mich bei Seelilien immer am meisten überzeugt.
Viele Grüße
Michael