Wir sind vom Urlaub in Kärnten zurück, daher einige "frische" Informationen zum Mineraliensammlen in dieser sehr schönen Gegend:
Besonders interessant sind natürlich Fundstellen der "Alpin-Mineralien", die aber ausnahmslos im Nationalpark Hohe Tauern liegen. Als wäre dies nicht genug, sind die Fundstellen in der Regel oberhalb 2000 m und im Zentralgebiet des Nationalparks gelegen. Das bedeutet absolutes Sammelverbot. Das Land Kärnten hatte in Vergangenheit Sammlern, die der Fachgruppe des NHM Wien angehören, eine Sammelerlaubnis erteilt. Mit den neuen verschärften Bedingungen ist die weitere Verfahrensweise selbst für diese Sammler ungewiss. Mit welchen scharfen Geschützen man den Nationalpark vor Raubbau schützen will, lässt erahnen, wenn selbst den Grundstückseigentümern untersagt ist, Mineralstufen vom Boden aufzuheben und dem Nationalpark quasi zu entnehmen (an Nachgraben ohne, geschweige mit Werkzeug gar nicht zu denken). Das verschärfte Landesgesetz greift also auch bei privatem Besitz: Selbst, wenn ein Steinbruchbesitzer die Erlaubnis zum Sammlen erteilen würde, wäre es dennoch von Landes wegen untersagt.
Im Übrigen ist das nicht nur hohles Geschwätz. Allein in Mallnitz (Ankogelgruppe, Grünschiefer der Törlköpfe usw.) wurden 27 junge Leute als Ranger angeheuert, die nun die Berge hoch und runter hirscheln, um den bösen Sammlern und anderen Naturschändern das Handwerk zu legen (notfalls mit 30.000 EURONEN Strafe). Im Zentralgebiet sind die Ranger und Forstaufseher/Jäger authorisiert, einen Blick in die Rucksäcke der Wanderer zu werfen...
Uns blieben daher nur die Reserve-Kisten der alteingesessenen Sammler und die bloße Inaugenscheinnahme der geöffneten Klüfte vor Ort (um zumindest eine gewisse Authentizität zu bekommen...). Schade und unverständlich aus mehreren Sichtweisen: Die Alpen liegen (gott sei dank) nicht nur in Kärnten. In anderen Regionen (Salzburg und Tirol) ist das Sammeln zwar auch eingeschränkt, aber zumindest möglich (auch, wenns paar EURO kostet). Mit anderen Worten könnte es zum Wahnsinnsfall kommen, dass die Salzburger auf ihrer Seite eine Kluft aufmachen und die tollsten Raketen rausholen, während die Kärntner 1 Meter hinter der Landesgrenze nur zugucken dürfen, obwohl sie den Verlauf der Kluft unter ihren Füßen ausmachen können. Noch unverständlicher wird es, wenn man z.B. in den Wurten (Zentralgebiet!) sieht, wie der Staat selbst hektarweise Fels planiert, um Skiabfahrten zu bauen oder um sein Wasserkraft-Programm weiter zu verfolgen. Offenbar wird hier nur mit Werkzeug aus Schaumstoffund Gummi gearbeitet, oder?
Fazit: Mineralien sammeln in Kärnten setzt ausgesprochene Chuzpe voraus. Anderswo gibts auch schöne Fundstellen....