Glück Auf!
Okenit ist kein direkter Ersatz für Asbest (Chrysotil, Krokydolith, Amosit) und wurde nie industriell als solcher verwendet. Aufgrund seiner geringen mechanischen Festigkeit, begrenzten chemischen und thermischen Beständigkeit sowie seiner Seltenheit in der Natur hat es keine relevante technische oder industrielle Bedeutung.
Als lungengängige Partikel gelten solche mit einer Größe unter 10 µm (PM10), wobei besonders Partikel unter 2,5 µm (PM2.5) kritisch sind, da sie tief in die Lunge eindringen und sich dort ablagern können. Partikel unter 1 µm gelangen bis in die Lungenbläschen. Asbestfasern sind besonders problematisch, da sie entweder direkt oder durch die körpereigene Reaktion auf ihre Anwesenheit die Lungenfunktion beeinträchtigen. Zudem können sie vom Körper nur sehr langsam abgebaut werden, was zu einer langen Verweildauer in der Lunge führt. Hohe Dosen und/oder eine Dauerbelastung mit lungengängigen Asbestfasern können die Lungenfunktion merklich einschränken.
Okenit bildet von Natur aus faserige Kristalle, die durch mechanische Einwirkung wie Zerreiben oder natürliche Verwitterung in kleinere Fragmente zerfallen können. Allerdings erfordert es bereits Aufwand, um eine kritische Menge an lungengängigen Partikeln zu erzeugen und diese muss ja auch noch in die Luft und in die Lunge gelangen. Unter normalen Umgebungsbedingungen bleibt Okenit stabil und zerfällt nicht spontan in sehr feine Fasern. Okenitfasern sind chemisch weniger beständig als Asbest und können vom Körper schneller abgebaut werden. Dennoch sollte, wie bei allen Mineralstäuben, die Entstehung feiner Okenitstäube vermieden werden, und bei Bearbeitung oder Verarbeitung, bei der der Stäube enstehen, sollte ein geeigneter Atemschutz getragen werden. Langzeitstudien zur Toxizität von Okenit fehlen, doch generell sind faserige Minerale, die in die Lunge gelangen, als potenziell problematisch einzustufen. Eine potenzielle Gesundheitsgefahr besteht bei Inhalation feiner Okenitpartikel, wenn diese tief in die Lunge gelangen, allerdings gibt es keine eindeutigen Hinweise auf eine vergleichbare Gefährlichkeit wie bei Asbest.
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Das Felsenmammut