Es gibt verschiedene Ansätze, solche Bergeisen zu präparieren. Wenn Du nach "Konservierung Eisenfunde" o.ä. googelst, wirst Du einige Anleitungen finden.
Es wurden sehr gute Erfahrungen mit folgendem Vorgehen gemacht: Den Fund evtl. einige Tage bis Wochen wässern (um Huminsäure etc. zu entfernen), dann gut (!!!) durchtrockenen lassen, idealerweise einige Wochen an einem warmen Ort. Fund fest einspannen und mit einer Drahtbürste (evtl. an einer Flex) den losen Rost entfernen. Das klingt rabiat, aber meistens befindet sich direkt auf dem Metall ohnehin eine sehr feste, dunkle, sinterartige Oxidschicht, die das aushält und das Metall selbst schützt. Punktuell kommt evtl. auch das faserig erscheinende Metall selbst zum Vorschein, dann dort nicht weiter bürsten, um das Metall nicht zu glätten.
Das Auge (das Loch für den "Stiel") ggf. mit einem Dremel mit Diamantspitze freilegen. Einfacher geht es, falls vorhanden, mit einem elektrischen/pneumatischen Präparierstichel. Anschließend das Fundstück im Backofen gründlich auf ca. 100° erwärmen und dann mit geschmolzenem Bienenwachs satt einlassen. Das überflüssige Wachs mit einem Lappen entfernen und erkalten lassen - fertig.
Bergeisen etc., die so behandelt wurden, zeigen in der Regel auch nach Jahrzehnten keinen weiteren Zerfall, wie z.B. das berüchtigte "Aufblättern" des Metalls. Das Bild im Anhang zeigt, wie das Resultat aussehen kann.
Falls Du Pech hast und das Eisen bereits komplett durchoxidiert ist, wirst Du das Fundstück wahrscheinlich mit dieser Prozedur zerstören. Das ist das Restrisiko, aber das kann man m.E. in Kauf nehmen. Die meisten Funde haben nur eine oberflächliche Oxidschicht.
GANZ wichtig: Wie bei Mineralien muss so ein Fund immer mit genauen Informationen zum Fundort versehen werden. Sonst ist er wissenschaftlich weitgehend wertlos. Leider liegen in vielen Mineraliensammlungen solche Gezähe als "Beifunde" ohne jegliche Fundstellendaten.
Viele Grüße,
Helge