Heyhey, Mineralienfreunde! :]
Ich war über Weihnachten auf Fuerteventura und habe dort an einigen Stellen Minerale gesammelt. Eine Lokalität, die sich aus verschiedenen Gründen als interessant erwies, war der Barranco de las Peñitas im Westen der Insel. Die Geologie dort ist von Plutonen geprägt, hauptsächlich Syenit, der an vielen Stellen etwas gröber auskristallisiert ist (weiß nicht, ob man das schon Pegmatit nennen kann, aber es geht in die Richtung). Außerdem ist der Bereich für dort vorkommende seltene Erden bekannt, und Monazit wurde in der Nähe schon gefunden.
Ich habe dort eine Stufe aufgesammelt, die mich zunächst wegen ihrer großen Feldspat-Kristalle und auch wegen des hübsch aussehenden Schörls interessiert hat. Sie lag eine Weile lang auf der Kippe, ob ich sie tatsächlich behalten will oder nicht - bis ich sie mir noch einmal genauer angesehen habe und darauf einige kleine Kristalle entdeckt habe, die definitiv mein Interesse geweckt haben.
Die beiden Kristalle auf dem zweiten/dritten Bild sind etwa 0.5 mm (links) und etwas über 1 mm (rechts) groß. Der größte auf dem vierten Bild ist etwa so groß wie der andere etwas dunkle, also auch um die 0.5 mm. Die dunklen rotbräunlichen Kristalle haben einen intensiven, glas- bis diamantähnlichen Glanz. Der gelbgrüne Kristall hat einen ähnlichen Glanz an ungebrochenen Kristallflächen (ist leider etwas schwierig, das mit dem Mikroskop festzuhalten).
Ich habe dazu mal ChatGPT befragt (ich weiß, ich weiß, ist keine gute Quelle und erzählt einem gern mal Unsinn, aber zumindest als Ausgangspunkt zur Einschränkung ist es ganz nützlich, würd ich meinen) und nachdem ich so viele Umgebungsfaktoren wie möglich eingegeben hatte, waren die beiden wahrscheinlichsten Optionen, die es mir ausgespuckt hat, Xenotim-(Y) und Monazit-(CE), mit eventueller Chance auf Euxenit-(Y). Rutil und Titanit wurden auch vorgeschlagen, und Titanit hab ich in der Gegend auch in größeren Mengen in sehr klaren, schönen, gelben Kristallen gefunden, allerdings in einem anderen Umgebungsgestein (einem eher feinkörnigen, bläulichen Syenit). Rutil passt farblich halbwegs zu den dunklen Kristallen, aber passt das auch von der Kristallform her? Und was wäre dann das grünliche Mineral?
Ein Merkmal, das mich Richtung Xenotim/Monazit/Euxenit(?) lenkt, ist, dass der Bereich, in dem diese Kristalle vorkommen, ganz leicht radioaktiv ist (etwa 0.05 bis 0.1 μSv/h über der Hintergrundstrahlung), was durch gebundenes U/Th in den entsprechenden Mineralen kommen kann. Ist allerdings schwer festzustellen, ob diese minimale, kaum messbare Strahlung jetzt von den kleinen Kristallen ausgeht oder ob ansonsten in diesem gröber auskristallisierten Bereich etwas anderes strahlt.
Mohshärte oder Strichfarbe würde da wohl weiterhelfen, aber ist bei so winzigen Kristallen nicht so gut machbar, und da es jetzt nicht so viele Exemplare sind, würd ich ungern welche beschädigen.
Ansonsten ist im Umgebungsgestein kaum bis kein Quarz und außerhalb der gröber auskristallisierten Bereiche ist an einigen Stellen Glimmer (Muskovit? jedenfalls dunkel; meist plättchenhaft, wie man es kennt, teils aber auch nadelig) zu finden, falls das bei der Bestimmung weiterhelfen könnte.
Geht man einfach mal davon aus, wie wahrscheinlich es ist, welche dieser Minerale zu finden, werden es wohl Rutil und/oder Titanit sein (obwohl ich mir nicht sicher bin, ob das von der Kristallstruktur her passt), aber dadurch, dass dort auch seltene Erden vorkommen, zumindest Monazit schon gefunden wurde und eine leichte Radioaktivität vorliegt, schließe ich nicht aus, dass es eins der Seltenerdminerale sein könnte. Was meint ihr?
GA und viele Grüße,
Leo