Heyhey, Mineralienfreunde! :]
Ich war gestern im Bereich des Kupfergrübner Schachtes, nahe der Sadisdorfer Pinge in Sachsen, auf einer kleinen Halde unterwegs, auf der ich mir das eine oder andere Stück Glimmer-Greisen genauer angeschaut habe. Dabei fand ich unter anderem dieses blaue Mineral, zuerst als kleinere Körner eingewachsen im Quarz und dann auch als massigeres Aggregat (zusammen mit weiteren kleinen Körnern im selben Stück). Als ich das im Greisen gefunden hab, hab ich mich natürlich erstmal gefreut - könnte ja Kolbeckit sein. Aber mir ist klar, dass es dort neben dem noch weitere blaue Minerale gibt. Ich konnt es bisher noch nicht so recht genauer eingrenzen - Kristallflächen sind keine erkennbar, obwohl ich mehrere Stücke gefunden habe, in dem das Mineral enthalten ist (ist meist entweder komplett vom Quarz umschlossen oder eben das massige Aggregat, das entweder einfach keine guten Kristallflächen ausgebildet hat oder etwas verwittert ist).
Zu den Eigenschaften: die Mohshärte liegt bei etwa 3 bis 3,5 (4 ritzt es, 3 nicht) und die Strichfarbe (die ich aus dem durch das Ritzen entstandenen Staub ableite, wenn das so machbar ist) ist weiß. Das Mineral selbst scheint nicht zu fluoreszieren, allerdings habe ich beobachtet, dass es fast immer mit irgendetwas anderem vorkommt, das unter Kurz- bis Langwelle gelb fluoresziert, am stärksten unter Mittel- und Langwelle. Dieses andere Mineral scheint immer so an den Randbereichen der Körner vorzukommen (vielleicht ein Sekundärmineral oder mit irgendwas verwachsen?). Der Glanz lässt sich etwas schwer bestimmen, da die meisten Kristalle ziemlich abgerollt wirken, aber unter der Lupe hab ich zumindest ein paar gefunden, die frisch gebrochen zu sein scheinen und eine recht starken, glasigen Glanz aufweisen, ähnlich wie Quarz. Der Bruch sieht ziemlich uneben aus. Ansonsten ist es halbwegs durchscheinend.
Soweit ich das von Bildern von Mineralien aus der Lokalität gesehen habe, kämen ja nur 4 blaue, durchscheinende Minerale vor - (Fluor-)Apatit, Chalkanthit, Spangolith und Kolbeckit. Die gelbe Fluoreszenz könnte einen erstmal dazu verleiten, Richtung Apatit zu denken, aber die ist nicht wirklich durchgängig - wie gesagt, das Mineral an sich scheint nicht zu fluoreszieren, sondern nur die "Randbereiche". Die Mohshärte schließt Apatit (mit einer Härte von 5) aber auch aus. Chalkanthit wiederum hat eine Härte von 2,5 und sollte sich demnach mit 3 ritzen lassen, was nicht der Fall ist.
Blieben da noch Kolbeckit und Spangolith. Ersterer wäre ja der Hammer, aber ich wag es zu bezweifeln. Kolbeckit hat zwar die entsprechende Mohs-Härte und wächst an manchen Lokalitäten so massig, aber von Sadisdorf ist er ja eher als kleine, perfekte ausgebildete Kristalle bekannt. Farblich würd's halbwegs passen, auch von der Strichfarbe her, aber ich hab trotzdem so meine Zweifel. Spangolith passt von der Mohshärte her und da hab ich auch ähnliche Wuchsformen gefunden, aber da passt die Strichfarbe nicht. Kann aber auch gut sein, dass es etwas komplett anderes ist, das ich bisher nicht auf dem Schirm habe.
Der Vollständigkeit halber... an etwas abgeriebenen Fluorit habe ich anfangs auch schon gedacht. Hab ich schon ähnliche Stücke gefunden, was Farbe und Form betrifft. Allerdings passt da halt die Mohshärte und Fluoreszenz absolut nicht. Außerdem sind hier und da sind kleine, tiefviolette Fluoritwürfel mit dem Mineral verwachsen/in dessen Nähe zu finden, was mir schon vor der Bestimmung der Mohshärte und Fluoreszenz gesagt hat, dass es sich dabei wahrscheinlich nicht darum handeln wird. Dass die Strahlung sich nur einzelne Würfel in einer Masse heraussucht wäre mir neu. x)
Hier ein paar Bilder von dem größeren, massigeren Stück (jup, viel besser gingen sie leider bisher nicht - sorry ;/). Wenn ich von den anderen Stücken mit den kleineren von Quarz umschlossenen Körnern noch ein paar halbwegs anständige Bilder machen kann, stell ich die auch noch mit rein. Bildbreite bei den Mikroskop-Bildern ist 8 mm.
Ignoriert die Kupferspäne auf dem ersten Bild, die sind noch Überbleibsel vom Ritzen. Beim letzten Bild ist es etwas schwer zu erkennen, aber das fragliche Mineral befindet sich in der oberen Hälfte des Stücks und ist leider größtenteils von einer bräunlichen Kruste bedeckt, aber hier und da schimmerts bläulich durch.
Mir ist auch klar, dass das wohl ein bisschen ein Rätselraten werden wird mit diesen Bildern ohne klare Kristallformen oder gut erkennbaren Glanz. x) Würd mich nur interessieren, was ihr meint, was das sein könnte und ob ich da schon in die richtige Richtung denke oder ob ich da irgendwas komplett übersehe. Falls die Bilder nicht genau genug sind oder weitere Bilder hilfreich wären, mach ich auch gern nochmal ein paar mehr!