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Autor Thema: Bläuliches Mineral von Sadisdorf?  (Gelesen 1824 mal)

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Offline Leofwin

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Bläuliches Mineral von Sadisdorf?
« am: 21 May 25, 19:47 »
Heyhey, Mineralienfreunde! :]

Ich war gestern im Bereich des Kupfergrübner Schachtes, nahe der Sadisdorfer Pinge in Sachsen, auf einer kleinen Halde unterwegs, auf der ich mir das eine oder andere Stück Glimmer-Greisen genauer angeschaut habe. Dabei fand ich unter anderem dieses blaue Mineral, zuerst als kleinere Körner eingewachsen im Quarz und dann auch als massigeres Aggregat (zusammen mit weiteren kleinen Körnern im selben Stück). Als ich das im Greisen gefunden hab, hab ich mich natürlich erstmal gefreut - könnte ja Kolbeckit sein. Aber mir ist klar, dass es dort neben dem noch weitere blaue Minerale gibt. Ich konnt es bisher noch nicht so recht genauer eingrenzen - Kristallflächen sind keine erkennbar, obwohl ich mehrere Stücke gefunden habe, in dem das Mineral enthalten ist (ist meist entweder komplett vom Quarz umschlossen oder eben das massige Aggregat, das entweder einfach keine guten Kristallflächen ausgebildet hat oder etwas verwittert ist).

Zu den Eigenschaften: die Mohshärte liegt bei etwa 3 bis 3,5 (4 ritzt es, 3 nicht) und die Strichfarbe (die ich aus dem durch das Ritzen entstandenen Staub ableite, wenn das so machbar ist) ist weiß. Das Mineral selbst scheint nicht zu fluoreszieren, allerdings habe ich beobachtet, dass es fast immer mit irgendetwas anderem vorkommt, das unter Kurz- bis Langwelle gelb fluoresziert, am stärksten unter Mittel- und Langwelle. Dieses andere Mineral scheint immer so an den Randbereichen der Körner vorzukommen (vielleicht ein Sekundärmineral oder mit irgendwas verwachsen?). Der Glanz lässt sich etwas schwer bestimmen, da die meisten Kristalle ziemlich abgerollt wirken, aber unter der Lupe hab ich zumindest ein paar gefunden, die frisch gebrochen zu sein scheinen und eine recht starken, glasigen Glanz aufweisen, ähnlich wie Quarz. Der Bruch sieht ziemlich uneben aus. Ansonsten ist es halbwegs durchscheinend.

Soweit ich das von Bildern von Mineralien aus der Lokalität gesehen habe, kämen ja nur 4 blaue, durchscheinende Minerale vor - (Fluor-)Apatit, Chalkanthit, Spangolith und Kolbeckit. Die gelbe Fluoreszenz könnte einen erstmal dazu verleiten, Richtung Apatit zu denken, aber die ist nicht wirklich durchgängig - wie gesagt, das Mineral an sich scheint nicht zu fluoreszieren, sondern nur die "Randbereiche". Die Mohshärte schließt Apatit (mit einer Härte von 5) aber auch aus. Chalkanthit wiederum hat eine Härte von 2,5 und sollte sich demnach mit 3 ritzen lassen, was nicht der Fall ist.
Blieben da noch Kolbeckit und Spangolith. Ersterer wäre ja der Hammer, aber ich wag es zu bezweifeln. Kolbeckit hat zwar die entsprechende Mohs-Härte und wächst an manchen Lokalitäten so massig, aber von Sadisdorf ist er ja eher als kleine, perfekte ausgebildete Kristalle bekannt. Farblich würd's halbwegs passen, auch von der Strichfarbe her, aber ich hab trotzdem so meine Zweifel. Spangolith passt von der Mohshärte her und da hab ich auch ähnliche Wuchsformen gefunden, aber da passt die Strichfarbe nicht. Kann aber auch gut sein, dass es etwas komplett anderes ist, das ich bisher nicht auf dem Schirm habe.

Der Vollständigkeit halber... an etwas abgeriebenen Fluorit habe ich anfangs auch schon gedacht. Hab ich schon ähnliche Stücke gefunden, was Farbe und Form betrifft. Allerdings passt da halt die Mohshärte und Fluoreszenz absolut nicht. Außerdem sind hier und da sind kleine, tiefviolette Fluoritwürfel mit dem Mineral verwachsen/in dessen Nähe zu finden, was mir schon vor der Bestimmung der Mohshärte und Fluoreszenz gesagt hat, dass es sich dabei wahrscheinlich nicht darum handeln wird. Dass die Strahlung sich nur einzelne Würfel in einer Masse heraussucht wäre mir neu. x)

Hier ein paar Bilder von dem größeren, massigeren Stück (jup, viel besser gingen sie leider bisher nicht - sorry ;/). Wenn ich von den anderen Stücken mit den kleineren von Quarz umschlossenen Körnern noch ein paar halbwegs anständige Bilder machen kann, stell ich die auch noch mit rein. Bildbreite bei den Mikroskop-Bildern ist 8 mm.
Ignoriert die Kupferspäne auf dem ersten Bild, die sind noch Überbleibsel vom Ritzen. Beim letzten Bild ist es etwas schwer zu erkennen, aber das fragliche Mineral befindet sich in der oberen Hälfte des Stücks und ist leider größtenteils von einer bräunlichen Kruste bedeckt, aber hier und da schimmerts bläulich durch.

Mir ist auch klar, dass das wohl ein bisschen ein Rätselraten werden wird mit diesen Bildern ohne klare Kristallformen oder gut erkennbaren Glanz. x) Würd mich nur interessieren, was ihr meint, was das sein könnte und ob ich da schon in die richtige Richtung denke oder ob ich da irgendwas komplett übersehe. Falls die Bilder nicht genau genug sind oder weitere Bilder hilfreich wären, mach ich auch gern nochmal ein paar mehr!

Offline vandendrieschen

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Re: Bläuliches Mineral von Sadisdorf?
« Antwort #1 am: 21 May 25, 23:19 »
Hallo,
ich tippe auf von Quarz durchzogenen grobkristallinen Fluorit als auf Spangolith. Auf Fluoreszens würde ich mich nicht verlassen.

Offline felsenmammut

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Re: Bläuliches Mineral von Sadisdorf?
« Antwort #2 am: 22 May 25, 05:27 »
Glück Auf!

Basierend auf Beschreibung und Farbgebung schlage ich mal Apatit vor.

Mit freundlichen Grüßen

Das Felsenmammut
« Letzte Änderung: 22 May 25, 06:44 von felsenmammut »

Offline uwe

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Re: Bläuliches Mineral von Sadisdorf?
« Antwort #3 am: 22 May 25, 08:00 »
Bei dem dunkelblauen denle ich auch an Fluorit. Die grünöichblaue Färbung des begleitenden Quarzes kann von den dort reichlich vorkommenden Kupfermineralen herrühren. Die Kolbeckite, weche ich von dort gesehen habe (und es waren nicht viele) waren Einzelkristalle. Apatit von dort kenne ich nur als farblose. säulige Kristalle.

Gruß
Uwe

Offline vandendrieschen

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Re: Bläuliches Mineral von Sadisdorf?
« Antwort #4 am: 22 May 25, 09:30 »
Ja, die Apatite von da sind farblos.

Offline Chrisch

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Re: Bläuliches Mineral von Sadisdorf?
« Antwort #5 am: 22 May 25, 13:39 »
Ist ein typisches Greisenstück von Sadisdorf. Alles Grünlichblaue ist sicherlich Apatit, die violetten Tupfer Fluorit. Kolbeckite würden, wenn überhaupt, in den glimmerreichen Drusen im oberen Bereich des Handstückes sitzen. Außerdem weisen sie i.d.R. klar blaue Farben auf - ohne Grün- oder Violett-Töne, seltener farblos oder grünlichgrau, sind generell als idiomorphe xx ausgebildet und zeigen zumindest in Sadisdorf immer die charakteristischen scharfkantigen xx-Formen.
Für eingewachsenen Apatit ist dieser grünlichblaue Farbton typisch, freie Kristalle sind oft farbzonar und das Farbspektrum reicht von farblos über alle möglichen Grün- und Blautöne bis zu fleischfarben (dann meist tafelig und flächenarm), aber nie rein "kolbeckitblau"  :).

Gruß Chrisch

Offline Leofwin

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Re: Bläuliches Mineral von Sadisdorf?
« Antwort #6 am: 22 May 25, 15:17 »
Hallo,
ich tippe auf von Quarz durchzogenen grobkristallinen Fluorit als auf Spangolith. Auf Fluoreszens würde ich mich nicht verlassen.
Jau, wie schon erwähnt - den Gedanken hatte ich auch, aber da weder Fluoreszenz noch Härte passt und an sich der gesamte Bereich tiefviolett sein sollte, wenn es Fluorit wäre (der wird ja durch Strahlung so gefärbt, ähnlich wie Amethyst) und nicht nur einige klar abgegrenzte Würfel in ansonsten blauer Masse, bin ich mir relativ sicher, dass es kein Fluorit ist. Und jup, ich verlass mich selten rein auf Fluoreszenz, da die nicht immer verlässlich ist, aber bei Fluorit, der nicht tiefviolett ist, habe ich bisher an sich immer eine gut sichtbare leuchtend blaue bis violette Fluoreszenz gesehen. Bei dem Blauton würde ich schon erwarten, dass da zumindest etwas zu sehen wäre, wenn es Fluorit wäre. Es sind aber vor allem die anderen genannten Eigenschaften, die mich da eher nicht an Fluorit denken lassen.

Bei dem dunkelblauen denle ich auch an Fluorit. Die grünöichblaue Färbung des begleitenden Quarzes kann von den dort reichlich vorkommenden Kupfermineralen herrühren. Die Kolbeckite, weche ich von dort gesehen habe (und es waren nicht viele) waren Einzelkristalle. Apatit von dort kenne ich nur als farblose. säulige Kristalle.

Gruß
Uwe
Absolut! Das dunkelblaue/violette sind Fluoritwürfel, da bin ich mir auch recht sicher. Was das umliegende blaue Mineral betrifft - hmmm, ja, kupferhaltiger Quarz klingt auch logisch, wenn man an die Lokalität denkt und sich die Farbe so anschaut, aber da passt die Härte von 3 bis 3,5 nicht (wie oben erwähnt, 4 ritzt es, 3 nicht). Ich mess das aber nochmal an einer anderen Stelle, um sicherzugehen.

Basierend auf Beschreibung und Farbgebung schlage ich mal Apatit vor.
Ist ein typisches Greisenstück von Sadisdorf. Alles Grünlichblaue ist sicherlich Apatit, die violetten Tupfer Fluorit.
Um ganz ehrlich zu sein war das auch das, woran ich ursprünglich am ehesten geglaubt hab. Ist halt das wahrscheinlichste. Da würde dann auch die gelbe Fluoreszenz in manchen Bereichen Sinn machen. Mich wundert da bloß, dass es vom Ritzstift mit Härte 4 geritzt wird - Apatit ist ja das Referenzmineral für Härte 5. Aber wie oben erwähnt, ich guck mal, ob ich noch eine andere Stelle finde, an der man es gut ritzen kann, und überprüf das nochmal.

Kolbeckite würden, wenn überhaupt, in den glimmerreichen Drusen im oberen Bereich des Handstückes sitzen. Außerdem weisen sie i.d.R. klar blaue Farben auf - ohne Grün- oder Violett-Töne, seltener farblos oder grünlichgrau, sind generell als idiomorphe xx ausgebildet und zeigen zumindest in Sadisdorf immer die charakteristischen scharfkantigen xx-Formen.
Für eingewachsenen Apatit ist dieser grünlichblaue Farbton typisch, freie Kristalle sind oft farbzonar und das Farbspektrum reicht von farblos über alle möglichen Grün- und Blautöne bis zu fleischfarben (dann meist tafelig und flächenarm), aber nie rein "kolbeckitblau"  :).
Ahja - danke, dann schau ich erstmal echt nur in den Drusen des Glimmer-Greisens danach. Kommen die überhaupt irgendwie eingewachsen vor oder sind die ausschließlich in den Drusen zu finden? Tatsächlich würd ich den Bildern, die ich so gesehen habe, zweiteres entnehmen, aber ich frag besser nochmal nach. x) Was die Farbe auf meinen Bildern betrifft - das Stück wirkt im Tageslicht weniger grünlich und noch etwas blauer. Aber das ändert natürlich nichts daran, dass es ein massiges Aggregat ist und somit wohl kein Kolbeckit. x) Ich freu mich aber auch über Fluorapatit - hab ich vorher noch nicht gefunden und ich jag Mineralien mit Typlokalität in Sachsen, wozu es ja gehört (wenn die auch bei den Greifensteinen und nicht in Sadisdorf liegt).

Danke euch für euren Input! :]

Hier sind noch ein paar Bilder von einem anderen Stück, in dem hier und da kleine blaue Farbtupfer im Quarz zu erkennen sind. Da das Licht, das zu meinem Mikroskop gehört, recht gelblich ist, hab ich es nochmal mit einem anderen, neutraleren Licht beleuchtet. Die Farben, wie sie auf den Mikro-Fotos hier sind, sind deutlich näher an der Realität. Im letzten Bild muss man ganz genau hinschauen (hauptsächlich im linken unteren Quadranten und im rechten oberen), dann erkennt man die blauen Punkte. Sonst sieht's bloß aus wie ein gewöhnliches Stück Quarz. x) Das grüne ist Algenbelag, den ich noch nicht vollständig entfernen konnte.

EDIT: Wenn ich mir die Mikroskop-Bilder so anschau, könnt ich mir vorstellen, dass bei stärkerer Vergrößerung eventuell doch Kristallflächen hier und da zu sehen sein könnten. Ich schraub mal die stärkere Vergrößerung dran und guck da nochmal genauer nach.
« Letzte Änderung: 22 May 25, 15:24 von Leofwin »

Offline vandendrieschen

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Re: Bläuliches Mineral von Sadisdorf?
« Antwort #7 am: 22 May 25, 15:47 »
und an sich der gesamte Bereich tiefviolett sein sollte, wenn es Fluorit wäre (der wird ja durch Strahlung so gefärbt, ähnlich wie Amethyst)
äh. Nein.

und nicht nur einige klar abgegrenzte Würfel in ansonsten blauer Masse, bin ich mir relativ sicher, dass es kein Fluorit ist. Und jup, ich verlass mich selten rein auf Fluoreszenz, da die nicht immer verlässlich ist, aber bei Fluorit, der nicht tiefviolett ist, habe ich bisher an sich immer eine gut sichtbare leuchtend blaue bis violette Fluoreszenz gesehen.
ja, der sichbare Wellenbereich deiner UV Lampe. Aber nicht unbedingt eine Fluoreszenz.

Bei dem Blauton würde ich schon erwarten, dass da zumindest etwas zu sehen wäre, wenn es Fluorit wäre. Es sind aber vor allem die anderen genannten Eigenschaften, die mich da eher nicht an Fluorit denken lassen.
Wieso?

Offline vandendrieschen

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Re: Bläuliches Mineral von Sadisdorf?
« Antwort #8 am: 22 May 25, 15:58 »
ich jag Mineralien mit Typlokalität in Sachsen,
Das Sammelgebiet ändert sich noch paar mal.  :D
Haste schon Titanit von der Typolokalität vom Plauenschen Grund?

Offline oliverOliver

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Re: Bläuliches Mineral von Sadisdorf?
« Antwort #9 am: 22 May 25, 16:12 »
Laut Lexikon (und auch mindat) ist die Titanit-TL aber nicht der Plauensche Grund, sondern
    

Deutschland/Bayern/Niederbayern, Bezirk/Passau, Landkreis/Hauzenberg/Titanit-Vorkommen

Lokalpatriotismus schön und gut, aber man brauchts auch nicht zu übertreiben  >:D

Offline Leofwin

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Re: Bläuliches Mineral von Sadisdorf?
« Antwort #10 am: 22 May 25, 19:05 »
und an sich der gesamte Bereich tiefviolett sein sollte, wenn es Fluorit wäre (der wird ja durch Strahlung so gefärbt, ähnlich wie Amethyst)
äh. Nein.
Also, das war mein Wissensstand bisher. Nicht jeder violette Fluorit ist durch Strahlung entstanden, es gibt auch Calcium-Einlagerungen, die diese Farbe hervorrufen können (wie man es manchmal bei Fluorit mit violetter Bänderung sieht) - allerdings dann eher ein helles, durchscheinendes violett (oder bläulich). Das dunkle, nahezu lichtundurchlässige violett, das wir von vielen Lokalitäten in Sachsen kennen, ist wiederum durch Defekte im Kristallgitter entstanden, die durch längere Strahlung hervorgerufen wurden. Das ist auch der Grund, warum der Fluorit in Menzenschwand in der Nähe der Uranabbaugebiete so durchgängig tiefviolett/annährend schwarz ist. Der meiste Fluorit in den Gebieten um Bärenhecke/Johnsbach oder anderen im Erzgebirge ist ähnlich dunkel (zumindest die dünneren bis mitteldicken Schichten), aus dem selben Grund.
Es ist allerdings auch gut möglich, dass ich mir das so bloß vereinfacht eingeprägt habe und da noch deutlich mehr dazugehört. Eine kurze Google-Recherche zur Überprüfung scheint das aber zu bestätigen.

ja, der sichbare Wellenbereich deiner UV Lampe. Aber nicht unbedingt eine Fluoreszenz.
Definitiv nicht. Ich hab zwei langwellige UV-Lampen mit gefiltertem Licht (Convoy C8 und UV Beast) - die hab ich mir zugelegt, um genau dem vorzubeugen. Ich hab mit einer einfachen langwelligen UV-Lampe ohne gefiltertes Licht angefangen, aber da mich das sichtbare Licht genervt hat und ich mir sicher sein wollte, dass das, was ich sehe, wirklich Fluoreszenz ist und nicht bloß der sichtbare Anteil des Lichts, hab ich mir eben die beiden gefilterten zugelegt. Wenn ich in einem komplett dunklen Raum damit eine Stufe beleuchte, die teils fluoreszierende, teils nicht fluoreszierende Minerale enthält, leuchten erstere auf, während der Rest tatsächlich annährend schwarz bleibt. Eine ungefilterte UV-Lampe kommt mir nicht mehr ins Haus. x)

Bei dem Blauton würde ich schon erwarten, dass da zumindest etwas zu sehen wäre, wenn es Fluorit wäre. Es sind aber vor allem die anderen genannten Eigenschaften, die mich da eher nicht an Fluorit denken lassen.
Wieso?
Weil das laut allen mir geläufigen Quellen die zu erwartende Luminiszenz ist. Es gibt auch durchscheinenden oder klaren Fluorit, der nicht oder nur ganz schwach fluoresziert, aber der Großteil des Fluorits, der nicht tiefviolett und nahezu opak ist, leuchtet unter gefilterter Langwelle klar blau, blau-violett oder violett auf (obwohl es hier und da auch andere Farben wie weiß oder gelb gibt; hab auch schon weiß fluoreszierenden Fluorit auf Fuerteventura gefunden). Bisher hat sich das tatsächlich bei allen Stücken, die ich im Erzgebirge gefunden hab und nicht tiefviolett waren, bestätigt. Heißt nicht, dass das überall so ist (hängt ja von den Aktivatoren im Mineral ab und die können von Gegend zu Gegend schon etwas unterschiedlich sein), aber das war zumindest soweit meine Erfahrung. Ich halt fast jede Stufe, die mir halbwegs interessant vorkommt, mal unter das UV-Licht, weil mich das Thema Luminiszenz fasziniert.

Das Wort "Fluoreszenz" kommt tatsächlich vom Fluorit, weil es bei ihm zum ersten Mal nachgewiesen wurde.

ich jag Mineralien mit Typlokalität in Sachsen,
Das Sammelgebiet ändert sich noch paar mal.  :D
Haste schon Titanit von der Typolokalität vom Plauenschen Grund?
Was genau meinst du? x) Ich jag verschiedenes, in verschiedenen Gebieten, aber ein Teil meiner Sammlung ist spezialisiert auf Mineralien von lokalen Typlokalitäten, bestenfalls direkt von der Typlokalität. Darauf hab ich mich aber auch erst letztes Jahr festgelegt - bisher hab ich bloß eine Handvoll davon selbst gefunden.

Titanit hat im Plauenschen Grund seine Typlokalität? Ich weiß, dass es dort eine Menge guten Titanit zu finden gibt, aber dass er dort seine Typlokalität wusst ich nicht. Von dort hab ich bisher auch bloß relativ wenig Material (bisschen Calcit, Limonit und so Kleinkram, aber nichts sonderlich aufregendes). Da muss ich mich definitiv nochmal etwas mehr umschauen, ich weiß, dass es dort eine Menge interessantes zu finden gibt, aber bisher war ich da noch nicht so erfolgreich.
« Letzte Änderung: 22 May 25, 19:32 von Leofwin »

Offline oliverOliver

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Re: Bläuliches Mineral von Sadisdorf?
« Antwort #11 am: 22 May 25, 19:15 »
Zitat
Titanit hat im Plauenschen Grund seine Typlokalität?

eben nicht - sh. oben.

Offline Leofwin

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Re: Bläuliches Mineral von Sadisdorf?
« Antwort #12 am: 22 May 25, 19:30 »
Zitat
Titanit hat im Plauenschen Grund seine Typlokalität?

eben nicht - sh. oben.
Ahja, danke - ich war da schon etwas überrascht. x)

 

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