Mineralien / Minerals / Minerales > Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals
Olivenit? Torbernit?
Leofwin:
Heyhey, Mineralienfreunde! :]
Ich habe hier einige (weitere) Greisenbrocken von einer kleinen Halde relativ nahe am Kupfergrübner Schacht bei Sadisdorf, die von vielen kleinen Kristallen durchsetzt sind, bei deren Bestimmung ich eure Hilfe bräuchte!
Zu den Eigenschaften:
Sie sie algengrün und größtenteils relativ klar, teils auch nur durchscheinend.
Frische Bruchflächen und frisch freigelegte Kristalle haben Glasglanz; manche (vor allem länger freigelegte) Kristalle scheinen an den Flächen aber einen recht matten Glanz anzunehmen.
Die Mohshärte liegt bei etwa 2 bis 2,5 (3 ritzt sie problemlos, 2 ritzt sie nicht).
Strichfarbe (abgeleitet aus dem Staub, der beim Ritzen entstanden ist) ist weiß.
Sie sind nicht fluoreszent, unter keiner Wellenlänge.
Strahlung war kaum verlässlich nachweisbar; wenn vorhanden, ist sie sehr, sehr schwach.
Ich hab versucht, dazu etwas passendes aus dem Gebiet zu finden, aber bisher entspricht dem nichts so ganz. Von der Farbe und Mohshärte her würde ich Richtung Torbernit tendieren, aber der zeigt meist (wenn auch nicht immer) zumindest eine schwache Fluoreszenz. Davon abgesehen hat Torbernit ja eine eher plättchenhafte, tetragonale Struktur, was nicht so ganz zu der Struktur der Kristalle, die ich bisher so finden konnte, passt. Viele wirken zwar blockig, aber viele haben auch eher trigonale Formen an der einen oder anderen Stelle. Bei der Strahlung, die ja zumindest ein gutes Indiz für Torbernit wäre, bin ich mir nicht sicher (manchmal schlägt der Geigerzähler minimal stärker als Hintergrundstrahlung aus, wenn ich ihn eine Weile direkt über die Stücke halte, aber nicht verlässlich; könnten eben auch einfach Schwankungen in der Hintergrundstrahlung sein).
Olivenit kommt dort ja auch vor, und passt von der Kristallform, Farbe und teils auch vom Oberflächenglanz her tatsächlich ganz gut. Aber da passt halt die Härte nicht. Olivenit hat eine Härte von 3, während diese Kristalle mit dem Ritzstift mit Härte 3 problemlos zu ritzen waren.
Was sagen denn die alten Hasen, die sich in dem Gebiet gut auskennen? Welche grünen, im Greisen eingesprengten Kristalle sind euch von dort so geläufig bzw. wonach sieht das für euch aus? Zwischen den grünen Kristallen sind hier und da auch kleine Wolframite eingesprengt (wenn ich das richtig erkenne; könnte auch etwas Kassiterit dabei sein).
Ich habe versucht, Kristallkanten aufzunehmen, aber die allermeisten Kristalle sind zu zerbrochen oder dafür ungünstig eingewachsen, als dass man das super klar darstellen kann. Manche hatten klare Kanten, welche aber unter dem Mikroskop nicht erkennbar aufzunehmen waren. Dafür konnte ich einige Bilder machen, die eine klare Spiegelung zeigen, was zumindest ein paar Hinweise zu den Kanten/der Kristallstruktur geben kann.
Bilder 1 & 2 sollen vor allem halbwegs dreidimensional den Kristall in der Mitte zeigen. Bild 4 zeigt ein Grüppchen, wie sie auf den Brocken an einigen Stellen verteilt sind und insbesondere links im Bild sieht man einen leicht spiegelnden Kristall, dessen Kanten (und deren Winkel) gut erkennbar sind. Bildbreite ist 1 cm.
Danke euch vorab und Glück Auf,
Tobi/Leo
Chrisch:
Das dürfte irgendein gelblichgrüner Glimmer sein (!?Hydromuskovit oder was auch immer), der kleine Hohlräume im Greisen ausfüllt, also keine Kristallformen an sich. Wenn man sich die Form der farblosen Körner vor allem der letzten beiden Bilder anschaut, könnte es sich durchaus um einen Topasgreisen handeln, also hauptsächlich feinkristalliner Topas mit etwas Quarz, Fluorit, Glimmer und evtl. Wolframit (dunkles Korn)...
Gruß Chrisch
Leofwin:
--- Zitat von: Chrisch am 26 May 25, 23:26 ---Das dürfte irgendein gelblichgrüner Glimmer sein (!?Hydromuskovit oder was auch immer), der kleine Hohlräume im Greisen ausfüllt, also keine Kristallformen an sich.
--- Ende Zitat ---
Auf einen Glimmer wäre ich tatsächlich nicht gekommen! Aber jau, das mit der Hohlraumausfüllung würde erklären, wieso es so verdammt schwer ist, mal eine halbwegs vernünftige Kristallkante davon aufzunehmen. :D Tatsächlich hatte ich auch bei einigen Körnern den Eindruck, dass sie eher ein Negativ der umliegenden Kristalle wiedergeben als eigentliche Kristallkanten zu zeigen. Auf der anderen Seite haben sie aber an einigen Stellen doch relativ durchgängige Formen (eben so etwas blockiges; größere Körner erinnern teils fast etwas an Fluoritwürfel, auch wenn die Bilder das nicht so ganz wiedergeben, aber das ist es definitiv nicht), was natürlich auch daher kommen kann, dass die umliegenden Minerale ähnlich geformte Drusen an unterschiedlichen Stellen bilden können, die dann ausgefüllt werden. Ich mach morgen noch ein paar Fotos von den gesamten Stücken im Tageslicht, auf denen man noch ein paar mehr von den Dingern erkennen kann.
--- Zitat von: Chrisch am 26 May 25, 23:26 ---Wenn man sich die Form der farblosen Körner vor allem der letzten beiden Bilder anschaut, könnte es sich durchaus um einen Topasgreisen handeln, also hauptsächlich feinkristalliner Topas mit etwas Quarz, Fluorit, Glimmer und evtl. Wolframit (dunkles Korn)...
Gruß Chrisch
--- Ende Zitat ---
Ach, das wäre ja super! Topas steht schon lange bei mir auf der Liste der Mineralien, die ich suche, aber bisher war ich nicht erfolgreich - wahrscheinlich vor allem deshalb, weil ich es noch nicht so gut von anderen Mineralien, insbesondere Quarz, unterscheiden kann.
Danke dir für den Hinweis! Ich hatte tatsächlich auf einem anderen Greisenstück aus der Gegend mit einem relativ hohen Wolframitanteil (stellenweise zwischen 30 und 50 %, aber kleine Kristalle) einen etwas größeren Kristall gefunden, der mich ein Stück weit an den Pyknit erinnert hat und auf mich nicht so ganz wie Quarz wirkte; hab versucht, ihn mit Härte 7 und 8 zu ritzen und beide ritzen es nicht, was an sich auf Topas hindeutet. Ich wollt's nur bisher nicht so recht glauben, da ich mich ungern auf ein einziges Merkmal verlasse, auch wenn die Härte eigentlich ziemlich aussagekräftig ist.
Ich muss mir diesbezüglich definitiv noch einige Ressourcen raussuchen, damit ich Quarz und Topas besser unterscheiden kann, insbesondere wenn beide feinkörnig und farblos sind. :D
EDIT: Jup, der Ritzstift mit Härte 8 ritzt die Brocken nicht - scheint sich tatsächlich um Topas zu handeln! Danke nochmal für den Hinweis!
Lynx:
Hoi
Auf Bild 4 sehe ich bei dem gelb-grünen Mineral Kanten.... Mein ähnliches Material von dort erwies dann Ba-Pharmakosiderit.
Gruß, Martin
vandendrieschen:
Hallo,
wie kann denn bei einem Glimmer (Gilbertit) oder Topas Strahlung festgestellt werden?
Und was versteht man unter kaum verlässlich nachweisbar, sehr sehr schwach? 0,1 µSv? 2µSv? 10 µSv? cpm? µSv? Bq? Das sind immer solche ungreifbaren Infos.
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