Mineralien / Minerals / Minerales > Mineralien (Fundort) bestimmen / determine minerals

Olivenit? Torbernit?

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Leofwin:

--- Zitat von: vandendrieschen am 27 May 25, 09:53 ---Hallo,
wie kann denn bei einem Glimmer (Gilbertit) oder Topas Strahlung festgestellt werden?

--- Ende Zitat ---
In den Brocken kann das eine oder andere uranhaltige oder anderweitig strahlende Mineral enthalten sein, das ich bisher noch nicht bemerkt habe. Kommt im Gebiet ja durchaus vor und auf der Halde, auf der ich zuletzt unterwegs war, ist immer eine leicht erhöhte Strahlung messbar (zwischen 0,25 und 0,4 µSv/h). Das hat ja seine Gründe. ;D
Es könnte auch etwas sein, das ein strahlendes Element Element enthält, obwohl es nicht direkt Teil der Kristallstruktur/chemischen Formel ist. Monazit oder Hyalit zum Beispiel enthalten ja gerne mal Spuren von Uran, die eine ganz leichte Strahlung verursachen - es gehört aber nicht eigentlich zur Struktur/chemischen Formel. Auch, wenn es sich hierbei natürlich nicht um Monazit oder Hyalit handelt, aber es gibt viele Minerale, bei denen es sich ähnlich verhält.


--- Zitat von: vandendrieschen am 27 May 25, 09:53 ---Und was versteht man unter kaum verlässlich nachweisbar, sehr sehr schwach? 0,1 µSv? 2µSv? 10 µSv? cpm? µSv? Bq? Das sind immer solche ungreifbaren Infos.

--- Ende Zitat ---
Jau, ich kann verstehen, dass die Info etwas schwammig ist. Mit "leicht erhöht" meinte ich etwa 0,05 bis 0,1 µSv/h über der Hintergrundstrahlung, hier normalerweise etwa 0,12 bis 0,17 µSv/h. Die Werte lagen bei 0,17 bis 0,25 µSv/h bei den Messungen, die ich an den Brocken gemacht hab.
Der Grund, dass ich es "nicht verlässlich" nenne, ist, dass diese leicht erhöhten Werte nicht durchgängig messbar waren. Wenn man den Geigerzähler drüber hält, misst er mal die oben genannten minimal erhöhten Werte, mal nicht. Ich hab einen Zähler, der sehr schnell auf Schwankungen reagiert (also, der muss nicht erst ne Minute lang ticken, bis er die aktuelle Strahlung halbwegs wiedergibt), also sollte es an dem nicht liegen.
Die gemessene Differenz liegt nicht weit außerhalb von Schwankungen, die hier und da in der Hintergrundstrahlung vorkommen. Und aus diesem Grund und deshalb, dass erhöhte Werte nicht durchgängig messbar sind, bin ich mir nicht ganz sicher, ob die Messung nun wirklich von den Brocken beeinflusst wird oder ob es sich einfach nur um Schwankungen in der Hintergrundstrahlung handeln könnte.

Letztlich würde ich das Thema Strahlung für diese Bestimmung unter diesen Umständen ausklammern.


--- Zitat von: Lynx am 27 May 25, 08:05 ---Hoi
 Auf Bild 4 sehe ich bei dem gelb-grünen Mineral Kanten.... Mein ähnliches Material von dort erwies dann Ba-Pharmakosiderit.

Gruß, Martin

--- Ende Zitat ---
Ahh, danke für den Hinweis! Wenn ich das Mineral so recherchier, find ich doch einige Bilder, die sehr nahe sowohl an die "blockigen", fast würfeligen, Formen kommen als auch an die eher trigonalen. Mohshärte, Strichfarbe und Spaltbarkeit (der Kristall, den ich angeritzt habe, hat sich dabei relativ leicht gespalten) passen auch recht gut. Und die Farbe der grünen Exemplare, die ich davon so finden kann, stimmt auch ganz gut überein. Das mit der Ausfüllung von Hohlräumen, die Chrisch schon angesprochen hat, passt außerdem gut dazu, dass Ba-Pharmakosiderit ein Sekundärmineral ist, würde ich meinen.
Sind deine Exemplare auch so im Quarz eingeschlossen? Hast du ansonsten Arsenopyrit/Tennantit auf deinen Brocken feststellen können (wegen Sekundärmineral davon)?

Letztlich wird wohl nur eine Analyse mit Sicherheit bestimmen können, worum es sich genau handelt, aber ich kann mir gut vorstellen, dass es Ba-Pharmakosiderit ist.

vandendrieschen:

--- Zitat von: Leofwin am 27 May 25, 14:52 ---auf der ich zuletzt unterwegs war, ist immer eine leicht erhöhte Strahlung messbar (zwischen 0,25 und 0,4 µSv/h). Das hat ja seine Gründe. ;D

--- Ende Zitat ---
Ne. Da ist nichts. Bei 2 µSv/h könnt ma reden.


--- Zitat ---Jau, ich kann verstehen, dass die Info etwas schwammig ist. Mit "leicht erhöht" meinte ich etwa 0,05 bis 0,1 µSv/h
--- Ende Zitat ---
Also 0. Garnichts. nothing.


--- Zitat ---Wenn man den Geigerzähler drüber hält, misst er mal die oben genannten minimal erhöhten Werte, mal nicht.
--- Ende Zitat ---
Man muss bedenken, dass auch Geigerzähler durch die Elektronik "ionisierende Strahlung" absorbieren, die in ihnen verbaut ist.
Wenn ich meine beiden Geigerzähler (einmal eins mit Geiger-Müller-Zählrohr als Strahlungsdetektor und einmal mit 6 Stück angeschliffene PIN-Dioden) aneinander halte, schlägt der mit der Halbleitertechnik völlig aus.


--- Zitat ---Ich hab einen Zähler, der sehr schnell auf Schwankungen reagiert (also, der muss nicht erst ne Minute lang ticken, bis er die aktuelle Strahlung halbwegs wiedergibt), also sollte es an dem nicht liegen.
--- Ende Zitat ---
Gerade da. Da es sich wohl um Halbleitertechnik handelt. Gasrohre sind langsam.

Zusammengefasst: Wäre es Torbernit, wäre die Aktivität weit über 1 µSv. Es handelt sich um Schwankungen in der Hintergrundstrahlung.


Leofwin:

--- Zitat von: vandendrieschen am 27 May 25, 15:48 ---
--- Zitat von: Leofwin am 27 May 25, 14:52 ---auf der ich zuletzt unterwegs war, ist immer eine leicht erhöhte Strahlung messbar (zwischen 0,25 und 0,4 µSv/h). Das hat ja seine Gründe. ;D

--- Ende Zitat ---
Ne. Da ist nichts. Bei 2 µSv/h könnt ma reden.

--- Ende Zitat ---
Würd ich so pauschal nicht sagen. Zumindest aus meiner Erfahrung heraus ist es schon ein Unterschied, ob man durch durchgängig 0,1 oder 0,4 µSv/h irgendwo misst. Es gibt nen Weg bei Bärenhecke, auf dem nach und nach die Hintergrundstrahlung von normalen Werten auf etwa 0,3 bis 0,4 µSv/h ansteigt, und wenig überraschend findet man dort direkt in den Brocken, die zur Wegbefestigung genutzt werden, einige Stücke mit Uraninit. Hab da schon Exemplare mit >40 µSv/h gefunden. Ähnlich verhält sich's auf einem kleinen Weg im Luchsbachtal bei Pöhla - Hintergrundstrahlung liegt auf dem bei etwa 0,3 µSv/h und dort hab ich schon Bröckchen mit knapp 120 µSv/h ausgebuddelt. Auch auf der Halde der Freitaler Urankohle sieht es teils ähnlich aus, obwohl die größtenteils ja gar nicht so stark strahlt.
Wenn es sich um ein (ehemaliges) Haldengebiet in einem Gebiet mit Uranbergbau handelt, auf dem die Strahlung zumindest 0,2 oder 0,3 µSv/h über der Hintergrundstrahlung liegt, gehe ich erfahrungsgemäß davon aus, dass dort der eine oder andere strahlende Brocken dabei ist und jedes Stück potentiell etwas strahlen kann.
Wenn du mit "da ist nichts" einfach meinst, dass man dort jetzt keine Unmassen an strahlendem Material erwarten sollte, geb ich dir Recht. Aber wirklich "nichts" stimmt so, erfahrungsgemäß, nicht.


--- Zitat von: vandendrieschen am 27 May 25, 15:48 ---
--- Zitat ---Jau, ich kann verstehen, dass die Info etwas schwammig ist. Mit "leicht erhöht" meinte ich etwa 0,05 bis 0,1 µSv/h
--- Ende Zitat ---
Also 0. Garnichts. nothing.

[...]

Zusammengefasst: Wäre es Torbernit, wäre die Aktivität weit über 1 µSv. Es handelt sich um Schwankungen in der Hintergrundstrahlung.

--- Ende Zitat ---
Zu dem Schluss bin ich letztendlich auch gekommen. ;D

Chrisch:
Was die Strahlemänner angeht: im Qz-Greisen finden sich mitunter die Th-Phosphate Brockit und Grayit (rote bis orangebraune metamikte/derbe Einsprenglinge), siehe Witzke, T. (2011): Neu von Sadisdorf, Erzgebirge: Gananit, Cheralith, Grayit und Brockit. Min.-Welt, Jg.22, H.4, S.49.
Im Bild 4 würde ich eher eine dünne Glimmerlage über Topas- oder Qz-Flächen vermuten, sehe da keine wirkliche Druse. Bräunliche bis elfenbeinfarbene pseudowürfelige Kristalle in Drusen im Greisen sind meist Goyazit, orangefarbener ?Ba-Pharmakosiderit kommt eher in Quarz-Fluorit-Trümern vor, ist aber nicht generell auszuschließen, da sich selten auch Fahlerz in den Greisen "verirrt"...

Gruß Chrisch

Leofwin:

--- Zitat von: Chrisch am 27 May 25, 20:18 ---Was die Strahlemänner angeht: im Qz-Greisen finden sich mitunter die Th-Phosphate Brockit und Grayit (rote bis orangebraune metamikte/derbe Einsprenglinge), siehe Witzke, T. (2011): Neu von Sadisdorf, Erzgebirge: Gananit, Cheralith, Grayit und Brockit. Min.-Welt, Jg.22, H.4, S.49.

--- Ende Zitat ---
Ahja, super interessant! Th-Minerale hab ich bisher noch keine. Hier und da hab ich in den Proben kleine rot-orange bis braune Körner gefunden, aber da muss ich erstmal genauer nachschauen, bevor ich mir da etwas erhoffe. Sind ja beide global gesehen ziemlich selten. Danke auch für den Literaturverweis!


--- Zitat von: Chrisch am 27 May 25, 20:18 ---Im Bild 4 würde ich eher eine dünne Glimmerlage über Topas- oder Qz-Flächen vermuten, sehe da keine wirkliche Druse. Bräunliche bis elfenbeinfarbene pseudowürfelige Kristalle in Drusen im Greisen sind meist Goyazit, orangefarbener ?Ba-Pharmakosiderit kommt eher in Quarz-Fluorit-Trümern vor, ist aber nicht generell auszuschließen, da sich selten auch Fahlerz in den Greisen "verirrt"...

Gruß Chrisch

--- Ende Zitat ---
Ahh, jetzt versteh ich besser, wieso du in Richtung Glimmer dachtest! Jau, auf den Bildern sieht es teils wirklich wie dünne Schichten aus, aber die Dinger haben tatsächlich etwas mehr Volumen und sind nicht bloß ein Belag auf dem umliegenden Gestein.
Jup, Druse war wohl nicht das richtige Wort - ich meinte eigentlich Zwickel! Also, das grüne Mineral scheint eine Zwickelfüllung zu sein, die größtenteils die Formen der umliegenden Kristallflächen angenommen hat, aber in größeren Körnern blockig bis würfelig wirkt (ob das aber ihre tatsächliche Kristallstruktur wiedergibt oder auch nur der Form der Zwickel geschuldet ist, weiß ich nicht). Dazu hab ich heute ein paar Bilder aufgenommen, die das hoffentlich halbwegs rüberbringen.

Bilder 1, 2 & 3 zeigen einen Brocken, in dem einige größere (und auch kleinere, wenn man genau hinschaut) Körner zu sehen sind. Das sind die kleinen eckigen/blockigen Dinger, die auf den Bildern halbwegs zentriert zu sehen sind. Sind hier farblich durch die Lichtumstände bei der Aufnahme leider nicht super repräsentativ, aber zumindest kann man die Formen ganz gut erkennen. Bild 4 zeigt ein Exemplar, auf dem zumindest einige Kanten sehr gut erkennbar sind, ein paar andere nur mittelmäßig gut - könnte mir gut vorstellen, dass die Form hauptsächlich von den umliegenden Kristallen geformt wurde. 

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