https://www.chiemgauer-mineralien-fossiliensammler.de/https://www.mineralbox.bizhttps://www.juwelo.de

Autor Thema: Hornblende - Magnésiohornblende - Kaersutite  (Gelesen 3964 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Bruno80090

  • ***
  • Beiträge: 307
  • Les minéraux: ma grande passion
    • Ma collection de microminéraux
Hallo Mineralien Freunde,

Ich habe den letzten Zeit ein Paar Bilder downloaded die als Hornblende identifiziert sing und am Nickenicher Sattel (Eicher Sattel) ungefähr 35-40 Jahren her gefunden waren.
Ich habe diese Bilder auch auf meinem Facebook profiel (https://www.facebook.com/ma.collection.de.micromineraux/?locale=fr_FR) und auf diesem von anderen sites mitgeteilt.
Ich bekomme von einem anderen Kollega (auch in der Mineralogie-Community sehr bekannt), dass es hier nicht um Hornblende geht aber auf Kaersutite ...
Ich habe natürlich darauf hingewiesen, dass Kaersutit viel dunkler ist und in dieser Form im Mineralienatlas aufgeführt ist. Ich merke auf Mindat das die Abbildungen von Kaersutite und  Hornblende komplett anders (umgetauscht ?) sind.
Meine Frage ist : geht es hier endlich um Hornblende oder um Kaersutite? Ich notiere auch in Mineralienatlas ein Paar Foto's die referieren nach Magnesiohornblende für solche Kristalle.

Mit herzlichen Dank fÛr Ihre experte Burteilung und ihre Beratung.
MFG,
Bruno
« Letzte Änderung: 29 May 25, 15:23 von Bruno80090 »

Offline Bruno80090

  • ***
  • Beiträge: 307
  • Les minéraux: ma grande passion
    • Ma collection de microminéraux
Re: Hornblende - Magnésiohornblende - Kaersutite
« Antwort #1 am: 29 May 25, 15:18 »
noch was Material...

Offline Bruno80090

  • ***
  • Beiträge: 307
  • Les minéraux: ma grande passion
    • Ma collection de microminéraux
Re: Hornblende - Magnésiohornblende - Kaersutite
« Antwort #2 am: 29 May 25, 15:19 »
... und noch ...

Offline guefz

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 5.853
  • Just hanging around...
    • GüFz aus MYK
Re: Hornblende - Magnésiohornblende - Kaersutite
« Antwort #3 am: 30 May 25, 13:35 »
Diese hellbraunen "Kristalle" von den Schlackenvulkanen in der Eifel ergeben üblicherweise ein sehr schwaches Raman-Spektrum, das zwar noch die typische Amphibolbande bei etwa 660-675 cm-1 zeigt, aber sonst keine erkennbaren Banden. Was aber eben darauf hindeutet, dass das Material im Wesentlichen amorph ist und nur noch wenig kristalline Anteile vorhanden sind. Ich würde das einfach als Amphibol-Gruppe bezeichnen, alles andere braucht ein spezialisiertes Labor, dass die Verteilung der Elemente auf den einzelnen Positionen im Kristallgitter genau bestimmen kann.

Offline Uwe Kolitsch

  • Sponsor 2025
  • *
  • Beiträge: 3.351
    • Uwe Kolitsch, NHM Wien
Re: Hornblende - Magnésiohornblende - Kaersutite
« Antwort #4 am: 30 May 25, 15:29 »
> Was aber eben darauf hindeutet, dass das Material im Wesentlichen amorph ist und nur noch wenig kristalline Anteile vorhanden sind.

Auch im Kern von angebrochenen xx?

Offline guefz

  • Administrator
  • *****
  • Beiträge: 5.853
  • Just hanging around...
    • GüFz aus MYK
Re: Hornblende - Magnésiohornblende - Kaersutite
« Antwort #5 am: 30 May 25, 16:29 »
In den vollkommen undurchsichtigen Nadeln habe ich bislang immer das schwächste Spektrum gesehen. In den transparenten Bereichen sieht man eher noch die Amphibol-Bande, aber auch nicht immer so ganz deutlich. Eine zonierte Bruchfläche habe ich bislang noch nicht gemessen, die Nadeln sind mir dazu ein wenig zu dünn.

Offline christof schäfer

  • ***
  • Beiträge: 75
Re: Hornblende - Magnésiohornblende - Kaersutite
« Antwort #6 am: 01 Jun 25, 23:55 »
Hallo Bruno,
wenn jemand vor gut 40 Jahren diese braunen Kristalle von Nickenich als „Hornblenden“ bezeichnet hat, hat er das in der Regel in dem Sinne getan, wie heute die Bezeichnung Amphibol benutzt wird.
Die Minerale Magnesiohornblende und Ferrohornblende waren zu dieser Zeit in Sammlerkreisen nicht präsent. Auch gab es keine Publikationen, die übergreifend die Zusammensetzungen von Amphibolen beschrieben und die Belegung der einzelnen Gitterplätze mit bestimmten Kationen erläutert hätte. Ebenso fehlte es damals an Analysen Eifler Amphibole.

Relativ viele Analysen gibt es zu den eingewachsenen oder frei gewitterten Amphibolen der basaltischen und phonolithischen Gesteinen der Eifel und der Mafitite der verschiedenen Vorkommen (Laacher See, Hüttenberg, Dauner Maare, Dreis, Radersberg etc). Diese Amphibole liegen in ihrer Zusammensetzung ziemlich in der Mitte der Minerale Pargasit, Magnesiohastingsit und Kaersutit. Wenn man, ohne Analysen ausführen zu wollen für diese Bildungen einen Namen sucht, ist der Begriff „Basaltische Hornblende“ sicherlich der Beste.

Die schwarzen Amphibole aus den Schlacken und Basaltgängen der Vorkommen Bellerberg, Nickenich und Rothenberg sind Ferrikaersutit.

Auch zu den braunen/orangebraunen/honiggelben Amphibolen in den Schlacken (Nickenich, Bellerberg, Rothenberg) gibt es detaillierte Untersuchungen (Einkristallaufnahmen, Mikrosondenanalysen). Danach variiert ihre Zusammensetzung und schwankt zwischen den Endgliedern: Fluoromagnesiohastingsit, Oxomagnesiohastingsit, Kaersutit und Ferrikaersutit. Da die Kristalle zoniert gefärbt sind, ist zu erwarten, dass sich auch die Zusammensetzung innerhalb eines Kristalls ändert. Im Gegensatz zu den schwarzen Ferrikaersutiten, die etwa 0,75 Ti je Formeleinheit erreichen können, liegt der Ti-Gehalt der braunen Amphibole bei etwa 0,5 Ti je Formeleinheit. Diese braunen Amphibole sind ebenfalls gut kristallin und ergeben brauchbare und eindeutige Beugungsdiagramme.
Daten dazu kannst Du unter:
-   https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/zkri-2016-1932/html?lang=de
-   RRUFF Fluoromagnesiohastingsit
-   RRUFF Kaersutit
nachsehen.

Die Amphibole in den Einschlüssen sind anders zusammengesetzt und haben in der Regel eine Na- oder K-betonte Zusammensetzung!!!


Grüße
Christof

Offline Bruno80090

  • ***
  • Beiträge: 307
  • Les minéraux: ma grande passion
    • Ma collection de microminéraux
Re: Hornblende - Magnésiohornblende - Kaersutite
« Antwort #7 am: 02 Jun 25, 19:17 »
Vielen Dank für diese ausführlichen Erklärungen, Christof.
In der Tat hat sich in den letzten 40 Jahren in der Bestimmungstechnik viel geändert. Ich habe mich nur in den damaligen Kontext hineinversetzt, da ich seitdem nicht mehr „aktiv“ war. Die Verweise auf Magnesiohornblende basieren lediglich auf den Fotos und Informationen zu dieser Lagerstätte im Mineralienatlas.
Ich werde die Fotos daher abändern und sie mit dem allgemeinen Begriff „Amphibole Supergroup“ bezeichnen, was angesichts der damit verbundenen Unsicherheiten am zutreffendsten ist.
Geändert und erledigt..

MFG,
Bruno
« Letzte Änderung: 02 Jun 25, 19:28 von Bruno80090 »

 

Mineralienatlas - Fossilienatlas - Info-Center

Neueste Beiträge Neueste Beiträge