Hallo Bruno,
wenn jemand vor gut 40 Jahren diese braunen Kristalle von Nickenich als „Hornblenden“ bezeichnet hat, hat er das in der Regel in dem Sinne getan, wie heute die Bezeichnung Amphibol benutzt wird.
Die Minerale Magnesiohornblende und Ferrohornblende waren zu dieser Zeit in Sammlerkreisen nicht präsent. Auch gab es keine Publikationen, die übergreifend die Zusammensetzungen von Amphibolen beschrieben und die Belegung der einzelnen Gitterplätze mit bestimmten Kationen erläutert hätte. Ebenso fehlte es damals an Analysen Eifler Amphibole.
Relativ viele Analysen gibt es zu den eingewachsenen oder frei gewitterten Amphibolen der basaltischen und phonolithischen Gesteinen der Eifel und der Mafitite der verschiedenen Vorkommen (Laacher See, Hüttenberg, Dauner Maare, Dreis, Radersberg etc). Diese Amphibole liegen in ihrer Zusammensetzung ziemlich in der Mitte der Minerale Pargasit, Magnesiohastingsit und Kaersutit. Wenn man, ohne Analysen ausführen zu wollen für diese Bildungen einen Namen sucht, ist der Begriff „Basaltische Hornblende“ sicherlich der Beste.
Die schwarzen Amphibole aus den Schlacken und Basaltgängen der Vorkommen Bellerberg, Nickenich und Rothenberg sind Ferrikaersutit.
Auch zu den braunen/orangebraunen/honiggelben Amphibolen in den Schlacken (Nickenich, Bellerberg, Rothenberg) gibt es detaillierte Untersuchungen (Einkristallaufnahmen, Mikrosondenanalysen). Danach variiert ihre Zusammensetzung und schwankt zwischen den Endgliedern: Fluoromagnesiohastingsit, Oxomagnesiohastingsit, Kaersutit und Ferrikaersutit. Da die Kristalle zoniert gefärbt sind, ist zu erwarten, dass sich auch die Zusammensetzung innerhalb eines Kristalls ändert. Im Gegensatz zu den schwarzen Ferrikaersutiten, die etwa 0,75 Ti je Formeleinheit erreichen können, liegt der Ti-Gehalt der braunen Amphibole bei etwa 0,5 Ti je Formeleinheit. Diese braunen Amphibole sind ebenfalls gut kristallin und ergeben brauchbare und eindeutige Beugungsdiagramme.
Daten dazu kannst Du unter:
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https://www.degruyterbrill.com/document/doi/10.1515/zkri-2016-1932/html?lang=de- RRUFF Fluoromagnesiohastingsit
- RRUFF Kaersutit
nachsehen.
Die Amphibole in den Einschlüssen sind anders zusammengesetzt und haben in der Regel eine Na- oder K-betonte Zusammensetzung!!!
Grüße
Christof