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Autor Thema: Eisenkalk?  (Gelesen 1606 mal)

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Offline Falk

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Eisenkalk?
« am: 13 Jun 25, 21:16 »
Den Stein habe ich am Schönberg bei Freiburg gefunden. Ist das ein Eisenkalkstein? Der Carbonattest mit Säure war positiv. Strichfarbe ist rotbraun mehr ins rötliche gehend. Härte 3 bis 4.

Offline stoanklopfer

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Re: Eisenkalk?
« Antwort #1 am: 14 Jun 25, 05:42 »
Das scheint ein grober Sandstein bis Feinkonglomerat zu sein, mit eingearbeiteten roten Tonscherben. Der Karbonattest reagiert wahrscheinlich auf calcitisches Bindemittel. Dürfte aus dem Rotliegenden oder Buntsandstein stammen.

Offline Falk

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Re: Eisenkalk?
« Antwort #2 am: 14 Jun 25, 08:29 »
Perfekt, Danke. Mit Sandstein aus dem Perm hatte ich nicht gerechnet. In der Umgebung befand sich tiefroter Boden was ein tolles Rotpigment gab. Hatte vermutet, dass diese Gesteinsart für den roten Boden verantwortlich ist.
« Letzte Änderung: 14 Jun 25, 10:57 von Falk »

Offline smoeller

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Re: Eisenkalk?
« Antwort #3 am: 14 Jun 25, 21:20 »
Hallo,

Perm sicher nicht, es gibt in dem Gebiet kein anstehendes Perm. Eerst weiter nördlich auf dem Schwazwald und evtl.  2 km tief im Rheingraben versenkt.

Das ist laut geologischer Kate entweder mittlerer Jura (Dogger) oder Oligozän. Als ich das Foto sah, dachte ich gleich an einen Oolith (Rogenstein) aus.  em Jura, bestehend aus Calcit. Teilweise haben sie auch Fossilien wie Seelilien und Muscheln. Die Rotfärbung kommt daher, dass die Gesteine bei der Verwitterung Eisen freisetzen (Hämatit,Limonit).
Es gibt aber auch Eisenerze in diesen Schichten. Wahrscheinlicher ist allerdings eine Verwitterung im Eozän und Oligozän, die das ganze Gebiet erfasste und zur Bildung roter und gelber Eisenoxide (sogenanntes Bohnerz) führte, die man um Müllheim beobachten kann. abei hat sich hier aus dem Kalk oberflächlich Limonit ode Hämatit gebildet, der die Farbe verursacht

Glück Auf!
Sebastian

Offline stoanklopfer

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Re: Eisenkalk?
« Antwort #4 am: 15 Jun 25, 04:50 »
... dachte ich gleich an einen Oolith (Rogenstein) aus  dem Jura, bestehend aus Calcit. ...

Ich sehe deutlich Gesteinsbruchstücke und v.a. Tonscherben. Wie soll das mit einem Oolith vereinbar sein?

Volkmar

Offline Falk

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Re: Eisenkalk?
« Antwort #5 am: 15 Jun 25, 06:58 »
Also Rogensteine gibt es auch am Schönberg, die sehen dann aber so aus (siehe Bild). Der ist auch leichter als der rote Stein. Was für Minerale enthält denn ein Calcit der dann bei der Verwitterung Eisen freisetzt?
« Letzte Änderung: 15 Jun 25, 07:06 von Falk »

Offline stoanklopfer

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Re: Eisenkalk?
« Antwort #6 am: 15 Jun 25, 07:45 »
Also abgesehen von der erwähnten genetischen Diskrepanz kann man für das gefragte Stück sowohl Oolithe (Rogenstein), als auch Bohnerz sicher ausschließen (wie man anhand des zweiten Bildes unschwer erkennen kann). Ich glaube immer noch, dass es sich um Rotliegend oder Buntsandstein handelt (die ich zur Genüge kenne). Wie das dorthin kommt, kann ich allerdings nicht sagen.

LG

 

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