Hallo Rolf Peter!
Kannst Du sagen, ob bei anderen Artefakten aus dem gleichen Fiundgebiet eiszeitliche Geschiebe, also Gesteine aus Skandinavien, verarbeitet wurden?
Ich kann an Hand Deiner Ortsangabe nicht genau sagen, wie weit es bis zu den nordischen Geschieben ist oder ob Du ohnhin noch drin bist.
Bereits die Ignimbrite aus Skandinavien decken eine SEHR breite Palette ab. Dazu kommen dann die Importe aus südlichen Gegenden.
Das Gefüge erinnert in der Tat an einen Ignimbrit , aber an Hand eines Fotos möchte ich da vorsichtig sein. Es gibt auch metamorphe Gesteine, die solche Gefüge zeigen.
Da das Gestein, von den dunkelen Einsprenglingen mal abgesehen, sehr feinkörnig zu sein scheint, hilft eigentlich nur ein Dünnschliff. Der aber fällt wohl aus, weil ich mir nicht vorstellen kann, daß davon jemand eine Scheibe abschneiden mag.
Kannst Du versuchen, bei guten Licht mit einer Lupe (10fach) Einzelheiten der Grundmasse zu erkennen? Insbesondere, ob Körner oder Bruchstücke erkennbar sind, die miteinander verkittet sind? Das spräche für Sediment (auch vulkanisch).
Die dunklen Minerale sind vermutlich keine Amphibole. Die sehen anders aus. WENN es ein Ignimbrit ist, dann können die dunklen Partien Glas sein, das dann gern glänzt. Dann wäre der Stein aber recht jung, denn Glas wird nicht sehr alt. (Eifel?)
Wie gesagt: Grundmasse anschauen.
Mich verblüffen zwei Dinge: Die Tatsache, daß das Gestein ritzbar ist und die ungewöhnlich hohe Dichte. Helle, magmatische Gesteine haben Dichten um 2,6 herum, aber über 3 - das finde ich schon sehr hoch.
Die Ritzbarkeit erstaunt mich deshalb, weil der Mensch, der das Stück gemacht hat, offensichtlich der Bearbeitbarkeit den Vorzug gab. Das Ding eignet sich doch dann "nur" als Waffe (Köpfe sind je weich) aber nicht als Werkzeug für die Bearbeitung von harten Sachen.
Gruß
Saxifragus