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Kennt jemand skelettierte Calcit-Kristalle?
cmd.powell:
Moin Zusammen,
Also ich habe mal soetwas wie "Skelettcalcite" in Winterbergsteinbruch bei Bad Grund im Harz gefunden. Allerdings habe ich sie als "Schriftcalcit" bezeichnet, da sie mehr an die im Schriftgranit gefundenen Quarzkristalle als an das, was ich als Skelettwachstum bezeichnen würde, erinnern. Im Gegensatz zum Schriftgranit, wo der Quarz bekanntlich mit Feldspat verwachsen ist, sind diese "Schriftcalcite" jedoch frei in einen Höhlenspalte gewachsen, ohne ein weiteres wachstumsbegrenzdendes Mineral. Auf den Sinterablagerungen in den Klüften vom Winterberg habe ich schon öfters spiralförmige oder schriftartige Wachstumsformen vom Calcit beobachten können, jedoch sind diese gewöhnlich nur sehr flach, maximal zwei, drei Millimeter hoch. Der - bisher - einmalige Fund könnte eine extreme Form dieser Sintermuster sein wo aus irgendeinem Grund diese Muster in die Länge gewachsen sind. Fossilien spielen dabei definitiv keine Rolle, auch wenn es sich bei dem Winterbergmassiv um ein ehemaliges Korallenriff handelt.
Ich will mal versuchen ein Foto von dem Teil zu machen, leider ist der Kontrast nicht besonders gut (beige auf beige). Außerdem ist meine Fotoausrüstung auf Mikro ausgelegt, bei Makro muss ich improvisieren...
cmd.powell:
So, ist zwar nicht toll geworden, aber ich hoffe man kann was erkennen. Die ersten drei Bilder sind von der großen Stufe, die letzten Drei sind Einzelindividuen, die abgeplatzt sind. Auf jeden Fall kann man zweifelslos die dreieckige Grundform der Kristalle erkennen, was bei Calcit auch nicht verwundern dürfte...
Johannes Kalbe:
--- Zitat von: stoanklopfer am 30 Aug 25, 13:43 ---Ich sehe da eher einen Schwamm, keine Crinoiden. Die weißen "Strahlen", die im polierten Stück zu sehen sind, dürften Spicula sein.
--- Ende Zitat ---
Ich denke, das siehst Du falsch. Man erkennt eindeutig den pentamer-radialsymetrischen Zentralkanal, der mit Karbonatschlamm gefüllt ist. Das wäre für mich das definitiv festlegende Bestimmungsmerkmal, das die Bestimmung als Crinoidenstiele sicher macht.
weitere Indizien auf eine Zuordnung zu den Crinoiden können sein:
- man sieht, dass die von Dir als "Spiculae" interpretierten Strukturen Kanäle sind, die mit dem selben Sedimentmaterial gefüllt sind wie der Zentralkanal (was Spiculae ausschließt). Diese führen (gut sichtbar) zu Poren auf der Außenfläche, bei denen es sich denke ich um Cirriporen handeln dürfte.
- zudem ist das Fossilmaterial sehr grobspätiger Calzit, was für Porifera eher absolut ungewöhnlich, für Echinodermenreste aber die Regel ist.
- zudem zeigen fossile Crinoiden öfter mal fossile Orginalpigmente (Hypericine), was sich hier in der sich deutlich vom Hintergrundsediment abhebenden orangenen Farbe zeigen könnte.
- und last-but-not-least: ich kenne zwar nicht die Geologie und das Material der genannten Fundstelle, aber sehr vergleichbares (Crinoiden-)Material von Gotland (edit: Hemse-Mergel).
stoanklopfer:
Hallo Johannes,
Deinen Argumenten kann ich nichts entgegen setzen. Du wirst wohl recht haben! Mir ist nur die gedrungene Form eigenartig vorgekommen, deshalb meine Vermutung.
lG Volkmar
Johannes Kalbe:
Hallo Volkmar,
--- Zitat von: stoanklopfer am 01 Sep 25, 17:17 ---Mir ist nur die gedrungene Form eigenartig vorgekommen, deshalb meine Vermutung.
--- Ende Zitat ---
das stimmt. Aber versuche mal über Bildersuche "Wurzel"bereiche von Crotalocrinites zu suchen... Da sind dann schon starke Ähnlichkeiten vorhanden (und der größte Teil des Stielbereiches dieser Seelilien sieht dann auch so aus, wie man es standardmäßig kennt).
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