Hallo,
Übrigens, ich habe gehört, daß die Betreiber des Steinbruches Dörfel künftig die Börsen inspizieren wollen, um angebotene Stufen aus diesem Bruch beschlagnahmen zu lassen.
Das ist natürlich das andere Extrem. Ob die damit durchkommen würden wage ich zu bezweifeln (Altfunde, Verjährung, Funde aus erlaubter oder geduldeter Sammeltätigkeit usw.). Dümmstenfalls müssen wir und auf ungenaue oder falsche Fundortangaben einstellen... Späterstens wenn der Betreiber in ein Museum geht und dort Stufen beschlagnahmen lassen möchte wird es zur Posse.
Was mich in diesem Zusammenhang immer wieder ärgert ist der Umstand, dass man alle Sammler mit gierigen Raubgräbern in einen Topf wirft. Natürlich kann man das nicht schwarz-weiß sehen es gibt zwischen dem reinen Sammler, dem Sammler der seine Spritkosten durch Mineralienverkauf reinholen möchte, dem gewinnorientierten Händler und dem gierigen Raubgräber jeden Übergang.
Wenn ich mich mit Wissenschaftlern (Geologen, Mineralogen) unterhalte stelle ich immer wieder fest wie sehr die auf die Zuarbeit von Mineraliensammlern angewiesen sind. Ich behaupte, die Mehrzahl der Neubeschreibungen von Mineralien wäre ohne aufmerksame und interessierte Mineraliensammler nicht möglich gewesen. Wenn ich einschlägige Literatur -sagen wir die Beschreibung zu geologischen Karten- durchsehe finde ich im Quellennachweis immer wieder Veröffentlichungen von (Hobby-) Sammlern zitiert. Ich wehre mich dagegen, dass diese für die Fachwelt ja nicht ganz so unbedeutende Tätigkeit kiminalisiert wird. Welcher Steinbruchbetreiber hat denn bitteschön bei Neubeschreibungen von Mineralien mitgewirkt?
Andererseits lehne ich ebenso das Vorgehen von diesen nach-mir-die-Sintfulut-Typen ab, die am liebsten die komplette Halde aufladen würden, dass ihnen ja kein Stückchen auskommt, die nachts an den Verbotsschildern vorbei und über den Zaun in die Brüche schleichen, die grundsätzlich kein Loch zumachen, die ihren Dreck liegen lassen, die ihre Fundstellen geheim halten bis das letzte Krümel raus ist - und die meinen das sei alles o.k. so.
Und jetzt kommt eine dritte "Sorte" dazu. Die Steinbruchbetreiber, Grubenbesitzer, Grundbesitzer usw. Ja, auch da gibt es solche und solche. Der eine Landwirt verjagt jeden, der auf dem (abgeernteten !) Acker Achate suchen möchte, ein anderer verlangt richtig Geld, erlaubt aber die Suche dann, ein Dritter schert sich nichts darum (solange kein Schaden entsteht) und einer bringt einem suchenden Sammler einen Sack voller Steine die ihm bei der Landarbeit aufgefallen sind - und oh Schreck - der will nicht mal was dafür. Die gleiche Storry könnte ich für Steinbrüche erzählen: Bei der Anmeldung in einen Granitsteinbruch sagte uns der Vorarbeiter, er hätte das was (wir konnte uns je eine Handstufe mit schönen Rauchquarzkristallen aussuchen), er erklärte wo im Moment die besten Funde möglich sind und wünschte uns viel Erfolg. Ich kenne auch einen Steinbruchbesitzer, wo man versuchen muss sich mit mitgebrachten Stufen ein Sammelrecht zu "erkaufen", kann aber sein, dass man die Stufen abliefert und dennoch nicht reindarf (je nach Laune). Der hat aber einen "Kumpel" der den Markt versorgt...
Gruß
Berthold
@Uwe: I
m Wald sitzen und Steine aufheben ist gottlob in Deutschland noch (!) nicht verboten.
...da könnte ich Dir schon einige Stellen nennen wo Du Probleme bekommst wenn Du nur ein Steinchen aufhebst.