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Autor Thema: Inkohlung  (Gelesen 1071 mal)

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Offline Falk

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Inkohlung
« am: 06 Nov 25, 18:50 »
Hallo, mal ne Frage zur Bildung von Stein- und Braunkohle. Warum gibt es nur Kohlevorkommen (Steinkohle) aus dem Karbon oder aus dem Tertiär (Braunkohle) und nicht z.B. Kohlevorkommen aus dem Jura oder der Kreide?

Grüße
Falk

Offline Johannes Kalbe

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Re: Inkohlung
« Antwort #1 am: 06 Nov 25, 20:12 »
Es gibt auch Kohlevorkommen aus dem Perm, dem Jura und der Kreide. Lediglich die Größe der Lagerstätten (in Europa) kann nicht mit denen aus Karbon (Paläogen ?) und Neogen mithalten.

Online stoanklopfer

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Re: Inkohlung
« Antwort #2 am: 06 Nov 25, 20:25 »
... mit denen aus Karbon (Paläogen ?) und Neogen ...

Vielleicht fasse ich das ja falsch auf. Wenn nicht: Das Karbon hat mit dem Paläogen nichts zu tun, da ist schon ein "bisschen" Zeit dazwischen! Das Paläogen ist das Alttertiär.

Online Quarzsammler

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Re: Inkohlung
« Antwort #3 am: 06 Nov 25, 20:45 »
Moin,
tatsächlich entstand der überwiegende Teil der deutschen Braun-/Steinkohlevorkommen im Tertiär bzw. Karbon. Ausnahme bildet beispielsweise ein kleines Vorkommen im Döhlener Becken in Sachsen, welches im Perm entstand (Rotliegend).

Die Entstehung von Kohlen ist an bestimmte Bedingungen geknüpft.
Die wichtigsten vier sind Entwicklungsstand der Flora (erste Landpflanzen gabs erst am Übergang Silur/Devon und ohne Pflanzen keine Biomasseproduktion), das Klima/Paläogeographie, Geotektonik und Beckenbildung sowie die geologische Zeit.

Warmes und feuchtes Klima, wie zum Beispiel im Karbon oder Eozän ist ideal für die Akkumulation großer Mengen von Biomasse aufgrund hoher Wachstumsraten und mannigfaltiger Typen von auftretenden Pflanzen. In anderen geologischen Zeiten, waren die klimatischen Verhältnisse zum Teil weniger ideal für die Biomasseproduktion (nicht zu vergessen, dass Europa im Jura und in der Trias zum großen Teil von Meer bedeckt waren).

Dann ist zur Kohlengenese auch ein geeigneter Ablagerungsraum nötig. Ideal sind Küstenrandmoore (z. B. Ruhrgebiet, Niederrhein, Niederlausitz, Leipziger Bucht), wie sie im Tertiär bestehen oder Binnenmoore (z. B. Saargebiet, Egertal Graben, Berzdorfer /Zittauer Becken). Die erforderlichen Strukturen (Becken/Senken) sind oft an Orogenesen gebunden, wie beispielsweise die alpidische (Tertiär, dort dann auch Events wie die Entstehung des Rheingrabens) oder die variszische (Karbon/Perm).

Und zum Schluss spielt natürlich auch die geologische Zeit eine Rolle. Während die jüngeren Kohlevorkommen nur bis zur Braunkohle inkohlt sind, reichte für die älteren Vorkommen die Zeit, um mit genügend Überdeckung (Druck und Temperatur) Steinkohle zu bilden.

Das heißt aber nicht, dass es gar keine Kohle aus anderer geologischer Zeit gibt. Beispielsweise bildeten sich bedeutende Reserven im Vorland der Rocky Mountains während Jura/Kreide. 54% der weltweiten Resourcen entstanden aber, wie du schon angedeutet hast, während des Tertiärs, 38% im Karbon/Perm und nur 4% in Trias/Jura/Kreide.

Ich hoffe, ich konnte helfen.
Viele Grüße

Quarzsammler

Offline Chrisch

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Re: Inkohlung
« Antwort #4 am: 06 Nov 25, 22:42 »
Einspruch, Euer Ehren! Die Zeit spielt keine Rolle, weil sie keinen Einfluß auf den Inkohlungsgrad hat, die Temperatur dagegen schon. Die Braunkohlen von Tula sind meines Wissens karbonischen Alters, und es gibt andererseits kreidezeitliche Steinkohlen...

Gruß Chrisch

Online Quarzsammler

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  • Vor der Hacke ist es dunkel.
Re: Inkohlung
« Antwort #5 am: 07 Nov 25, 11:30 »
Moin,

Einspruch angenommen ;) das stimmt natürlich. Vielleicht wäre es korrekter zu sagen, dass die Wahrscheinlichkeit eines höheren Inkohlungsgrades mit dem Alter steigt. Aber klar, eine direkte Abhängigkeit des Inkohlungsgrades von der Zeit gibt es nicht.

Viele Grüße

Offline Geomartin

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Re: Inkohlung
« Antwort #6 am: 07 Nov 25, 12:43 »
Hallo,

noch ein paar Bilder zum abrunden:
1. Hartbraunkohle aus der Trias (South Australia)
2. Steinkohle aus der Trias (Queensland)

3. Erkundung auf Hartbraunkohle aus dem Perm (South Australia)
4. Steinkohle aus dem Perm (Queensland)

Offline Falk

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Re: Inkohlung
« Antwort #7 am: 07 Nov 25, 14:23 »
Wow, vielen Dank bin wieder ein wenig schlauer geworden...  :)

 

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