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Autor Thema: merkwürdiges Gestein / Umgewandelter Vulkanit ohne FO  (Gelesen 3289 mal)

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Offline Erik

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Hallo,

habe eben ganz hinten in einer Schublade dieses merkwürdige Gestein gefunden. Woher es stammt weiß ich leider nicht, glaube ich habe das irgendwann als Kind geschenkt bekommen.

Mich würde aber trotzdem mal interessieren um was es sich dabei handelt? Farbe graugrün, durchzogen von rötlichen (Fe-?) Äderchen. Auffallendes Leichtgewicht...

Danke & Gruß, Erik
« Letzte Änderung: 02 Apr 16, 13:16 von oliverOliver »

Offline METE

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Re: merkwürdiges Gestein
« Antwort #1 am: 24 Feb 06, 21:59 »
Also für mich sieht es wie ein Sedimentgestein aus Tonmineralien aus, dass sich wohl in einer ariden Klimazone gebildet hat (vielleich in einer Salzpfanne!). Könnte mich natürlich auch irren. Ist es leicht löslich in Wasser und kann es auch schnell von Saeuren zersetzt werden ?
 
Gruss
Mete

Offline Erik

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Re: merkwürdiges Gestein
« Antwort #2 am: 24 Feb 06, 22:15 »
Hallo Mete,

nein, weder in Wasser noch in Säuren passiert etwas; Sedimentgestein glaube ich nicht, ist sehr kompakt und hat eine fast glasige Grundmasse in der vereinzelte Erzkörnchen (Hämatit? Magnetit?) liegen. Ist auch relativ hart, splittriger Bruch...denke eher an irgendwas vulkanisches oder metamorphes... ???

Ich habe dieses Zeug schon desöfteren irgendwo gesehen - aber wie das so ist, wenn man danach sucht scheint es auf einmal nicht mehr zu existieren :P

Gruß, Erik

Offline Methakos

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    • The Lost Geologist
Re: merkwürdiges Gestein
« Antwort #3 am: 25 Feb 06, 02:33 »
Könnten in Wasser abgelagerte vulkanische Aschen oder Pyroklastika sein. Deren Anteile zersetzen sich leicht zu Tonmineralien und es würde auch deine glasigen Anteile erklären. Aber wenn du ein noch besseres Foto machst wäre toll!  :)

Offline Collector

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Re: merkwürdiges Gestein
« Antwort #4 am: 25 Feb 06, 09:20 »
Hallo Erik

die von Dir beschriebenen Merkmale sind: Farbe graugrün, Leichtgewicht (!), rötliche Äderchen, glasige Grundmasse (?), Körnchen in der glasigen Grundmasse, splittriger Bruch.

Leichtgewicht, glasige Grundmasse und splittriger Bruch sprechen für ein pyroklastisches Gestein, resp. einen verfestigten Pyroklastit, welcher teilweise entglast ist ( aber noch das ursprüngliche ( juvenile) Glas zeigt.
Da der Zusammenhalt des Gesteins nicht durch Verschweißen oder Verschmelzen bewirkt wurde, , wird es durch ein Bindemittel zusammengehalten, welches die Zwischenräume des Gesteins ausfüllen. Die Substanzen des Bindemittels können aus der Zersetzung des Primärmaterials oder durch zirkulierende Wässer zugeführt sein. Das Bindemittel, in diesem Fale die Äderchen in Deinem Bild, sind i.d.R. Tonmineralien, Karbonate, Zeolithe, Chlorit oder Fe-Oxide (Limonit, Hämatit). Die grünlichgraue Farbe des Gesteins kann durch getrübten Chlorit hervorgerufen werden.

All diese Betrachtungen stützen sich auf die glasigen Anteile und die Leichtigkeit. Es könnte sich daher um einen SPILIT  , einen SPILITISCHEN PYROKLASTIT  oder eine pyroklastische Brekzie handeln.

Leider kann man die Gefügeeigenschaften, die petrographische Zusammensetzung und die Art der Entstehung ( zBsp durch Zerspringen der Lava bei schneller Abkühlung im Wasser) nicht feststellen.

Vielleicht hilft das weiter

gruß
collector

Offline Erik

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Re: merkwürdiges Gestein
« Antwort #5 am: 27 Feb 06, 15:54 »
Hallo,

danke euch! Umgewandelter Vulkanit klingt überzeugend, etwas anderes kann es aufgrund der Grundmasse ja auch eigentlich kaum sein. Läßt sich auch sehr leicht ritzen - Chlorit (oder vl Serpentin) als Hauptbestandteil ist eigentlich relativ sicher.
Mal sehen ob ich es irgendwann genauer herausbekomme, aber da mir der Fundort unbekannt ist werde ich es kaum aufheben. Oder es verschwindet wieder ganz hinten in der Schublade ;)

Gruß, Erik

 

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