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Ist das ein Pinakoid?

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Chrisch:
OK, ja, war unglücklich bzw. falsch formuliert: in dem konkreten Fall sehe ich nur das (Basis-) Pinakoid.

Gruß Chrisch

cinnabarit:
Guten Morgen in die Runde.
Vielen Dank für die Bestätigung und die Erläuterungen.
Ich muss zugeben dass ich das Pinakoid anhand der ganzen Skizzen von zwei Ebenen zueinander ohne Seitenflächen nicht ganz verstanden habe.
Was ist denn in diesem konkreten Fall der Unterschied zu einem, ich sage mal "flachem" sechsseitigem Prisma (ähnlich z.b. Vanadinit)?
Oder ist es in diesem Falle gleichzusetzen weil beides offene Kristallformen sind?
Bin Kristallografisch nicht so fit, bitte habt Geduld mit mir  ::)
Beste Grüße

aca:
Damit es keine Verwirrung gibt, sage ich nicht "Form", sondern "Gestalt" für das, was landläufig unter "Form" verstanden wird.

Es gibt kein "flaches sechseitiges Prisma".
Aber ich fange lieber von vorne an:

Eine einzelne Fläche hat grundsätzlich keine eigene Gestalt, sondern dehnt sich unendlich aus. Eine Fläche hat ihre jeweilige Gestalt nur deshalb, weil sie sich mit anderen Flächen schneidet. Deshalb kann man Flächen auch grundsätzlich nicht sicher an ihrer Gestalt erkennen, denn diese hängt von Vorhandensein und Größe der benachbarten Flächen ab.

Beim Basispinakoid hat man zwei parallele Flächen an den gegenüberliegenden Enden des Kristalls, und weil sich die Flächen nicht schneiden, sind auch sie unendlich und ohne eigene Gestalt.

Ein Prisma ist eine "offene" kristallographische Form. Es besteht aus Flächen, die parallel zu einer gemeinsamen zentralen Achse liegen.
Es ist aber, bildlich gesprochen, oben und unten kein Deckel drauf, sondern die kristallographische Form "hexagonales Prisma" sieht aus wie eine sechseckige unendliche Röhre.
Den kompletten Kristall bekommst du erst durch die Kombination von Pinacoid und Prisma, das Pinacoid schließt das Prisma oben und unten ab.

Die sechseckige Gestalt bekommt man auch durch die Kombination des Basispinacoids mit zwei zugespitzten positiven und negativen Rhomboedern, oder in Kombination mit einem trigonalen Skalenoeder, die alle "erlaubte" kristallographische Formen für Rhodochrosit sind.
Die Formen von Rhodochrosit sind genau die gleichen wie beim Calcit, man kann also zur Not bei Calcit nachsehen, was "geht".

cinnabarit:
Hallo Amir,
vielen Dank für die gut verständliche Erklärung! Ich denke ich habe es nun verstanden.
Mit dem offenen Prisma als unendliche Röhre welches dann erst durch das Pinakoid begrenzt wird, bzw. ja dann auch umgedreht das ebenfalls unendliche Pinakoid durch das Prisma, da hats Klick gemacht und ich habe verstanden in welchem Verhältniss da beides zueinander steht bzw. stehen muss.
(Auch was genau mit 'offen' gemeint ist hab ich nun kapiert! ;D )
Beste Grüße und einen schönen Abend,
Max

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