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Autor Thema: Verwitterung von Uranit / Pechblende  (Gelesen 6639 mal)

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Offline Krizu

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Verwitterung von Uranit / Pechblende
« am: 18 Oct 05, 16:42 »
Hallo,

mal eine Frage:
Ich habe mir einen Uranit-Kristall unter dem Mikroskop angeschaut und analysieren lassen. Die Oberfläche ist rissig und es kommt zuviel Sauerstoff im Verhältnis zum Uran raus.

Kann das Urandioxid unter "normalen" Bedingungen zu Uranhydroxid verwittern?

MfG

Frank

Reaktor

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Re: Verwitterung von Uranit / Pechblende
« Antwort #1 am: 18 Oct 05, 18:53 »
Ich zitier mal einen Absatz aus "Anorganische Chemie" von L. Kolditz, 1980:
"Uranium und Sauerstoff bilden eines der kompliziertesten Systeme, so daß es kaum Oxide mit einfacher Stöchiometrie gibt. Auch [UO2] (braun), [U3O8] (grün-schwarz) und [UO3] (orangegelb) sind Idealformeln. Über breite Phasengebiete sind sie in den entsprechenden Gittertypen existent."
Wenn man davon ausgeht ist also recht viel möglich ;)
Aber vielleicht hilft ein Blick in ein dickes Chemiebuch in dem auf Uran und seine Verbindungen mehr eingegangen wird?

Offline Krizu

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Re: Verwitterung von Uranit / Pechblende
« Antwort #2 am: 18 Oct 05, 20:10 »
Hallo,

bei einem schönen Oktaeder habe ich jetzt mal nicht an andere Stöchiometiren gedacht  8)  Mit anderen Worten: Schmeiss mal den Ullmann an  :)

Also mal im nächsten Reaktorladen metallisches Uran bestellen  ;D :o

MfG

Frank

Reaktor

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Re: Verwitterung von Uranit / Pechblende
« Antwort #3 am: 19 Oct 05, 16:06 »
Hallo,

Also mir persönlich ist der Ullmann mit seinen gut 6000 Euro doch "etwas" zu teuer ;). Aber der Verlag hat erstaunlicherweise recht viel im Internet: http://www.mrw.interscience.wiley.com/ueic/articles/a27_281/sect6-fs.html Ganz Interessanter Eintrag zu Uran + seinen Verbindungen. Unter Punkt 5 ist als Formeln folgendes zu lesen: "Pitchblende  x UO3 · y UO2     [...]   Uraninite  UO2 (with UO3)"
Anscheinend ist es doch nicht so simpel wie man es mit der kurzen Schreibweise UO2 haben möchte ;)

Was kam denn bei der Analyse von dem Stück für ein Uran - Sauerstoff-Verhältnis raus?

MfG
 Reaktor

Uran und andere Spezialitäten kann auch praktischerweise gleich im Netz bestellen: http://unitednuclear.com/uraniumstock.htm  ;D

Offline Krizu

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Re: Verwitterung von Uranit / Pechblende
« Antwort #4 am: 19 Oct 05, 21:22 »
Also mir persönlich ist der Ullmann mit seinen gut 6000 Euro doch "etwas" zu teuer ;).

tja, habe den als Online-Version im Zugang  ;D

Zitat
Aber der Verlag hat erstaunlicherweise recht viel im Internet: http://www.mrw.interscience.wiley.com/ueic/articles/a27_281/sect6-fs.html Ganz Interessanter Eintrag zu Uran + seinen Verbindungen. Unter Punkt 5 ist als Formeln folgendes zu lesen: "Pitchblende  x UO3 · y UO2     [...]   Uraninite  UO2 (with UO3)"
Anscheinend ist es doch nicht so simpel wie man es mit der kurzen Schreibweise UO2 haben möchte ;)

Access denied  >:(  :o

Zitat
Was kam denn bei der Analyse von dem Stück für ein Uran - Sauerstoff-Verhältnis raus?

Uran und andere Spezialitäten kann auch praktischerweise gleich im Netz bestellen: http://unitednuclear.com/uraniumstock.htm  ;D

Goodfellow hat es auch im Angebot. Ich hatte am Anfang UO4 raus. Das waere ein Hydroxid. Die Uranlinien waren aber nicht kalibriert, da kann dann auch mal was schief gehen. Deshalb hatte ich Sauerstoff schon kalibriert. Dann habe ich die Linien des Urans mal brutal versucht auf UO2 zu ziehen - bin aber dann beim UO3 nur gelandet.  Ein Problem könnte auch Thorium sein.  Das ändert etwas die Linien des Urans. Aber da das MAterial oberflächliche Risse zeigt, dachte ich an ein Hydroxid.

Mfg

Frank

Offline betadecay2000

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Re: Verwitterung von Uranit / Pechblende
« Antwort #5 am: 20 Oct 05, 20:40 »
Zitat
Uran und andere Spezialitäten kann auch praktischerweise gleich im Netz bestellen: http://unitednuclear.com/uraniumstock.htm

Die liefern allerdings nur in den USA aus.  :(



Reaktor

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Re: Verwitterung von Uranit / Pechblende
« Antwort #6 am: 24 Oct 05, 19:04 »
Ich hatte am Anfang UO4 raus. Das waere ein Hydroxid. Die Uranlinien waren aber nicht kalibriert, da kann dann auch mal was schief gehen. Deshalb hatte ich Sauerstoff schon kalibriert. Dann habe ich die Linien des Urans mal brutal versucht auf UO2 zu ziehen - bin aber dann beim UO3 nur gelandet.  Ein Problem könnte auch Thorium sein.  Das ändert etwas die Linien des Urans. Aber da das MAterial oberflächliche Risse zeigt, dachte ich an ein Hydroxid.

Ist das Hydroxid überhaupt ausreichen stabil um als oberflächlicher Überzug zu fungieren? In meinen Büchern findet sich zu Uranhydroxid nämlich absolut kein Eintrag was mich etwas stutzig macht ???.

Gruß
 Reaktor

Offline Krizu

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Re: Verwitterung von Uranit / Pechblende
« Antwort #7 am: 24 Oct 05, 19:24 »
Hallo,

der Ullmann hat sich darüber aus gelassen. Das Uranit ist nach seiner Definition UO2.  ;D Pechblende ein Gemenge der UO2 mit UO3.  Und es werden auch Phasen mit Wasser usw. beschrieben. Das Phasendiagramm Sauerstoff-Uran-Thorium habe ich auch schon gefunden.

Auf Wunsch kann ich mich dazu auslassen. Der Tipp mit dem "dicken Chemiebuch" war richtig!

Mfg

Frank

Offline smoeller

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Re: Verwitterung von Uranit / Pechblende
« Antwort #8 am: 12 Dec 05, 10:05 »
Hallo,

MIt welcher Methode wurde der Kristall analysiert? Es gibt gerade bei angewitterten oder stark radioaktiven Materialien oft Gitterstörungen an der Oberfläche. Da kann schon mal ein anderes Uran/Sauerstoff-Verhältnis rauskommen. Es ist möglich, dass der Kristall durch die Strahlung schon seine Struktur verloren hat (metamikt ist). Eine einfache EDX, etwa am REM ist nur qualitativ, sie sagt nichts über das genaue Verhältnis U/O. Eine Analyse mit der Mikrosonde wirkt ebenfalls nur an der Oberfläche. Man müsste schon eine frische Fläche schneiden und polieren und dann die Messung machen, am besten über einen Bereich.

Glück Auf!
smoeller
« Letzte Änderung: 12 Dec 05, 10:11 von smoeller »

Offline berthold

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Re: Verwitterung von Uranit / Pechblende
« Antwort #9 am: 12 Dec 05, 11:08 »
Hallo,

die Verwitterung von Pechblende/Uraninit siehe Anhang.

Gruß

Berthold

Offline Krizu

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Re: Verwitterung von Uranit / Pechblende
« Antwort #10 am: 12 Dec 05, 11:22 »
Hallo,

MIt welcher Methode wurde der Kristall analysiert? Es gibt gerade bei angewitterten oder stark radioaktiven Materialien oft Gitterstörungen an der Oberfläche. Da kann schon mal ein anderes Uran/Sauerstoff-Verhältnis rauskommen. Es ist möglich, dass der Kristall durch die Strahlung schon seine Struktur verloren hat (metamikt ist). Eine einfache EDX, etwa am REM ist nur qualitativ, sie sagt nichts über das genaue Verhältnis U/O. Eine Analyse mit der Mikrosonde wirkt ebenfalls nur an der Oberfläche. Man müsste schon eine frische Fläche schneiden und polieren und dann die Messung machen, am besten über einen Bereich.

Hallo,

eine vernünftige EDX im REM ist alles andere als qualitativ. Mit etwas guten willen, eienr ordentlichen Kalibration und dem Wissen, was möglich und unmöglich ist, ist der Sauerstoffgehalt bei den meisten Verbindugnen gut zu bestimmen.

Das Schleifen und polieren wollte ich gerade vermeiden!

Mit dem Backscatter-Detektor erkennt man eigentlich schon die richtigen Stellen für die Analysen, klar Probenvolumen etwa 20µm3  8)

MfG

Frank


 

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