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Autor Thema: Markasit  (Gelesen 15258 mal)

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Offline Stone Women

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Markasit
« am: 23 Oct 05, 02:12 »
Hallo Ihr Stein reichen  ;)

Wer hat einen Tipp?

Wie das bei Anfängern so ist, finde ich vor Monaten auf der Halde in Meggen, was metallisch schimmerndes.Und gleich drei Stück davon.
Also erstmal mitnehmen und säubern.
Beim schrubben müffelten sie dann etwas komisch. :-\
Also wurden die beiden größeren in Kunststoffkästen gesteckt. Mit einem Papiertaschentuch als Einlage....... soll ja weich liegen. Deckel drauf. Und wehe ihr stinkst mir nun den Schrank voll.... in die hinterste Ecke gepackt.
Der kleinere kam in die Vitrine.

Und was sehe ich gestern  ??? :o   ZERFALLEN!!!  EINZELTEILE!!!  KRÜMMEL!!!
Ich habe sofort voller Sorge die beiden anderen hervorgeholt...... es geht ihnen gut.
Nur das Papier sieht etwas anders aus. Als wär es feucht geworden und an diesen Stellen ist es auch etwas gelblich.

Also hab ich hier mal rumgestöbert auf der suche nach einer Erklärung.
Aha Markasit......... wenigstens das weiß ich jetzt.

Nun meine Fragen an euch :
Wie kann ich den Zerfall stoppen? Wie lagert Ihr Markasit? Könnten diese kleinen Tütchen was helfen die man in neuen Koffern findet.... mit Granulat drin? (Gegen Feuchtigkeit sind die soweit ich weiß)
Wie sind Eure Erfahrungen?

Eine um ihre Steinchen bangende Rosi





Offline Ralf

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Re: Markasit
« Antwort #1 am: 23 Oct 05, 08:26 »
Hallo Rosi,

ich fürchte, ich habe entsetzliche Nachrichten für Dich. Den Zerfallsprozess bei Markasit kannst Du nicht aufhalten, höchstens durch Konservierung geringfügig verzögern.
Aber der Aufwand steht in keinem Verhältnis zum Erfolg. Tut mir Leid.

Gruß
Ralf


Offline McSchuerf

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Re: Markasit
« Antwort #2 am: 23 Oct 05, 09:04 »
Zitat
Beim schrubben müffelten sie dann etwas komisch. 

Schwefliger Geruch vermutlich. Ja, kann dem Ralf nur zustimmen.

In ein luftdicht abgeschlossenenes Kunststoffkästchen gehört der Markasit bei mir z.B. (ich habe jetzt schon seit über 20 Jahren eine schöne Markasitstufe aus dem Steinbruch bei Höver und immer noch so schön wie am ersten Tage; evtl. kann man zusätzlich noch mit klarem Zapponlack das Stück verewigen - wenn's aber erst mal bröckelt, ist es schon zu spät..

... aber: Nicht alle Markasite müssen zwangsläufig auch im gleichen Tempo bzw. Zeitablauf zerfallen!
 
Gruß Peter
« Letzte Änderung: 23 Oct 05, 09:08 von McSchuerf »

Offline Krizu

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Re: Markasit
« Antwort #3 am: 23 Oct 05, 10:41 »

Und was sehe ich gestern  ??? :o   ZERFALLEN!!!  EINZELTEILE!!!  KRÜMMEL!!!
Ich habe sofort voller Sorge die beiden anderen hervorgeholt...... es geht ihnen gut.
Nur das Papier sieht etwas anders aus. Als wär es feucht geworden und an diesen Stellen ist es auch etwas gelblich.

Wie kann ich den Zerfall stoppen? Wie lagert Ihr Markasit? Könnten diese kleinen Tütchen was helfen die man in neuen Koffern findet.... mit Granulat drin? (Gegen Feuchtigkeit sind die soweit ich weiß)

Hallo,

die Reaktion ist in etwa wie folgt:
Markasit ist Eisensulfid. Nun ist Eisenoxid stabiler als Markasit und der Markasit fängt an zu oxidieren = "rosten". Die entstehenden Oxide beschleunigen die Reaktion  :'(

Mach Fotos davon zur Doku und stell die in den Atlas. Ich habe etliche Pyritknollen und nur 2 lösten sich in den letzten 20 Jahren auf.

MfG

Frank




[/quote]

Offline der Sauerländer

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Re: Markasit
« Antwort #4 am: 23 Oct 05, 11:52 »
Hallo Rosi

0-Chance :-[
Die Markasite aus der Schwefelkiesgrube Meggen sind durchweg instabil. Da hilft nix!
Die liegen schon so lange im (sauren) Regen. Da kannste draufsprühen, was Du willst. Der Zerfall kommt von Innen.
Fahr lieber hoch zur Grube Alexander. Links vom Stollen, im Wald, liegt genug was nicht zerfällt.

Wilhelm

Offline Stone Women

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Re: Markasit
« Antwort #5 am: 23 Oct 05, 19:18 »

Grüß Euch !!!

Das sind ja Nachrichten, die ich da lese. :-[  Ich kann also nur Machtlos zusehen wie sie munter vor sich hin vergammeln. Schade !!!
Aber gut, was nicht zu ändern ist..............  Mach ich also das Beste daraus und halte den Bröselvorgang fotografisch fest um in hier einzustellen. ( Galgenfrist)
Nur ich warne Euch. ;D
Meine Mittel sind echt begrenzt, so tolle Bilder wie Ihr, bring ich nicht zustande.  :-\

Bei passender Gelegenheit werde ich mir also neue suchen. Danke Dir Wilhelm!  :)
Sag mal Wilhelm, ist der Schwefelgeruch beim Kontakt mit Wasser auch bei den Stufen die nicht zerfallen?

Danke auch euch Ralf, Peter und Frank.  :)


Glück Auf     
                   Rosi











Offline der Sauerländer

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Re: Markasit
« Antwort #6 am: 23 Oct 05, 19:33 »
Klar

Hau mal mit nem Hammer drauf ::) ;D

Offline wolfi

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Re: Markasit
« Antwort #7 am: 23 Oct 05, 22:10 »
Servus alle,
auch einige Pyrite sind davon betroffen, so z.B. die von Sokolov, CZ. In einem der Braunkohle-Tagebaue konnte man vor 10 Jahren wirklich zentnerweise herrliche Pyrite, rundum auskristallisiert bis zu 5 cm Kantenlänge, finden oder auch auf verkohlten Ästen. Wir haben sie damals wirklich zentnerweise rausgeholt. Aber kein einziger "lebt" heute noch! Schade um die Arbeit! Und hier noch ein Tipp: Wenn euch welche angeboten werden, lasst es sein, sie sind leider nicht von dauerhafter Schönheit!!!Schnief, heul...
Servus + Glück auf
Wolfi

Offline McSchuerf

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Re: Markasit
« Antwort #8 am: 24 Oct 05, 00:11 »
Also, wie gesagt, bei mir ..20 Jahre Höver-Markasit und immer noch so schön wie am 1. Tage.. ;)..

aber der war auch gleich von Anfang an unter Verschluss..d.h. kein Luftsauerstoff - keine Oxidation - kein Zerfall!

Offline Stone Women

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Re: Markasit
« Antwort #9 am: 27 Oct 05, 08:49 »
Moin Moin

Also, ich bin nun zu folgender Überlegung gekommen.

Bei Luft Entzug zerfallen sie nicht. Was liegt also näher als Sie mit Vakuum einzuschweißen in Folie.
Mal ganz hinterhältig  ;D ..... werde die Biester schon irgend wie Überlisten!
Versuch macht Klug.  ;)


Rosi

MM-Bär

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Dann musste schon Antibiotika nehmen
« Antwort #10 am: 27 Oct 05, 09:07 »
gemäß folgendem Link:
http://dc2.uni-bielefeld.de/dc2/pyrit/pyrit_03.htm

Mach' Dir keine Hoffnungen  :'(

Offline proyect

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Re: Markasit
« Antwort #11 am: 27 Oct 05, 21:38 »
Hallo,
hab vor n paar Monaten n paar Bremer Markasite gefunden, und na ja, jetz ham se weiße Haare,.. glänzt geil, aber heißt auch, dass die Dinger im Ar*** sind. Na ja schade eigentlich. Aber jedes der Stücke gammelt mit ner anderen Geschwindigkeit. Vor allem das frischeste Fundstück gammelt am schnellsten.
Gruß
proyect

Offline KOstMineral

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Re: Markasit
« Antwort #12 am: 28 Oct 05, 08:13 »
Hallo,
ich hab mal einen Markasit vom Kaiserstuhl überbekommen. Der ist bestimmt schon "20 Jahre" alt und gammelt eigentlich nicht vor sich hin. Aber das Phänomen ist, dass er von kleinen Schwefelkristallen übersät ist. Ich weiss allerdings nicht ob die damals wo er geborgen wurde schon vorhanden waren.
Kann das sein, dass hier eine Oxidation des Schwefels ohne Wasser stattgefunden hat? Also nach der Formel:
FeS2 + 2 O2 --> FeSO4 + S
Dies würde dann aber auch bedeuten, dass das Eisensulfat als Schutzschicht fungiert und einen Zerfall des Markasits verhindert oder zumindest verzögert.

Was haltet ihr davon?

Gruss
Klaus

MM-Bär

  • Gast
ich darf mal zitieren:

[...]
Relative Humidity (RH)

In general, geology collections require a moderate, stable RH just like other types of museum collections. Specimens with pyrite decay and some mineral specimens are exceptions to this rule, as described below.

Pyrite decay
Some geological specimens are susceptible to “pyrite decay. ” The iron pyrite in these specimens can react with water and oxygen in the atmosphere to convert to iron sulfate. This compound is greater in volume than iron pyrite and typically causes the specimen to crack into pieces and fall apart. Acid produced in the reaction also helps to destroy the specimen.
Typically, the end result of pyrite decay will be the reduction of the specimen to a pile of yellow/gray powder. Pyrite decay can be triggered by RH over 60%.

Specimens suffering from pyrite decay have a noticeable sulfur smell. Specimen labels and packaging are often stained or destroyed by the acid produced by the deterioration process.

Most pyrite decay in specimens can be prevented by keeping RH in the collection storage area below 60%. To halt decay once it has already started, however, specimens need to be isolated and stored in a very dry environment.

Other Specimens Damaged by RH
Many mineral specimens can be damaged by changes in RH. For example, very low RH  (below 35 % RH) may cause cracking as minerals lose water. High RH (e.g. above 60 %) can cause deliquescent minerals to dissolve in the water
they pick up from the atmosphere, rounding corners and reducing specimens in size, or eventually disintegrating them so that all that remains is a stain on a shelf or in a drawer. (For a list of the environmental requirements of different minerals, see the chapter by Waller, in Howie, 1992.)

Sub-fossil bone may be damaged by changes in humidity. Rapid fluctuations, in particular can cause cracking and splitting of specimens as they absorb and lose water. Clay minerals will be damaged in the same way. Shale specimens will crack and delaminate if RH is low.

The surfaces of specimens collected in coastal or other saline regions may exhibit the growth ofsalt crystals, called gypsum disease, in fluctuating RH. (This may also happen after certain types of treatment or specimen preparation.) Salt growth
can cause surface damage. These crystals can be removed by gentle brushing and prevented by stabilizing RH in the collection storage area.

Metallic specimens may corrode at high RH. This can be a problem particularly in meteorite collections.
RH fluctuation can be limited by using well-sealed cabinets, particularly cabinets with wooden drawers, which will buffer RH changes.

[...]

Also: Die Teile am besten in die Vakuumkammer und dann luftdicht versiegeln. Vielleicht klappt es doch. Nur, ob der Aufwand lohnt, muss jeder selbst entscheiden ..

Offline Krizu

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Re: Markasit
« Antwort #14 am: 28 Oct 05, 11:28 »

FeS2 + 2 O2 --> FeSO4 + S
Dies würde dann aber auch bedeuten, dass das Eisensulfat als Schutzschicht fungiert und einen Zerfall des Markasits verhindert oder zumindest verzögert.

Was haltet ihr davon?

Hallo Klaus,

Eisensulfate sind:
FeSO4*7H2O
FeSO4*4H20
FeSO4*H2O
Bei Normalbedingungen landest Du beim 7-Hydrat  :'(

MfG

Frank

 

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