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Autor Thema: Wie giftig ist Amiant???  (Gelesen 12817 mal)

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Offline Krizu

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Re: Wie giftig ist Amiant???
« Antwort #15 am: 19 Dec 05, 08:45 »
@smoeller: schau bittschön nochmal nach, - könnte das nicht genau anders herum sein? Vorallem: "Die Enden sind stumpf, daher die Krebsgefahr ...." Jerade die Chrysotilfasern spalten sich vornehmlich am Ende mit Vorliebe auf und sind alles andere, blos nicht stumpf.

Hallo,

nach meinem Wissen, ist es bei lungengängigen Fasern relativ wurscht, wie das Ende beschaffen ist. Ihr redet über "Torpedos" mit weniger als 1µm Durchmesser! In der Größenordnung ist die "normale" Vorstellung nicht angebracht, sonst würde jeder Tonpartikel sofort vom Schuh wegen der Schwerkraft abfallen und nicht wg. Van-Der-Waals wie bescheuert kleben. Da ist meines Wissens die Chemie (="Reizpotential") wichtiger. In der Anweisung zur REM-Untersuchung von Asbest ist auch kein Wort über die Enden erwähnt, nur über die Chemie und Geometrie (Größe + l/b-Verhältnis)

MfG

Frank

Offline Moni

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Re: Wie giftig ist Amiant???
« Antwort #16 am: 19 Dec 05, 16:06 »
hallo Frank,

Du hast da völlig recht! Nur die Lungengängigkeit zählt letzen Endes.
Konnte jedoch die Äußerung von smoeller so nicht kommentarlos hinnehmen ....

Und meines Erachtens ist es aber bei der REM-Untersuchung schon von Bedeutung, daß man weis wie die einzelnen Faser ausschauen. Und so wie ich weis, mögen sich eben die Chrysotilfaser lieber verbiegen oder besser gesagt vornehmlich krümmen und spalten an den Enden auf. Die Blau-, oder Braunsasbeste mögens lieber geradliniger ...
Neben der Summen- bzw. Punktanalyse, die die Zusammensetzung sagt, muß ich aber eben schon vorher wissen, welche der tausend Fasern in der Probe nun genauer geometrisch + chem. betrachtet werden muß .... ODER ?  ??? Insofern ist also die Fasergeometrie schon wichtig.

Ach ja und dann gibt es ja noch die KMF sprich K2-Fasern   ;D grins, grins mit ketzerischer Frage: und wie unterscheide ich denn die nun von den K1  ??? 

Liebe grüße Moni

Offline Krizu

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Re: Wie giftig ist Amiant???
« Antwort #17 am: 19 Dec 05, 16:29 »
Hallo,

zum Glück durfte ich mich nur einmal mit Asbest rumschlagen.

Ich weiss eigentlich nur, dass ein goldbeschichteter Kernporenfilter mit einigen m2 Luft beladen wird. Dann werden ihmo 2mm2 mit 2000x Vergrößerung ausgezählt und berwertet (Faserbüschel, gekreuzte usw). Es wird, Länge und "Länge zu Breite" gemessen und dann eine EDX für den "Krebs"-Faktor gemacht.

Es wird doch eigentlich jede Faser bewertet, oder? Wer macht das denn manuell?

MfG

Frank




Offline Moni

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Re: Wie giftig ist Amiant???
« Antwort #18 am: 19 Dec 05, 17:09 »
Hallo Frank,

alles richtig - sofern es sich um Raumluftproben handelt.
Aber manchmal ist es auch notwendig, Materialproben hinsichtlich Asbest zu untersuchen. Dann gilt eigentlich die gleiche Prozedur, ab Goldbeschichtung nur mit dem Unterschied, daß keine Fasern gezählt werden. Die Frage lautet dann: Sind Fasern im Material enthalten ja / nein und wenn ja, welche. Für die Beantwortung gilt was ich zuvor schrieb, L/D-Verhältnis ist äußerst wichtig, sind Asbestfasern dabei gilt K1, dann brauchst Du keinen "Krebs-Faktor" mehr, sinds KMF dann muß KI-Index her.

Berechnung KI hatten wir schon mal ....

Manuell? Das Anschauen ist schon als manuell anzusehen ....  ;)

gruß Moni

EDIT: Alternative Asbestbestimmung: FTIR - jedoch für Raumluftfreimessungen ungeeignet, jedoch bei Materialanalysen spitze
        von der ditten Methode: lichtmikroskopische Bestimmung kann ich nicht viel halten, dan mir nicht geläufig ...
« Letzte Änderung: 19 Dec 05, 17:12 von Moni »

Offline Krizu

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Re: Wie giftig ist Amiant???
« Antwort #19 am: 19 Dec 05, 19:25 »
Hallo Moni,

ich hatte bisher das Glück, nicht im Akkord die Proben durchs REM jagen zu müssen.

zielsetzung:
sicheres Ergebnis!  ;)

Da konnte ich dann auch schon mal erst 30min mir die Probe anschauen, bilder machen und dann in Ruhe analysieren. War die Stelle für die Analyse ungünstig, kam halt die nächste dran.

Das Labor war eine Service-Abteilung, es musste nicht wirtschaftlich arbeiten.

Aber:
- Du sagst der Kiste wo die chemische Referenz liegt.
- Du sagst der Kiste wo die Bildreferenz liegt.
- Du sagst der Kiste wo die Proben sind
- Du sagst "go"
und holst später das Ergebnis mit der Analyse jeder Faser ab.

Geile Software  ;) Hat sogar mal einen 3µm Partikel meines Eherings in einer Erzprobe gefunden und identifiziert >:(

MfG

Frank

MfG

Frank
« Letzte Änderung: 19 Dec 05, 19:29 von Krizu »

Offline Moni

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Re: Wie giftig ist Amiant???
« Antwort #20 am: 20 Dec 05, 10:54 »
Hi Krizu,

ähnliche Diskussionen hatten wir beide ja auch schon an anderer Stelle.
Deine "Anstriche" wären auch gut zu verkürzen auf folgenden Punkt: Sage dem Chemiker was er finden soll und der analysiert es.....  ;D

Nein im Ernst, solides Wissen gehört schon dazu und meiner Meinung nach verdient jedes Pröbchen seine besondere Aufmerksamkeit. Sicherlich eine altmodische Ansicht, trotzdem halte ich mich daran.
Wie gesagt, wir haben kein REM sondern und müssen da immer die Fachkollegen bemühen, so daß ich natürlich hinsichtlich Software da keinen Durchblick habe ... 8)

Liebe Grüße Moni

Offline Krizu

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Re: Wie giftig ist Amiant???
« Antwort #21 am: 20 Dec 05, 14:21 »
Hi Krizu,

ähnliche Diskussionen hatten wir beide ja auch schon an anderer Stelle.
Deine "Anstriche" wären auch gut zu verkürzen auf folgenden Punkt: Sage dem Chemiker was er finden soll und der analysiert es.....  ;D

Nein im Ernst, solides Wissen gehört schon dazu und meiner Meinung nach verdient jedes Pröbchen seine besondere Aufmerksamkeit. Sicherlich eine altmodische Ansicht, trotzdem halte ich mich daran.


Zum Glück bin ich Physiker  ;D. Aber deine Einstellung ist doch identsich mit:
Zitat
ich hatte bisher das Glück, nicht im Akkord die Proben durchs REM jagen zu müssen.

Zielsetzung:
sicheres Ergebnis! 

Da konnte ich dann auch schon mal erst 30min mir die Probe anschauen, bilder machen und dann in Ruhe analysieren. War die Stelle für die Analyse ungünstig, kam halt die nächste dran.

Das Labor war eine Service-Abteilung, es musste nicht wirtschaftlich arbeiten.

Die Ergebnisse der Software kritisch zu hinterfragen ist natürlich immer notwendig (siehe auch meinen "Augit"-Beitrag!)

MfG

Frank

 

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