https://www.chiemgauer-mineralien-fossiliensammler.de/http://www.phillisverlag.de/Kalender-Shop/Mineralienkalender/https://www.edelsteine-neuburg.de

Autor Thema: Stibioluzonit  (Gelesen 5143 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline Philip Blümner

  • Globaler Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.429
    • weloveminerals
Stibioluzonit
« am: 02 Dec 05, 16:25 »
Hallo!

Stibioluzonit wird hier im Lexikon als Synonym für Hocartit  Ag2FeSnS4  benutzt, bei mindat ist es Cu3(As,Sb)S4, kein echtes Mineral (rejected).

Jetzt habe ich einen bei Hartmut Schmeltzer erworben, habe ich nun ein Sb-Mineral oder nicht? Wieso wird das Präfix stibio- überhaupt verwendet, wenn keines drin ist? Vielleicht hat das "-luzon-" etwas mit lux, lucis "Licht" zu tun, im Sinne von "wie mit Antimon aussehend"?  :-\

Gruß
slugslayer

Offline Axinit

  • *****
  • Beiträge: 968
Re: Stibioluzonit
« Antwort #1 am: 02 Dec 05, 17:45 »
Hallo,

nachstehend einige Infos zum Stichwort Stibioluzonit aus ROEMPP's Chemielexikon:


Cu3AsS4, stahlgraues bis eisenschwarzes Erzmineral, Strich bräunlichschwarz. Stengelige bis nadelige rhombische Kristalle, meist längsgestreift, Kristallklasse mm2-C2v. Die Kristallstruktur [1,2] enthält CuS47−- und CuS35−-Cluster (Cluster-Verbindungen). Halbmetallisch-blendeartiger Glanz ähnlich wie Zinkblende. Sehr gute Spaltbarkeit, H. 3, D. 4,4–4,5. Meist in derben Erzmassen und strahligen Kristallaggregaten oder körnig eingesprengt. Löslich in Salpetersäure unter Schwefel-Abscheidung. Enargit ist häufig, zum Teil im Mikrometer- und atomaren Maßstab und mit Unordnungszuständen in der Struktur, mit dem gelblichrosa-stahlgrauen tetragonalen Polytyp (Polytypie) Luzonit (Cu3AsS4) verwachsen [3]. Zwischen Luzonit und dem rötlichviolett-stahlgrauen tetragonalen Antimon-Endglied Famatinit (früher: Stibioluzonit; Cu3S4Sb) besteht lückenlose Mischbarkeit [4,5]. In Enargit kann nur bis maximal ein Fünftel des Arsens durch Antimon ersetzt werden; der in der älteren Literatur, z.B. bei Ramdohr, noch zu findende Mineralname Stibioenargit wird in Literatur [5] nicht mehr verwendet. Zum Zusammenhang zwischen Mikrostruktur und chemischer Zusammensetzung von Enargit, Luzonit und Famatinit siehe Literatur [5]. Zu den Phasenbeziehungen im Vierstoffsystem Kupfer-Arsen-Antimon-Schwefel oberhalb von 350°C siehe Literatur [6].

Vorkommen:
Auf hydrothermalen Gängen, Verdrängungen und Imprägnationen, z.B. Butte/Montana und mehrorts in Colorado/USA, Cerro de Pasco/Peru, Tsumeb/Namibia, Insel Luzon/Philippinen (Enargit-Gold-Lagerstätte Lepanto, Name Luzonit) und Bor/Serbien.

Verwendung:
Wichtiges Kupfererz, enthält nach der Formel 48,4% Kupfer.
 

--------------------------------------------------------------------------------
 
Übersetzungen:
E enargite
I enargite
F énargite
S enargita
    CAS-RN:
14933-50-7 
    Zoll:
2603 00 
 
 

--------------------------------------------------------------------------------
 
Literatur: 
[1]  Adiwidjaja, V. G.; Löhn, J., Acta Crystallogr., Sect. B, (1970) 26, 1878.
[2]  Li, D.; Bancroft, M.; Kasrai, M. E.; Fleet, X. H.; Feng, B. X.; Tan, K. H., Phys. Chem. Miner., (1994) 21, 317.
[3]  Pósfai, M.; Sundberg, M., Am. Mineral., (1998) 83, 365.
[4]  Springer, G., Miner. Deposita, (1969) 4, 72.
[5]  Pósfai, M.; Buseck, P., Am. Mineral., (1998) 83, 373.
[6]  Luce, F. D.; Tuttle, C. L.; Skinner, B. J., Econ. Geol., (1977) 72, 271.
Anthony, J. W.; Bideaux, R. A.; Bladh, K. W.; Nichols, M. C., Handbook of Mineralogy, Volume I: Elements, Sulfides, Sulfosalts, Mineral Data Publishing: Tucson/Arizona, (1990); S. 147
Ramdohr, P., Die Erzmineralien und ihre Verwachsungen, Akademie-Verlag: Berlin, (1975); S. 625
Schröcke-Weiner, S. 181

GA

Axinit
 

Offline McSchuerf

  • inaktiver User
  • Beiträge: 0
Re: Stibioluzonit
« Antwort #2 am: 02 Dec 05, 18:49 »
Hey's Mineralindex schreibt hierzu:

Stibioluzonit (of Stevanovic), var. of luzonite.
S. Stevanovic (1903) Zeits. Kryst. Min. 37, 235. An antimonian luzonite.

Stibioluzonit (of Strunz), syn. of famatinite.
H. Strunz (1957) Min. Tab., 3rd ed.,p.97 (Stibioluzonit).

--------------------------------------------------------------------

Mindat.org ..

http://www.mindat.org/min-3780.html

http://www.mindat.org/min-5362.html

Mindat.org deckt sich also soweit mit dem Hey's ..  :)

Gruß Peter



« Letzte Änderung: 02 Dec 05, 18:52 von McSchuerf »

Offline Philip Blümner

  • Globaler Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.429
    • weloveminerals
Re: Stibioluzonit
« Antwort #3 am: 03 Dec 05, 12:26 »
Hmm...jetzt habe ich wohl drei Sachen zur Auswahl...

1) antimonreicher Enargit
2) antimonreicher, arsenarmer Luzonit
3) Famatinit.

Die Stufe ist aus der Grube Clara, vielleicht hilft das weiter?  ???

Offline McSchuerf

  • inaktiver User
  • Beiträge: 0
Re: Stibioluzonit
« Antwort #4 am: 03 Dec 05, 15:01 »
Enargit, Luzonit und Famatinit sind laut Liste des 'RB-Minerals' alle 3 als eigenständige Minerale von der Clara vertreten. Hilft also nicht wirklich viel weiter.

http://www.rbmineral.de/rb3.htm

Offline Philip Blümner

  • Globaler Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.429
    • weloveminerals
Re: Stibioluzonit
« Antwort #5 am: 03 Dec 05, 17:08 »
Hallo McSchuerf,

das ändert aber nicht die Tatsache, dass es im Lexikon falsch weitergeleitet wird. Hocartit ist wieder was anderes, oder?  ???

Offline Meinrad

  • ***
  • Beiträge: 54
  • In minimis Deus maximus est
Re: Stibioluzonit
« Antwort #6 am: 03 Dec 05, 18:30 »
Hallo,

ein Zitat aus Lapis 7/8 2001; Sonderheft Clara:

"FAMATINIT bildet zumeist tombakbraune Mischkristalle mit seinem Arsen-Analogon LUZONIT, meist krustig auf Fahlerz, Kupferkies und anderen Sulfiden, seltener in pseudo-oktaedrischer bis pseudo-würfeliger Morphologie."

Z. T sind schöne Epitaxien auf Kupferkies möglich; größere einzelne Kristalle habe ich kaum gesehen. Ich finde aber auch die Krusten attraktiv (siehe Bild, Breite 4 mm) - alle mit der Bezeichung "Famatinit/Luzonit" in meiner Sammlung, da wohl ohne Aufwand nicht feststellbar ist, ob As oder Sb überwiegt.

Grüße aus dem Schwarzwald,

Meinrad

Offline geni

  • *****
  • Beiträge: 617
  • "Glück auf" und habe gute Laune
    • Mineralien und Mineralien auf Briefmarken
Re: Stibioluzonit
« Antwort #7 am: 03 Dec 05, 19:55 »
Hallo Sluggy  ;) ,

in Walentas Buch, die Mineralien des Schwarzwaldes wird der Stibioluzonit beschrieben. Soviel ich weiß wurde der Name diskretiert und als Famatinit benannt. Herr Schmelzer hat in der Zeit Claramineralien gesammelt, als der Begriff Stibioluzonit noch gültigkeit hatte. Sicherlich wurde dann das Etikett nicht umbenannt in Famatinit. Der Famatinit bildet mit Luzionit Mischkristalle auf Chalkopyrit. Um Klarheit zu haben, um was für ein Mineral sich bei Deinem Kauf handelt, mußt Du das Stück untersuchen lassen - leider-.

Tipp: schreib doch mal Uwe Kolitsch eine Mail.... der kann Dir sicher helfen.  ;)

Gruß geni  8)

Offline Philip Blümner

  • Globaler Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.429
    • weloveminerals
Re: Stibioluzonit
« Antwort #8 am: 04 Dec 05, 22:15 »
Hallo,

also ich habe jetzt Herrn Schmeltzer nochmal gefragt und er sagt Famatinit.

Gruß
slugslayer

 

Mineralienatlas - Fossilienatlas - Info-Center