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Autor Thema: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........  (Gelesen 88133 mal)

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Offline oliverOliver

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Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
« Antwort #30 am: 11 May 12, 08:49 »
@ Andreas: zu deinem fundortlosen, angeblich aus OÖ stammenden Holz (Antwort 12):
ähnliche Hölzer – zumindest was den intensiven Hell-Dunkel-Kontrast betrifft – gibt’s auch in Bayern, siehe etwa:
http://www.vfmg-weiden.de/achat/holz.htm  (das 7. Bild von oben) – dort sind allerdings die dunklen Bereiche etwas heller als bei deinem Stück.
Ist aber nur als Vergleich gedacht, und soll keinesfalls heißen, dass ich annehme, dass das deine aus Bayern stammen würde !!

edit / p.s. (25.10.2012):
@ Andreas-, zu AW #12 :
Weißt du mittlerweile schon, woher das gute Stück ist ? Würde mich interessieren !
Eventuell Trimmelkam, Sumpfzypresse ? (oder zumindest aus diesem Gebiet – OÖ Braunkohlerevier Innviertel / Hausruckviertel, bzw. aus diesen miozänen Schichten ?)
Vgl.:
http://www.facebook.com/media/set/?set=a.214983851900456.56617.214606828604825&type=3#!/photo.php?fbid=214989398566568&set=a.214983851900456.56617.214606828604825&type=3&theater
http://www.mineralienatlas.de/forum/index.php/topic,14962.0.html (--> IMG_3452)

Die botanische Fossilien führenden Schotter, Pelite und Flöze dieses Reviers (und ihrer Umgebung im Inn- und Hausruckviertel) gehören den sogenannten „Kohleführenden Süßwasserschichten“ an (deren jüngerer Abschnitt zur „Hausruckviertel-Gruppe“ zusammengefasst wird) und dokumentieren einen längeren Abschnitt innerhalb des Miozän:
1 - Trimmelkam-Flözgruppe (Kieselholz, Osmundites-Rhizome): Karpatium bis Badenium
2 - Munderfinger Schotter und Kohlen: (vermutlich) Sarmatium
3 - Kobernaußerwaldschotter (Kobernaußerwald-Fm) und Hausruck-Kohle der Ampflwang-Fm (Xylit, Blätter und Früchte, verkieselte Osmunda-Rhizome, auch Kieselholz): Pannonium
4 - Hausruckschotter (Kieselholz): oberes Pannonium

Hier noch etwas Literatur zu den OÖ (Hausruck-) Braunkohlenrevieren:

Masselter, T., 2001: Palynologie und organische Fazies kohleführender klastischer Sedimente des Hausruckgebietes. Diplomarb. Univ. Wien 2001.
Masselter, T. & Hofmann, Ch.- Ch., 2005: Palynology and palynofacies of Miocene coal-bearing (clastic) sediments of the Hausruck area (Austria). – Geobios 38, 2005, 127-138.
Rupp, Ch., u. a., 2008: Geologische Karte der Republik Österreich 1 : 50000, Erläuterungen zu Blatt 47 Ried im Innkreis. Wien 2008. (bes. 32 ff.)
https://opac.geologie.ac.at/wwwopacx/wwwopac.ashx?command=getcontent&server=images&value=047_Ried_im_Innkreis.pdf
Weber, F. & Weidinger, J. T., 2006: Die geologische Geschichte des Hausruck und seiner Kohle; in: Anita Kuisle (Hrsg.), Kohle und Dampf. Oberösterreichische Landesausstellung Ampflwang 2006. Linz 2006, 35-48.
Meller, B. (2007): Die Fazies der Braunkohle führenden obermiozänen Sedimente des Hausruck (Molassebecken, Oberösterreich) aufgrund paläobotanisch-paläoökologischer Untersuchungen. In: Arbeitstagung 2007 der Geologischen Bundesanstalt. Blatt 67 - Grünau im Almtal und Blatt 47 - Ried im Innkreis. Wien 2007, 113 ff. pdf: https://opac.geologie.ac.at/wwwopacx/wwwopac.ashx?command=getcontent&server=images&value=ATA_2007_113.pdf
Groiss, R. (1989): Geologie und Kohlebergbau im Hausruck (Oberösterreichische Molasse). Archiv Lagerst.Forsch. GBA, 11, 1989, 167 - 178. pdf: http://www.zobodat.at/pdf/ArchivLagerst-GBA_11_0167-0178.pdf
• --> und jeweils dort zitierte !
« Letzte Änderung: 02 Oct 17, 21:24 von oliverOliver »

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Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
« Antwort #31 am: 12 May 12, 10:10 »
Die wenigsten wissen, dass auch Österreich seinen „versteinerten Wald“ hat bzw. hatte. Allerdings waren die Bäume dort nicht verkieselt, sondern inkohlt, sprich in Braunkohle („Lignit“) umgewandelt (also nicht wirklich "versteinert"). Die Fundstelle lag im ehemaligen Kohlerevier von Zillingdorf-Neufeld (Oberes Miozän / Pontien) im südlichen Wiener Becken an der Grenze von Niederösterreich zum Burgenland. Angeblich standen die Stämme (bzw. eher Stümpfe / Stubben ?) von Sequoia noch aufrecht in originaler Wuchsposition !
Siehe:
H. A. Kollmann u. a., Schätze im Boden – Österreichs Boden im Wandel der Zeit. Wien 1982, 72.
Allerdings konnte ich noch nicht herausfinden, ob Teile davon geborgen und/oder konserviert wurden, ob da heute noch was davon zu sehen ist (wohl kaum), ob es irgend eine Ausstellung u.v.a. eine spezielle Publikation dazu gibt, etc. (vermutlich alles auch nicht).
Falls jemand mehr dazu weiß, wäre ich dankbar für Infos !
« Letzte Änderung: 02 Jun 13, 14:09 von oliverOliver »

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Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
« Antwort #32 am: 21 May 12, 11:48 »
Die niederösterreichische „Hollabrunn-Mistelbach-Formation“ (HMF, ca. 11 – 7 Mio., oberes Miozän / unteres Pannonium) besteht aus Schottern und Sanden der sogenannten „Urdonau“.
Diese verlief, von Südwesten (aus dem Raum Krems) kommend, über die südlichen Ausläufer des Manhartsbergzuges und dann in einer maximal 15 km breiten Zone nach Nordosten quer durch das Weinviertel, und mündete bei Mistelbach in den „Pannon-See“. Die oberösterreichischen Hausruckschotter sind übrigens Reste des gleichen Flusssystems wie die Schotter der HMF.
Siehe z. B. die Arbeit von Nehyba  und Roetzel 2004:
http://www.geologie.ac.at/filestore/download/JB1442_191_A.pdf
Fossile Hölzer aus diesen HMF-Schottern sind seit langem bekannt, aber leider ziemlich selten.
Die Bilder unten zeigen einen schönen Feldfund aus der Umgebung von Hollabrunn (20 x 11 cm), die Zuordnung zur HMF ist aber unsicher, weil die Fundstelle an der Grenze zwischen HMF-Schottern und marinen Sedimenten („Grund-Formation“, oberstes Karpatium bis unteres Badenium) liegt, und auch in diesen küstennahen marinen Ablagerungen gelegentlich Hölzer vorkommen können. Der eigentliche Fundpunkt liegt am Hang, bereits im Bereich der Grund-Fm, aber unmittelbar oberhalb auf der Kuppe stehen die HMF-Schotter an – das Stück könnte also auch durch Erosion und/oder Landwirtschaft verlagert sein. Wie auch immer - jedenfalls ist es ein miozänes Kieselholz.
« Letzte Änderung: 21 May 12, 12:02 von oliverOliver »

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Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
« Antwort #33 am: 21 May 12, 11:59 »
.... hier noch ein paar Details:

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Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
« Antwort #34 am: 21 May 12, 12:21 »
Die niederösterreichische „St. Marein-Freischling-Formation“ (SMFF) besteht aus Schottern und Sanden des sogenannten „Horner Flusses“ (Oligozän bis tiefstes Untermiozän / Eggenburgium). Dieser Fluss (bzw. besser Flusssystem) kam aus Nordwesten (Böhmen) und verlief durch das Waldviertel bis etwa Horn, wo er nach Süden umbog und – je nach Stand der Meeresspiegelschwankungen – im Bereich des unteren Kamptals bzw. etwa auf Höhe der heutigen Donau in das damalige Meer mündete.
Im Oberoligozän wird im Mündungsbereich (Kremser Raum) eine Verzahnung der SMFF mit der marinen Melk-Formation („Melker Sande“) vermutet – auch aus diesen Sedimenten liegen vereinzelte Kieselhölzer vor.
Im unteren Eggenburgium lag der Mündungsbereich aufgrund der Transgression bereits deutlich nördlicher im heutigen Kamptal.
Siehe z. B. die Arbeit von Nehyba  und Roetzel 2010:
http://www.univie.ac.at/ajes/archive/volume_103_2/nehyba_roetzel_ajes_v103_2.pdf
sowie:
R. Roetzel, O. Mandic und F. F. Steininger, Lithostratigraphie und Chronostratigraphie der tertiären Sedimente im westlichen Weinviertel und angrenzenden Waldviertel. Arbeitstagung geol.BA 1999, 38 ff.
R. Roetzel und F. F. Steininger, Älteres Tertiär. In: F. F. Steininger (Hrsg.), Erdgeschichte des Waldviertels, SchrR. Waldviertler Heimatbund 38, Horn-Waidhofen/Thaya 19992, 75 ff.

Viele der Fundstellen im Horner Becken sind ziemlich bekannt und dementsprechend stark abgesucht. Die ursprünglich eigentlich gar nicht so extrem seltenen Kieselhölzer sind daher in vielen Sammlungen vertreten und werden auch regelmäßig auf Börsen angeboten.
Leider sind viele der heute noch zutage kommende Funde durch die intensive Beackerung stark „zerschrottet“ (Scheibeneggen !! etc.), aber auch an kleinen Splittern sind manchmal interessante Details zu beobachten.
Die Fotos zeigen mein bisher bestes Holz aus der SMFF (ca. 21 x 12 x 7 cm; Horner Becken):

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Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
« Antwort #35 am: 21 May 12, 12:32 »
hier noch Details:

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Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
« Antwort #36 am: 21 May 12, 13:17 »
hier mein zweitbestes Holz aus der SMFF ( ca. 22 x 9 x 6 cm; Horner Becken) - leider mit frischem Längsbruch vom Pflug !
ohne den blöden Bruch (noch dazu an der stärksten Stelle !) wär es vermutlich mein bestes .....  >:(

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Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
« Antwort #37 am: 21 May 12, 15:09 »
auch ein - für hiesige Verhältnisse - recht schönes (also bescheidenes) Stück aus der SMFF (ca. 13 x 6 cm, Horner Becken)

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Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
« Antwort #38 am: 21 May 12, 15:48 »
besser erhaltene Stücke aus der SMFF zeigen in der Regel eindeutige Merkmale von Schwemmholz, wie die oft zu beobachtende charakteristische "Brettchenform" und die typische Oberflächenstruktur (Fotos 1+2, ca. 13 x 7 cm, Horner Becken).
Beim gezeigten Beispiel ist im Querschnitt (Foto 3, Vergrößerung) die Struktur gut erkennbar - wäre also zur näheren Bestimmung geeignet.
Leider bin ich bezüglich Holzartenbestimmung ein absoluter Laie !! :(
Es scheint sich aber um ein ringporiges Laubholz zu handeln ....
« Letzte Änderung: 13 May 16, 09:32 von oliverOliver »

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Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
« Antwort #39 am: 21 May 12, 16:59 »
Hier ein unscheinbares, aber sehr interessantes und eventuell paläogeografisch bzw. für die Paläo-Landschaftsmorphologie wichtiges Stück aus der HMF (siehe AW 32).
Es ist stark abgerollt und verrundet, wurde also intensiv transportiert, und stammt daher offenbar ursprünglich NICHT aus der HMF.
Es belegt, dass – was ohnehin logisch ist – in der HMF auch ältere, Kieselholz führende Sedimente aufgearbeitet und sekundär resedimentiert worden sind.
Das Stück zeigt Merkmale der SMFF-Hölzer – allerdings ist hier Vorsicht angebracht !
Es ist z.B. unbekannt, wie in diesem Gebiet die – theoretisch voraussetzbaren – älteren Hölzer aussehen bzw. aussahen, denn die Hochfläche des heutigen Waldviertels war großteils auch im Mesozoikum und beginnenden Tertiär Festland, aber die Sedimente aus diesen Zeitabschnitten sind dort beinahe zur Gänze wieder erodiert.
Siehe:
F. F. Steininger und R. Roetzel, Mesozoikum (Erdmittelalter). In: F. F. Steininger (Hrsg.), Erdgeschichte des Waldviertels, SchrR. Waldviertler Heimatbund 38, Horn-Waidhofen/Thaya 19992, 73 f.
     Außerdem könnte das Holz auch aus einem völlig anderen Gebiet stammen, zieht man das große Einzugsgebiet der „Urdonau“ in Betracht. Für eine gesicherte Zuweisung (falls eine solche überhaupt möglich sein sollte) eines Ursprungs aus der SMFF müsste das Holz von einem Paläobotaniker untersucht werden.
Sedimente der SMFF sind im südwestlichen Verbreitungsgebiet der HMF (Unterlauf bzw. Mündungsgebiet des Flusses während des Oligözäns, siehe AW 37) nicht oder zumindest nicht obertägig anstehend erhalten (erodiert und/od. von jüngeren Sedimenten überdeckt ?), ihr ehemaliges Vorhandensein wurde durch lithologische Merkmale der Melker Sande erschlossen. Falls das Stück wirklich primär aus der SMFF stammen sollte, wäre es ein indirekter Beweis für diesen oligozänen Unterlauf, denn es stammt aus dem südlichsten Manhartsberggebiet unmittelbar östlich des Unter(st)en Kamptales, also jenes Gebietes, wo die jüngere „Urdonau“ den ehemaligen Verlauf des älteren „Horner Flusses“ querte.
« Letzte Änderung: 02 Jun 13, 14:14 von oliverOliver »

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Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
« Antwort #40 am: 22 May 12, 13:04 »
Viele SMFF-Hölzer scheinen durch „Kompaktion“ ( http://de.wikipedia.org/wiki/Kompaktion ), also durch Sedimentdruck vor oder während der Verkieselung, deformiert worden zu sein. Entgegen dem, was der Fachausdruck erwarten ließe, sind diese Hölzer aber nicht besonders kompakt im üblichen Sprachgebrauch (was ja schön wäre), sondern komprimiert bzw. plattgedrückt, was sich in einer schichtig-blättrigen, leicht aufsplitternden Struktur äußert.
Unter den Einwirkungen von Landwirtschaft, aber auch natürlichem Transport und Erosion entstehen dann oft entlang dieser „Schichtung“/"Schieferung" gebrochene, sehr dünne bzw. flache Platten und Plättchen.
Die Fotos zeigen zwei Fragmente vom selben Stück (aus dem Horner Becken), das in mehrere Teile zerbrochen ist – ich bin mir noch unschlüssig ob ich’s wieder ankleben soll oder nicht, da im Bruch sowohl Struktur als auch Farbe besser zu sehen sind – allerdings ist eine handvoll Plättchen statt eines größeren Holzes auch nicht das Wahre ….

Offline oliverOliver

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Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
« Antwort #41 am: 22 May 12, 19:08 »
Noch eine Anfängerfrage:
Handelt es sich bei diesen linear angeordneten „Gängen“ um Bohr- bzw. Fraßspuren von Insekten, oder nur um Zerfallsstrukturen, also durch das Vermodern entstandene Hohlräume ?? (ebenfals ein Stück aus der SMFF).
Die gerade Anordnung parallel zur Längsachse des Holzes scheint mir eher für Zerfallsstrukturen zu sprechen, aber diese kreisrunden „Austritte“ ?
Und bei anderen Stücken (z.B. AW # 37 und 40) sind nicht verkieselte Hohlräume oder nur „löchrig“ verkieselte Bereiche, bei welchen es sich um vermoderte Partien handeln dürfte, meist weitaus diffuser bzw. „schwammiger“ und nicht so scharfkantig linear ausgeprägt  – also doch Bohrgänge ?
Ich bin etwas ratlos und wäre für Tipps dankbar !
« Letzte Änderung: 02 Jun 13, 14:16 von oliverOliver »

Offline triassammler

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Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
« Antwort #42 am: 23 May 12, 00:06 »
Hallo Oliver,

so Anfänger ist die Frage gar nicht - kann man trefflich drüber rätseln...

Gegen Bohrgänge spricht m. E. der absolut parallele Verlauf zu den Holzfasern. Bohrungen zweigen immer irgendwann mal ab, bilden Seitenkammern oder Verbindungsgänge oder wechseln insgesamt leicht die Richtung. Außerdem werden sie bevorzugt im Holz direkt unter der Rinde (fossil meist nicht überliefert) oder horizontal angelegt.

Andererseits spricht genau jener parallele Verlauf für Deine favoritisierte Deutung als Hohlräume von zerfallenen Fasern. Was die "kreisrunden Austritte" angeht: Auf dem Foto sehe ich genau einen einzigen solchen. Ob das also die Regel ist sei dahingestellt. Außerdem handelt es sich nicht um einen Austritt (= Ausgang auf die Stammoberfläche) sondern einen Querschnitt infolge zufälligen Querbruchs des Kieselholzes. Ich habe schon einige fossile Hölzer gesehen bei denen der mikrobielle Abbau von Holzsubstanz durchaus faserparallele Kanäle mit rundem Querschnitt erzeugt hat.

Gruß,
Rainer

Offline oliverOliver

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Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
« Antwort #43 am: 23 May 12, 17:57 »
@ Triassammler Rainer:
danke für die Infos !
Austritte: ich weiß, darum hab ichs ja unter Anführungszeichen gesetzt (wollte mir langatmige Beschreibungen ersparen), aber du hast natürlich recht.
Gänge bevorzugt direkt unter der Rinde: stimmt ebenfalls, aber vor allem bei lebenden Bäumen. Bei Totholz kann das schon anders aussehen. Trotzdem bestärkt deine Sichtweise meine Vermutung, dass es sich eher um Zerfallsstrukturen handeln dürfte - nochmals herzlichen Dank !
« Letzte Änderung: 16 Feb 13, 09:12 von oliverOliver »

Offline oliverOliver

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Re: bescheidene Hölzer aus Österreich ..........
« Antwort #44 am: 24 May 12, 14:24 »
Hier ein paar Vergleichsfotos von einem rezenten Bohrgang –
Das sieht allerdings schon sehr ähnlich aus ….

 

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