Nun, lassen wir mal die Bohrmaschinen und - hämmer weg, die kann man wirklich nur in den seltensten Fällen benutzen, kommts darauf an, was die Kluft beinhaltet und wie groß sie ist. Du schilderst ja ein Kluftsystem wie es meist aus sog. Fiederklüften besteht. Die darin enthaltenen Mineralien sind oft klein und empfindlich. Hier sucht man sich eine Kluftspalte aus, die am unattraktivesten wirkt und bearbeítet diese ohne Rücksicht auf den Inhalt, nur mit dem Ziel eine Angriffsfläche für die übrigen Spalten zu bekommen. Hier heißt es mit allem was man hat Platz zu schaffen. Dazu wird mit dem Vorschlaghammer vorgearbeitet, nicht zu dicht an der Kluftwand, weil sonst nur schmale Scherben abspringen, immer feste druff. Ziel ist, Risse im Gestein zu schaffen, die dann mit dem Meißel verfolgt werden. Das geht übrigens um so besser, je härter ( spröder ) das Gestein ist. Man sollte grundsätzlich von unten nach oben arbeiten. Andersrum besteht die Gefahr, das der obere Kluftteil auf den unteren fällt und alles zerdeppert.
Bei größeren Klüften sichert man den Kluftinhalt zuerst, am besten mit nassem Zeitungspapier. Moos oder Gras, zur Not die Jacke, gehen auch. Die ganze Kluft schön ausfüllen, dann geht auch nix kaputt. Auch hier kommt zuerst der dicke Hammer zum Einsatz. Wenige heftige Schläge zerstören meist weniger als viele kleine. Zusätzliche hilfreiche Werkzeuge sind Spaltkeile, Klufthaken und Brechstange. Ist die Kluft mit Lehm gefüllt, gilt es zuerst diesen zu entfernen. Zum einen findet man darin oft losgebrochene Kristalle oder Schwimmer, zum anderen muß man sich über den Kluftinhalt im klaren sein, bevor man loslegt. Dazu ist ein Holzspatel oder- löffel sehr gut geeignet. Damit kann man den Kluftlehm herauskratzen ohne im Lehm eingebettete Kristalle zu beschädigen. Gerade bei Calcit- oder Quarzklüften wird so manches schöne Stück ruiniert, wenn man mit dem Klufthaken darin herumstochert.
Die ganz genaue Vorgehensweise hängt von zu vielen Faktoren ab, um ein grundsätzliches Vorgehen zu schildern. Und, machen wir uns nix vor, in den allermeisten Fällen kommt man so 20 bis 30 cm tief, dann ist Ende ( von Kraft und/oder Zeit ).
Ganz furchtbar finde ich übrigens die Unart, zum Schluss mit der Brechstange oder dem Klufteisen in der Tiefe der Kluft herumzustochern um Kristalle abzuschlagen und herauszuputtern. Was man da rausbekommt ist fast immer Schrott und die Kluft ist zerstört. Das soll man denen lassen, die nach einem kommen und über mehr Zeit, Kraft, Erfahrung oder Möglichkeiten verfügen, den Inhalt zu bergen.
Gruß
Ralf